Montag, 20. Oktober 2014

Rezension: Crazy Moon von Sarah Dessen

Titel: Crazy Moon
Autorin: Sarah Dessen
Originaltitel: Keeping the Moon
Seitenanzahl: 288 Seiten
Preis: 7,95 EUR
Genre: Jugendroman (14-17 Jahre)
Reihe: Nein
Verlag: dtv pocket
Erschienen am 01.05.2002
www.dtv-dasjungebuch.de 


Klappentext:

Sommerferien auf dem Land? Keine verlockende Perspektive für Colie. Viel lieber würde sie ihre Mutter auf deren Europa-Tournee begleiten, anstatt alleine in das stinklangweilige Kaff Colby zu fahren, in dem ihre Tante lebt. Denn seit Colie beträchtliche Fettpolster, damit aber auch ihre Schutzschicht verloren hat, soll ihr nur ja keiner zu nahe kommen. Um ungebetenen Annährungsversuchen sicher vorzubeugen, trudelt sie mit wild gefärbten Haaren, gepierct und voller Hass auf die Welt in Colby ein.
Der Erste, dem sie begegnet, ist Norman. Aber der scheint sich gar nicht abschrecken zu lassen... 


Meine Meinung:

Es ist das dritte Buch der Autorin und wurde bereits 1999 veröffentlicht. In manchen Dingen (keine Handys, Walkman ;-) etc.) ist es etwas retromäßig, inhaltlich aber trotzdem noch aktuell.

Colie ist ein etwas verunsichertes, junges Mädchen. Der Hass, der im Klappentext angekündigt wurde, hielt sich zum Glück sehr in Grenzen. 
Ihre Mutter und sie waren bis vor einigen Jahren sehr dick und lebten von der Hand in den Mund. Als ihre Mutter eine Karriere als Fitneßguru anfing, haben beide abgenommen. Doch Freunde hat Colie bis jetzt noch nicht gefunden. Sie steht sich dabei immer wieder selbst im Weg und weiß nicht so richtig wie das mit den Freundschaften funktioniert.
Diesen Sommer soll Colie bei ihrer verschrobenen Tante Mira in Colby verbringen. Mira liebt alte Dinge und schaut total gerne Wrestling. Sie hat einen Jungen (Norman) aus dem Ort bei sich aufgenommen, der Probleme mit seinen Eltern hat und lieber malt, als Autos zu verkaufen, wie sein Vater es möchte.
Gegenüber wohnen zwei junge Frauen, die sich immer streiten, aber auch wie Pech und Schwefel zusammenhalten.
Colie ist von den ganzen Leuten fasziniert und weiß nicht so richtig wie sie sich verhalten soll.
Als sie einen Job im Diner "Last Chance" angeboten bekommt, ändert sich ihr ganzes Leben.

In meinen Augen ist Sarah Dessen eine Meisterin in ihrem Fach. Niemand schafft es so gut Beziehungen zwischen außergewöhnlichen Charakteren zu erschaffen, so dass man sich mit den Figuren verbunden fühlt und traurig ist, wenn die Geschichte vorbei ist. Dabei läuft es nicht immer glatt für die Hauptprotagonisten.
Auch diesmal ist ihr das wieder sehr gut gelungen. Es geht um Freundschaften und Selbstvertrauen. Colie muss lernen, dass an den Hänseleien nicht immer nur die Anderen schuld sind und sie sich aktiv aus ihrer Opferrolle befreien muss.
Die Liebesgeschichte passiert dabei wieder nur am Rande. Das ist nicht der Fokus des Buches. Nebenbei gibt es so tolle Details. Die vielen Zettel die bei Mira im Haus hängen, auf denen sie ihre Dinge erklärt. Echt toll.
Und auch die Freundschaft zwischen Morgan und Isabel (den Nachbarn) ist einfach Weltklasse dargestellt. Wie diese ganzen unterschiedlichen Personen zu einer Gemeinschaft werden hat mich echt begeistert.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings: Es stört mich ein bißchen, dass es so klischeehaft dargestellt wurde: dick gleich hässlich, dünn gleich toll! Klar wird erwähnt, dass die Schönheit von innen kommen muss, aber im Prinzip hat es niemand der Protagonisten geschafft beliebt zu sein, als er noch dicker war (und wir reden hier von zwanzig Kilo Übergewicht, dass ist für mich jetzt noch nicht Nilpferdgewicht, aber ok!).

Der Schreibstil ist sehr flüssig und Detailgetreu. Einfach wunderbar.
In meinen Augen ist es nicht das beste Buch von Sarah Dessen, aber es ist ihrer würdig.

Der Titel "Crazy Moon" ist etwas doof übersetzt, da hätte man lieber den Originaltitel "Keeping the Moon" behalten sollen, das wäre passender, da diese Mondgeschichte eine kleine Rolle spielt.

Fazit:

Ein schönes Jugendbuch über Freundschaften, Mobbing und Anderssein und das Umgehen damit. Sympathische Charaktere und ein toller Schreibstil. Von mir gibt es dicke vier Sterne.


Autorin:  

Sarah Dessen, geboren 1970 in North Carolina, hat mit 26 ihren ersten Roman veröffentlicht und gehört inzwischen zur Topliga der deutschen Jugendbuchszene.
Sie lebt mit ihrer Familie in Chapel Hill und unterrichtet Kreatives Schreiben an der University of North Carolina.

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