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Donnerstag, 20. Dezember 2018

Rezension: Die Penderwicks zu Hause von Jeanne Birdsall

Titel: Die Penderwicks zu Hause
Autorin: Jeanne Birdsall
Originaltitel: The Penderwicks on Gardam Street
Seitenanzahl: 320 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 10 J./Familie
Reihe: Teil 2
Preis: 7,99 EUR
ISBN: 978-3-551-31107-8
Verlag: Carlsen
Erschienen am 29.09.2011
www.carlsen.de 

Klappentext:

Es ist Herbst. Rosalind, Skye, Jane und Batty Penderwick sind wieder zu Hause und bereit für neue Abenteuer. Aber was diesmal auf sie zukommt, das hätten sie nun wirklich nicht für möglich gehalten: Immer wieder müssen sie ihren Vater aus den Fängen weiblicher Verehrerinnen retten! Die vier Schwestern hecken kurzerhand einen Plan aus, der ebenso brillant, verwegen und lustig ist, wie sie selbst. Kein Wunder, dass es dabei ganz schön turbulent wird!

Meine Meinung:

Der erste Teil der Penderwicks hat mir gut gefallen, so dass ich gerne mehr über die vier Schwestern lesen wollte.

Das Buch beginnt mit einem Brief bzw. einem Rückblick zur mittlerweile verstorbenen Mutter der Schwestern. Sie möchte, dass der Vater sich fünf Jahre nach ihrem Tod eine neue Frau sucht, damit er nicht für immer alleine bleibt. 
Die Schwestern sind entsetzt, als Tante Claire den Brief nach Ablauf der Frist überbringt. Besonders Rosalind (12 J.) möchte keine neue Stiefmutter und entwirft den Daddy-Rettungsplan. Die Mädchen organisieren extra furchtbare Dates um Tante Claire und ihren Vater von der Idee einer neuen Frau abzubringen.

Jane (10 J.) und Skye (11 J.) geraten in Schwierigkeiten, als sie die Hausaufgaben tauschen und plötzlich mit der Arbeit der anderen im Mittelpunkt stehen. Die kleine Batty (4) hat Angst vorm Fliegenmann und freundet sich mit der neuen Nachbarin und ihrem Sohn Ben an.
Außerdem wirbeln noch die Geiger-Brüder mit ihrem Football durch die Geschichte und so ist immer etwas los in der Gardem Street.

Typisch amerikanisch wird Halloween gefeiert, Football gespielt und Schulaufführungen ernst genommen. Durch den eigenen Schreibstil wirkt die Geschichte einerseits total normal, und anderseits sehr besonders.

Inhaltlich geht es vorwiegend um den Alltag der vier Schwestern, aber das ist so zauberhaft erzählt, dass man einfach mitlacht oder weint, oder sich fürchtet oder die Haare rauft. Es ist jede Emotion dabei und macht riesig Spaß zu lesen. Dabei handeln alle Personen irgendwie skurril und abgefahren und doch schließt man sie einfach nur ins Herz. Was will man mehr?

Auch wenn ich den ersten Teil etwas besser fand, bekommt man hier eine würdige Fortsetzung und ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterlesen. 

Das Ende ist natürlich sehr vorhersehbar, aber man möchte es gar nicht anders haben. 


Fazit: 

Auch im zweiten Teil konnten mich die Penderwick Schwestern von sich überzeugen. Skurril, witzig und einfach mal anders, aber immer zauberhaft und herzlich. Die Geschichte macht Spaß und verdient alle fünf Sterne. 
 

Reihe:

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1) Die Penderwicks (Link zu meiner Rezi:--> Klick!) 
 
5) Die Penderwicks im Glück erscheint am 31.05.2019

Autorin:

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Jeanne Birdsall, in den Fünfzigerjahren aufgewachsen in einem Vorort von Philadelphia, wollte bereits als 10-Jährige Kinderbücher schreiben. Doch erst im Alter von 42 begann sie ihre schriftstellerische Laufbahn. Ihr Debütroman »Die Penderwicks« erhielt bereits kurz nach seinem Erscheinen zahlreiche Auszeichnungen. Die Autorin lebt heute in Northampton, Massachusetts. (Quelle: Verlag) 

Freitag, 26. Oktober 2018

Rezension: Nur um dich lächeln zu sehen von Emery Lord

Titel: Nur um dich lächeln zu sehen
Autorin: Emery Lord
Originaltitel: When We Collided
Seitenanzahl: 353 Seiten
Genre: Liebe/Drama/Jugendbuch ab 14 J.
Reihe: Nein
Preis: 15,00 EUR
ISBN: 9783570165164
Verlag: cbj

Erschienen am 26.03.2018 
www.randomhouse.de 

Klappentext:

Als Vivi neu nach Verona Cove kommt, das kleine Nest an der Westküste, spürt sie sofort: Hier ist ein Neuanfang möglich. Als ihr dann der hinreißende Jonah mit seinen phänomenalen Kochkünsten begegnet, verfällt sie ihm augenblicklich - und Jonah ihr. Mit unbändiger Lebenslust und einem Feuerwerk aus Gedanken und Gefühlen wirbelt Vivi durch Jonahs Leben und das seiner Familie. Und mit jedem Tag ihres Zusammenseins spürt Jonah die Last, die er seit dem Tod seines Vaters mit sich schleppt, leichter werden. Doch Vivis Dämonen sind mächtig, und obwohl dieser gleißende Sommer fast unbeschwert ist, wird er sie beide für immer verändern ...

Meine Meinung:

Im Buchladen ist mir sofort das schöne Cover ins Auge gefallen. Daher war ich sehr neugierig auf die Geschichte.

Abwechselnd schildern der 17-jährige Jonah und die gleichaltrige Vivi die Erlebnisse aus ihrer Sicht.  
Jonah versucht mit dem Rest seiner großen Familie immer noch den Verlust seines Vaters zu verarbeiten. Alle Personen sind in einer Art Trauer - Schockstarre gefangen, als Vivi in ihr Leben stolpert. Verrückt, extrem und wie ein alles vernichtender Wirbelsturm holt das aufgekratzte Mädchen die Familie Stück für Stück wieder aus ihrer Lethargie.
Dabei merkt man schnell, dass Vivi's aufgesetzte Art nicht normal ist, nicht normal sein kann. Im Laufe der Zeit kommt immer mehr über ihre Krankheit ans Licht. 

Mich als Leser hat das in eine schwierige Lage gebracht. Ich wusste, dass ich Mitleid und Verständnis für das Mädchen haben müsste. Schließlich ist sie krank, doch oft konnte ich ihr Handeln eben nicht gutheißen und hatte eben kein Verständnis für ihre Launen. 
Meine Lesefreude hat dadurch etwas gelitten. Doch wenn man sich klar macht, wie genial die Autorin damit den Kernpunkt getroffen hat, dann muss man zugegeben, dass das Buch wirklich etwas besonderes ist.

Jonah liebt das Kochen und erinnert sich dabei immer an seinen Vater, der ein Restaurant hatte. In regelmäßigen Abständen bereitet er in der Geschichte köstliche Gerichte zu, was mir echt gut gefallen hat. Insgesamt mochte ich den stillen Jungen sehr, der sich aufopfernd um seine kleinen Geschwistern kümmert. Dabei brauchte er eigentlich selbst eine starke Schulter zum anlehnen. 
In Jonah konnte ich mich gut hineinversetzen und seine Lage verstehen.

Bei Vivi bleibt man als Leser bis zum Ende außen vor. Man liest was sie bewegt, kann aber nicht immer den Zusammenhang verstehen. Alles was sie macht ist extrem. Sie schreit rum, entblößt sich, hat fixe Ideen, denen sie nachrennt. Es war oft wie bei einem Autounfall. Man möchte eigentlich nicht hinsehen und muss es doch. Sie hat Jonah einerseits gut getan, weil er sich bei ihr endlich wieder wie er selbst fühlen kann, doch andererseits hat sie ihm mit ihrer wegstoßenden Art auch geschadet. Das sind alles Auswirkungen der Krankheit und daher gut geschildert. Doch mein Herz für Jonah hat deshalb oft geblutet.

Jonah's und Vivi's Hintergrundgeschichte ist zwar krass, aber doch sehr glaubwürdig. Es ist der Autorin sehr gut gelungen die unterschiedlichen Sichtweisen der Charaktere darzustellen. 
Unterm Strich konnte mich das Buch fesseln und überzeugen. Die Liebesgeschichte ist hierbei eher zweitrangig. Eigentlich ist sie sogar sehr oberflächlich, denn die beiden fühlen sich doch eher wegen ihres guten Aussehens zueinander hingezogen. Gemeinsam haben sie fast nichts. Doch genau darum geht es in dieser Geschichte. 
 In diesem einen Sommer sind die beiden perfekt füreinander. Sie tun sich gut und helfen einander. Es ist keine Liebesgeschichte für immer. Es zeigt, dass man manchmal jemanden zur richtigen Zeit trifft und sich dadurch dein Leben verändert. Danach ist alles besser, auch wenn man wieder getrennte Wege geht.

Und obwohl ich verstehe worauf die Autorin hinausmöchte, hätte ich mir für die Liebesgeschichte mehr Raum gewünscht und nicht so nebenbei abgewickelt.  Es standen immer andere Probleme oder Dinge im Vordergrund. Das fand ich schade.

Der Schreibstil ist angenehm und detailreich. Ich mochte besonders das Setting von Verona Cove. Ein verträumter Küstenort, wo sich alle Bewohner kennen und schätzen. Sie halten zusammen und treten füreinander ein. Ein ziemlicher Gegensatz zu den Geschehnissen, die sich dadurch gleich doppelt so schlimm anfühlen. Doch man muss einfach alle Personen irgendwie in sein Herz schließen. Besonders Jonah Daniels und seine Geschwister.

Ich habe das Buch daher mit einem lachenden und einem weinenden Auge beendet. Es war eine wirklich schöne Geschichte, aber jetzt brauche ich Zeit, die Geschehnisse zu verarbeiten und weiterzuziehen.

Fazit:

Das Buch ist eine Achterbahn der Gefühle. Es ist extrem. Es knallt und hallt nach. Obwohl ich mir viele Dinge anders gewünscht hätte, konnte mich die Autorin mit dieser Geschichte berühren. Es geht um zwei unterschiedliche Menschen, die sich eine zeitlang guttun und helfen. Mir ging nur die Liebesgeschichte etwas zu sehr unter. Die andere Dinge standen immer im Vordergrund. Unterm Strich ist es keine leichte Sommerlektüre, sondern ein Buch das man nicht so schnell vergisst. Vivi war hier. Ja genau. Man wird die Geschichte und sie nie vergessen. Ein unvergesslicher Sommer in Verona Cove. Von mir gibt es vier tolle, außergewöhnliche Sterne. 

Autorin:

25663637Emery Lord ist Autorin von bisher vier Jugendromanen und wurde an der amerikanischen Ostküste geboren. Heute lebt sie in Cincinnati mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter sowie zwei ausgebildeten Rettungshunden. Emery glaubt an die Magie des Geschichtenerzählens, sie liebt Riesenräder und besitzt eine beeindruckende Sammlung an unpraktischen Schuhen. (Quelle: Verlag) 

Mittwoch, 28. Februar 2018

Rezension: Die Penderwicks von Jeanne Birdsall

Titel: Die Penderwicks
Autorin: Jeanne Birdsall
Originaltitel: Die Penderwicks
Seitenanzahl: 288 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 10 J./ Familie
Reihe: Teil 1
Preis: ab 7,99 EUR
ISBN: 978-3-646-92402-2
Verlag: Carlsen
Erschienen am 20.12.2011
www.carlsen.de 

Klappentext:

In diesem Sommer wartet auf die vier Penderwick-Schwestern eine wunderbare Überraschung: Drei lange Urlaubswochen in einem Ferienhaus auf dem Grundstück des herrlichen Anwesens Arundel! Sofort tauchen die Schwestern ein in den Zauber der neuen Umgebung: Sie erkunden den prachtvollen Garten, entdecken einen Dachboden voller Schätze und füttern die zahmen Kaninchen des netten Gärtnerjungen Cagney. Das Beste von allem aber ist Jeffrey Tifton, der Sohn der Hausherrin, der sich schon bald als idealer Gefährte für all ihre Abenteuer erweist.

Meine Meinung:

Ich mag Familiengeschichten mit Geschwisterbeziehungen und war daher gleich neugierig auf Die Penderwicks.

Rosalind (12), Skye (11), Jane (10) und Batty (4) verbringen den Sommerurlaub mit ihrem Vater (vernarrt in Pflanzen und lateinische Sprichwörter) und Hound in einem Ferienhaus in den Berkshire Mountains. Arundel ist das Anwesen von Mrs Tifton, die vom ersten Augenblick feindselig ist, und keine Hunde mag. Ihr Sohn Jeffrey freundet sich zu ihrem Leidwesen mit den Penderwick-Schwestern an. 

Die Mädchen haben früh ihre Mutter verloren und so ihre eigenen Familienregeln entwickelt. Es gibt TÄPS (=Treffen älterer Penderwick Schwestern) und TAPS (=Treffen aller Penderwick Schwestern) und einen Kodex um die Familienehre der Penderwicks.

Jane spielt gerne Fußball und schreibt noch leidenschaftlicher Geschichten über ihre Kunstfigur Sabrina Starr. Skye ist impulsiv und hält sich nicht gerne an Regeln. Rosalind ist die älteste Schwester und übernimmt gern die Mutterrolle. Abends erzählt sie Batty Geschichten von ihrer verstorbenen Mum. Batty wendet sich mit ihren Sorgen lieber an Hound, dem sie alles anvertraut.  Doch egal was passiert, die Schwestern halten zusammen. Das hat mir echt gut gefallen.

Die Geschichte erzählt von den Erlebnissen des Sommers. Skye vergisst die Kekse im Ofen bis es qualmt, Batty muss vor einem wilden Stier gerettet werden, lässt ein Kaninchen entwischen und läuft auch mal weg. Jane und Skye ruinieren den Gartenwettbewerb von Mrs Tifton, Rosalind schwärmt für den Gärtner Cagney und so ist immer etwas los auf Arundel.

Mrs Tifton sieht es nicht gern, dass Jeffrey sich mit Jane und Skye so gut versteht. Im Laufe der Zeit kommt heraus, dass der Junge auf die Militärschule gehen soll, genau wie sein Großvater, obwohl er viel lieber Klavier spielen würde. Die Penderwick Schwestern versuchen ihm zu helfen. Doch kommen sie gegen die strenge Mutter an?

Der Schreibstil ist einfach gehalten und sehr passend für ein Kinder-/Jugendbuch. Eine gelungene Mischung aus Niedlichkeit und trockenem Humor. Sowie an den richtigen Stellen dramatisch.
Es geht darum, dass Kinder nach ihrer Meinung gefragt werden wollen und das man ihnen zuhört. Zwischen den Zeilen sind tolle Botschaften versteckt, die zum Nachdenken anregen.

Das Buch ist unterhaltsam, weil die Charaktere so sympathisch und liebevoll gestaltet sind. Man 
wünscht sich selbst Teil der Familie zu sein und am Ende wäre ich gerne noch länger geblieben.

Für alle Fans der Familie Gadsby von Natasha Farrant (Klick). Ich würde jederzeit den zweiten Teil lesen.

Fazit:

Eine tolle sommerliche Geschichte über Mut, Freundschaft und Durchsetzungskraft gegenüber Erwachsenen. Die Penderwick Schwestern haben Ecken und Kanten und erleben einige interessante Abenteuer. Das Buch überzeugt mit den sympathischen Charakteren und vielen versteckten Botschaften. Von mir gibt es dafür alle Sterne. Ich hatte echt großen Spaß beim Lesen. 

Reihe:

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Autorin:

266904Jeanne Birdsall, in den Fünfzigerjahren aufgewachsen in einem Vorort von Philadelphia, wollte bereits als 10-Jährige Kinderbücher schreiben. Doch erst im Alter von 42 begann sie ihre schriftstellerische Laufbahn. Ihr Debütroman »Die Penderwicks« erhielt bereits kurz nach seinem Erscheinen zahlreiche Auszeichnungen. Die Autorin lebt heute in Northampton, Massachusetts. (Quelle: Verlag)

Freitag, 12. Januar 2018

Rezension: Matilda und die Sommersonneninsel (Summer Girls Teil 1)

Titel: Matilda und die Sommersonneninsel
Autor/in: Martina Sahler / Heiko Wolz
Seitenanzahl: 256 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 12 / Sommer
Reihe: Teil 1
Preis: 9,99 EUR
ISBN: 978-3-551-65165-5
Verlag: Carlsen Verlag
Erschienen am 01.07.2016
www.carlsen.de 

Klappentext:

Sommer am Meer, Surfen und die erste Liebe:
Matilda, Emmy, Johanna und Merit leben auf der Insel. Sie sind die „Summer Girls“ und treffen sich meist bei Matilda, deren Vater eine Surfschule betreibt. Es ist Ferienbeginn, zahlreiche Anmeldungen flattern der Surfschule ins Haus. Es ist der erste Sommer, in dem die Mädchen die Jungs im Auge haben, die sie vor wenigen Monaten noch rundweg blöd fanden.


Meine Meinung:

Es geht um eine deutsche Insel, auf der vier Freundinnen leben, wo andere Leute Urlaub machen. Sie sind unterschiedlich, aber immer füreinander da, und sie nennen sich die Summer Girls, denn sie wollen einen fantastischen Sommer erleben.

Im ersten Teil geht es um die 14-jährige Matilda. Ihre Familie betreibt eine Surfschule, in der jeder seine Aufgabe hat. Matilda betreut die Grundschulkinder, träumt aber von Aufgaben mit mehr Kompetenz. Leider steht ihr dazu ihr aufbrausendes Temperament im Weg, mit dem sie öfter den Familienfrieden durcheinander bringt.

Als der 15-jährige Lasse auf dem Bossenhof und in Matildas Mini-Kurs auftaucht, schleicht er sich damit auch leise in ihr Herz. Doch Matilda hat sich geschworen, nie etwas mit einem Jungen vom Festland anzufangen. Sie möchte einen Freund von der Insel, aber Lasse geht ihr nicht mehr aus dem Kopf.
Die Summer Girls sollen helfen, doch irgendwie ist auch jedes Mädchen mit sich und ihren eigenen Problemen beschäftigt. Davon werden wir mehr in den Folgebänden erfahren. 

Einfühlsam und nachvollziehbar wird Matildas Geschichte in der dritten Person erzählt. Es gibt keine Klischees oder künstliche Dramen. Das macht dieses ruhige Buch zu etwas besonderem. Es ist eine Geschichte wie sie jedem passieren kann und damit zeitlos. 

Der leichte Schreibstil und die sommerlichen Metaphern bringen echten Lesespaß. Die Entwicklung der Charaktere auf den wenigen Seiten geht schnell, doch das ist für ein Jugendbuch völlig in Ordnung. Dafür hat man beim Lesen durchgängig das Meer, das Schreien der Möwen und den Wind gespürt.

Matilda ist durch ihre impulsiven Ausbrüche ein Mädchen mit dem man sich gut identifizieren kann. Sie macht Fehler, steht dann aber auch dafür ein. Das ist sympathisch. Sie spielt nicht mit Lasse, sondern sagt ihm die Wahrheit. Das alles hat mir echt gut gefallen.

Die Summer Girls waren mir manchmal zu aufgedreht, aber ok, mit 14 ist das Leben halt echt aufregend. Ich freue mich jedenfalls auf Teil 2 in dem Bücherwürmchen Emmy mit ihrem VLOG und dem Gothicstil die Hauptrolle spielt. 

Fazit:

Ein tolles Buch über Freundschaft, die erste Liebe, Mut etwas zu wagen und sich in der eigenen Familie zu behaupten. Interessante Charaktere und ein geniales Setting. Ein echter Lesetipp für (junge) Mädchen und die es geblieben sind. Von mir gibt es alle fünf Sterne. 

Reihe:

 

  1. Matilda und die Sommersonneninsel
  2. Emmy und die perfekte Welle
  3. Merit und das Glück im Sommerwind (Erscheint am 31.05.2018) 

Autoren:

Martina Sahler studierte Germanistik und Anglistik in Köln und arbeitete viele Jahre als Lektorin für verschiedene Verlage, bevor sie herausfand, dass ihr das Ausdenken und Schreiben von Geschichten noch viel mehr Spaß macht als das Bearbeiten von Manuskripten. Seit vielen Jahren veröffentlicht sie Jugendbücher und Romane. Mit ihrer Familie und zwei Katzen lebt sie im Bergischen Land. Mehr über sie unter www.martinasahler.de
(Quelle: Verlag) 

Heiko Wolz, Jahrgang 1977, war Buchhändler und Mitarbeiter in einem Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung, bis seine Frau und die vier Kinder ihn zum Hausmann erklärten. Seine skurril-witzigen Romane und Erzählungen schreibt er nun zwischen Herd und Puppenhaus, Bügelbrett und Ritterburg. Heiko Wolz lebt mit seiner Familie, zu der auch ein Weißer Schweizer Schäferhund sowie eine Katze unbestimmter Herkunft gehören, in Unterfranken auf dem Land. (Quelle: Verlag) 

Sonntag, 3. September 2017

Rezension: PS: Ich mag dich von Kasie West

Titel: PS: Ich mag dich
Autorin: Kasie West
Originaltitel: PS: I Like You
Seitenanzahl: 368 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 12
Reihe: Nein
Preis: ab 12,99 EUR
ISBN: 978-3-551-58366-6
Verlag: Carlsen

Erschienen am 28.07.2017
www.carlsen.de 

Klappentext:

Im Chemieunterricht kritzelt Lily eine Zeile aus ihrem Lieblingslied auf den Tisch – und erlebt eine Überraschung: Am nächsten Tag hat jemand geantwortet, der den Song auch kennt! Schnell entwickelt sich zwischen ihr und dem namenlosen Schreiber eine Brieffreundschaft. Sie tauschen Musiktipps und lustige Geschichten aus, aber auch geheime Wünsche und Sorgen. Mit jedem Zettel verliert Lily ihr Herz ein bisschen mehr an den Unbekannten. Doch als sie herausfindet, wer ihr da schreibt, wird alles plötzlich ziemlich turbulent. ---

Meine Meinung:

Der Klappentext klingt nicht unbedingt nach einer neuen Idee (vlg. Email für dich, SMS für dich etc.), aber ich war trotzdem sehr neugierig, als ich Kasie West' neues Buch in der Carlsen Vorschau entdeckt habe.

Die Protagonistin Lily war mir von der ersten Seite an sympathisch. Sie ist ein bisschen der Underdog der Geschichte, schämt sich etwas für ihre große (verrückte) Familie und versucht sich durch ihren Kleidungstil von ihren Klassenkameraden abzugrenzen, mit denen sie nicht so viel anfangen kann. 
Lily schreibt gerne Songtexte und träumt von einer Zukunft als Songwriterin. Fremde Leute sollen ihre Songs singen. Um selbst vor Publikum aufzutreten, dazu ist sie zu schüchtern, und sie versucht diese Unsicherheit mit ihren ironischen Sprüchen und Sticheleien zu verstecken. Als Leser merkt man schnell, dass Lily ein herzensguter Mensch ist, der seinen Platz in der Welt sucht.

Lilys beste Freundin Isabel hat immer Verständnis für das Mädchen und ihre kleinen Spleens. Das wirkte zuerst perfekt, aber als Lily eines Tages eine anonyme Brieffreundschaft mit einem Unbekannten aus einem anderen Chemiekurs anfängt, wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt.

Lily erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive. Der Schreibstil ist angenehm. Man kann abwechselnd schmunzeln und sich mit Lily aufregen. Ich war ab der ersten Seite gebannt und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es gibt keine langen Szenen und durch die vielen Briefchen und Songtexte lässt sich das Buch sehr schnell lesen.

Nach dem Ende kann ich sagen, dass die Grundidee des Buches vielleicht nicht neu ist, aber die Autorin doch wieder etwas ganz Eigenes daraus gemacht hat. Als Leser ahnt man schnell, wer der Brieffreund ist, und trotzdem wurde es nicht langweilig. Im Gegenteil. Nach und nach kamen die Fakten auf den Tisch und man konnte Lilys verzwickte Gefühle verstehen. Das ein oder andere Hinundher sollte man dabei verschmerzen können.   

Ich fand es sehr interessant, wie sich der Inhalt der Briefe vom Verhalten des Brieffreundes unterschieden hat. Das hat verdeutlicht, dass wir die meisten Leute einfach oberflächlich abstempeln ohne ihre wahren Motive oder Gefühle zu kennen. Es ist ein Appell sich die Zeit zu nehmen und andere Menschen wirklich kennenzulernen, bevor man sich ein Urteil über sie bildet. 
Zusammen mit Lily ändern wir selbst unsere Meinung über den vermeintlichen Bad-Boy-Idioten, der eigentlich keiner ist, obwohl Lily es immer so gesehen hat. Denn wenn man die Story Revue passieren lässt, lassen sich viele Schlüsselszenen anders interpretieren. Das ist genial.

Mir hat das Buch großen Spaß gemacht. Sicher könnte man Kleinigkeiten noch verbessern, denn manche Reaktionen vom Briefeschreiber oder von Oberzicke Sasha konnte ich nicht immer nachvollziehen, aber das fällt nicht weiter ins Gewicht. Genauso muss man eben mit typischen Klischees leben (Zickenkrieg olé). Unterm Strich glaube ich die Geschichte und das ist mir wichtig.

Die Songtexte wirken etwas holprig, was sicher an der deutschen Übersetzung liegt. Vielleicht hätte man sie lieber im Original belassen sollen. 

Ansonsten kann ich das Buch jedem empfehlen, der Bücher von Morgan Matson, Kody Keplinger oder Simone Elkeles mag.


Fazit:

Obwohl die Geschichte sehr vorhersehbar erscheint, hat die Autorin etwas Eigenes daraus gemacht, indem sie Umwege und unerwartete Wendungen eingebaut hat. Die Charaktere entwickeln sich. Sie müssen lernen Vorurteile abzubauen und alte Konflikte zu überwinden. Ganz ohne Klischees kommt das Buch nicht aus (Es lebe der Zickenkrieg!), aber ich hatte großen Spaß beim Lesen und konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Es ist mein Monatshighlight und erhält alle fünf Sterne. 

Ich danke dem Carlsen Verlag für das Rezensionsexemplar! 

 

Weitere Bücher:


Autorin:

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Kasie West lebt mit ihrer Familie in Kalifornien. Wenn sie keine Geschichten schreibt oder die Nächte durchliest, verbringt sie ihre Zeit auf dem Wakeboard oder hört schnulzige Alternative-Rock-Lieder. (Quelle: Verlag)

Freitag, 14. Juli 2017

Rezension: Mein Herz gehört dir von Marie Force

Titel: Mein Herz gehört dir
Autorin: Marie Force
Originaltitel: I Saw Her Standing There
Seitenanzahl: 528 Seiten
Genre: Liebesroman/Erotik
Reihe: Teil 3 (einzeln lesbar)
Preis: 9,99 EUR
ISBN: 978-3596296217
Verlag: Fischer Taschenbuch

Erschienen am 26.01.2017 
www.fischerverlage.de 

Klappentext:

Colton Abbott und Lucy Mulvaney haben eine Affäre. Aber keiner ahnt etwas davon – und das soll auch so bleiben. Jetzt möchten die zwei ein romantisches Wochenende im Ferienhaus der Abbotts verbringen. Zu dumm, dass Coltons Bruder und seine Verlobte Cameron dieselbe Idee hatten und die beiden in flagranti erwischen. Ist dies das Ende ihrer Affäre oder der Beginn für etwas Dauerhaftes?
Lucy Mulvaney liebt die Stadt. Und zwar die eine: New York City. Hier lebt und arbeitet sie. Nur mit der Liebe hatte sie noch kein Glück. Aber das ist gerade völlig in Ordnung für sie, denn der Job kostet sie all ihre Zeit: Da ihre beste Freundin und Chefin Cameron zu ihrer großen Liebe Will nach Vermont gezogen ist, überträgt sie Lucy viel Verantwortung. Cameron ahnt jedoch nicht, dass auch Lucy seit ihrem Kurzbesuch in Vermont eine ganz besondere Beziehung dorthin hat: eine intensive Affäre mit Colton Abbott. 


Meine Meinung:

Band 1 der Green Mountain Serie (=Alles, was du suchst) hatte mir gut gefallen und ich hatte wieder Sehnsucht nach Famlie Abbott und dem Ort Butler in Vermont. Allerdings hat mich der zweite Teil inhaltlich nicht so angesprochen, daher habe gleich Nr. 3 gewählt.

Diesmal steht Colton Abbott im Vordergrund. Der 26-jährige lebt zurückgezogen auf einem Berg und kümmert sich fast im Alleingang um die Herstellung des Ahornsirups. Ohne Strom, fließend Wasser und Telefon ist er die Einsamkeit gewöhnt. Nur sonntags kommt er zu den wöchentlichen Familientreffen ins Tal. Colton ist eines der 10 Geschwister, um die sich diese Buchreihe dreht. Gemeinsam führt die Familie einen Laden, indem es scheinbar alles gibt, was man sich vorstellen kann.

Lucy ist Camerons (Band 1) beste Freundin aus New York, die für die Erstellung der Website des Ladens nach Butler gekommen ist. So ist sie auf den verspielten und lebenslustigen Colton aufmerksam geworden. Er erinnert immer an einen kleinen Jungen mit Schalk im Nacken. Gleichzeitig passt aber auch das raue Almöhi Leben zu ihm.

Das Buch startet mitten im Geschehen. Bisher haben sich Colton und Lucy nur locker an den Wochenenden getroffen. Beide wollten nichts Ernstes und haben auch niemanden von ihren Treffen erzählt. Doch nun steht ihre Beziehung vor einem Wendepunkt. Sollen sie ihrer Familie von sich erzählen oder sich lieber trennen, da ihre Vorstellungen und Leben so unterschiedlich sind.

Der Plot ähnelt schon sehr der Geschichte aus dem ersten Teil. Da wäre eine neue Idee einfach schöner gewesen. Lucy lebt und arbeitet in New York und möchte dort auf keinen Fall weg. Für Colton kommt es aber auch nicht infrage, seinen Berg und die Ahornsirupherstellung hinter sich zu lassen. Wie sollen sie also eine Beziehung mit Zukunft führen? Auf 500 Seiten gehen wir dieser Frage auf den Grund.
Ich hätte mich gefreut, wenn inhaltlich etwas mehr passiert wäre. Natürlich lebt das Buch wieder von den tollen und warmherzigen Charakteren, aber hier wirkt der Mittelteil einfach ideenlos. Statt echter Handlung gibt es unheimlich viele erotische Szenen. Gerade zu Beginn kommen die beiden aus dem Bett nicht heraus. Da hätte ich mir einfach mehr "Sich-Ineinander-verlieben" gewünscht. Das wird hier übersprungen. 

Auch würde ich mir wünschen, dass die Autorin ihren Leserinnen mehr Niveau zutrauen würde. Anders kann ich mir nicht erklären, warum (Achtung Spoiler:) Hannah seitenlang nicht merkt, dass sie schwanger ist, obwohl es so offensichtlich ist. Ich meine die beiden verhüten nicht und wünschen sich ein Kind. Da sollte man das doch in Betracht ziehen. Hannahs Begriffsstutzigkeit war schon fast beleidigend. (Spoiler Ende!)

Doch obwohl die Geschichte so vorhersehbar ist, war es auch nicht wirklich langweilig. Es ist wie bei einer Seifenoper. Man liebt und lebt und hasst mit den Personen mit. Und das Ende war für mich sogar recht überraschend. Das hat den schleppenden Mittelteil wieder etwas gut gemacht.

Der Schreibstil ist warmherzig und humorvoll. Die Szenen sind detailliert und sehr ausführlich. So ist man bei allem immer dabei. Neben Colton und Lucy wird auch die Geschichte von Hannah und Nolan (Band 2) und Cameron und Will (Band 1) weitererzählt. 
Alle Charaktere in dieser Wohlfühlromanze sagen und tun immer das Richtige, haben stets Verständnis und verzeihen alles. Das muss man mögen. Der dezente Humor sorgt für gute Unterhaltung. Diesmal fand ich auch die Beschreibung  über die Herstellung des Ahornsirups echt interessant. Zu Beginn jedes Kapitels gibt es nämlich einen Auszug aus Colton Abbotts Siruptagebuch.

Colton habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Es war total süß, wie sein kleiner Bruder ihn in die Handhabung eines Handys eingewiesen hat, und wie er zum ersten Mal nach New York geflogen ist, und sich in der großen Stadt zurecht finden musste. Er ist einfach echt sympathisch und hat immer alles für Lucy gemacht.
Mit ihr bin ich leider nicht so warm geworden. Ihr Verhalten passte nicht zu ihrem Hintergrund als erfolgreiche Geschäftsfrau. Ständig hatte sie Angst und hat Colton zurückgewiesen. Das war eher anstrengend, als das es die Geschichte spannender gemacht hätte.

Die Probleme und Bedenken einer Fernbeziehung fand ich allerdings sehr glaubhaft. Jeder der sich schonmal in so einer Situation befunden hat, kann sich vorstellen, wie schwer es ist, Familie und Beruf hinter sich zu lassen. Das muss man sich schon gut überlegen. 

Unterm Strich bleibt das Buch eine nette Geschichte für zwischendurch, aber kein Highlight. Es ist eher dafür geeignet, wenn man in der Reihe weiterlesen möchte. Wer einen tollen und schönen Liebesroman sucht, sollte lieber zu einem anderen Buch greifen.

Am Ende gibt es durch die beiden Kuppler der Familie Abbott einen Ausblick auf die Folgebände und ich werde sicher nochmal zurück nach Butler und ihren sympathischen Bewohnern zurückkommen. 

Fazit:

Es war schön nach Vermont und zu Familie Abbott zurückzukommen. Inhaltlich hätte ich mir aber mehr von der Geschichte gewünscht. Der Plot ist langatmig und ohne echte Highlights. Es sind wieder die warmherzigen Charaktere, die überzeugen können. Ich würde es daher nur Fans der ersten Teile empfehlen. Da ich trotzdem Spaß beim Lesen hatte, gibt es 3,5 Sterne. Großzügig aufgerundet auf vier.

Reihe:

Green Mountain Serie

  1. Alles, was du suchst
  2. Kein Tag ohne dich
  3. Mein Herz gehört dir
  4. Schenk mir deine Träume
  5. Sehnsucht nach dir 
  6. Öffne mir dein Herz (erscheint am 24.08.2017)


Green Mountain Kurzgeschichten

Autorin:

21975909Als Marie Force Urlaub in Vermont, USA, machte, spürte sie sofort, dass diese wunderschöne, unberührte Landschaft die perfekte Kulisse für unwiderstehlichen Lesestoff bietet. Auf der Suche nach Souvenirs entdeckte sie in einer idyllischen Kleinstadt den Green Mountain Country Store und lernte dessen Besitzer kennen: eine moderne und sympathische Familie, die mit großer Freude heimische Produkte verkauft. Und schon sah Marie Force das Setting für die Romane vor sich. Fehlt nur noch die Liebe … aber die findet sich in Butler, dem fiktiven Städtchen in dieser Serie, zum Glück an jeder Ecke.
Marie Force lebt mit ihrer Familie in Rhode Island, USA, sie ist New-York-Times- sowie SPIEGEL-Bestsellerautorin, und allein in den USA verkauften sich ihre Bücher über 4 Millionen Mal.
(Quelle: Verlag)

Sonntag, 25. Juni 2017

Rezension: *Mustang Creek* Sehnsucht ist mein Wort für dich von Linda Lael Miller

Titel: Sehnsucht ist mein Wort für dich
Autorin: Linda Lael Miller
Originaltitel: Once a Rancher
Seitenanzahl: 304 Seiten
Genre: Liebesroman/ Familie
Reihe: Teil 1 von 3
Preis: 9,99 EUR
ISBN: 9783956496387
Verlag: mtb

Erschienen am 06.02.2017
www.harpercollins.de 

Klappentext:

Hotelmanagerin Grace hätte nie gedacht, dass ein berühmter Filmemacher wie Slater Carson eines Tages ihr Ritter in schimmernder Rüstung sein könnte. Doch als der Sohn ihres Exmannes in Schwierigkeiten gerät, bietet Slater sofort an, sich um ihn zu kümmern und ihn auf seiner Ranch zu beschäftigen. Schnell stellt Grace fest: Slater tut es vor allem für sie – was sein heißer Kuss verrät. Das Glück scheint so nah … aber plötzlich taucht ihr Ex in Mustang Creek auf.

Meine Meinung:

Ach ich mag einfach Geschichten über Cowboys, den Wilden Westen und das Leben auf einer Ranch. Daher war ich sofort neugierig auf die neue Mustang Creek Reihe.

Auf der Carson Ranch in Wyoming trifft man durchgängig auf sympathische Charaktere. Die Brüder Slater, Drake und Mace teilen sich die verschiedenen Aufgaben, wie das Weingut, die Rinder oder die Verwaltung. Sie sind Cowboys durch und durch und tun alles für die Familie. Ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen und mich zu Hause gefühlt.

Slater ist neben seiner Arbeit als Rancher vor allen Dingen Filmproduzent. Als er eines Abends die wütende Grace Emery in seinem Büro vorfindet, ist es um ihn geschehen.
Grace ist taff. Als ehemalige Polizistin lässt sie sich von niemanden etwas vormachen und glänzt auch als Holtelmangagerin. Sie kümmert sich um ihren Stiefsohn Ryder und hat damit alle Hände voll zu tun. 

Während Grace mich sofort auf ihre Seite ziehen konnte, war Slater für mich nicht so greifbar. Cowboy, Rancher, Produzent, Frauenheld, Vater und plötzlich verliebter Teenie? Er hatte soviele Facetten, dass es mir manchmal schwer fiel ihn einzuordnen.
Da konnten die Brüder Mace und Drake schon mehr punkten. Sie waren immer für einen Scherz zu haben, hatten ständig eine Wette laufen und immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Alle haben ihr Herz am rechten Fleck. Man darf sich also schonmal auf die Folgebände freuen, in denen die Brüder die jeweilige Hauptrolle spielen.

Die Charaktere sind wirklich interessant gestaltet. Sie sind normale Menschen mit normalen Problemen und überzeugen durch ihre Herzlichkeit und ihren Humor. Es gibt keine kaputten Geschichten aus der Vergangenheit, die hier gemeinsam aufgearbeitet werden müssen. Das war ziemlich erfrischend.
Auch die anderen Personen der Ranch wie Cowboy Red oder Stiefsohn Ryder musste man einfach in sein Herz schließen.

Die Story ist dafür nicht gerade tiefgründig oder besonders überraschend, aber ich denke, niemand der sich für dieses Genre entscheidet, erwartet hochtrabende Literatur. Hier gibt es leichte Kost, eine heile Welt, ganz viel Romantik, dazu etwas Kitsch und ziemlich viel zum schmunzeln. Das Buch ist kein Erotikroman, sondern eine Liebesgeschichte, die gute Laune verbreitet.
Hier sagt jeder immer irgendwie das Richtige und es gibt keine blöden Spielchen.

Das Verhalten der Personen sollte man dabei nicht immer hinterfragen, denn teilweise erinnerte mich Slaters Verhalten eher an einen verliebten Teenager, als an einen Mann Mitte dreißig. Oder welcher 35-jährige denkt nach einer gemeinsamen Nacht sofort an Hochzeit, wenn er vorher nie eine ernsthafte Beziehung hatte? Doch irgendwie passt es auch zu Slater und Grace. Die ganze Liebesgeschichte ist eher unkonventionell und daher auch schon wieder interessant.

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten. Man kann das Buch weglesen und dabei abschalten. Als Spannungsfaktor hat die Autorin einen Stalker eingebaut. Das hat die Geschichte etwas aufgepeppt, auch wenn es natürlich interessanter gewesen wäre, wenn man nicht von Anfang an gewusst hätte, um wen es sich handelt. 

Insgesamt hatte ich Spaß beim Lesen und kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Wer auf harte Kerle, mit weichem Kern steht und gerne Geschichte a la Heartland mag, wird mit dem Buch bestimmt seine Freude haben.


Fazit:

In diesem leichten Liebesroman trifft man auf sympathische Charaktere, die ihr Herz am rechten Fleck haben. Die Handlung bietet keine großen Überraschungen, dafür bekommt man ganz viel Wärme, Herzlichkeit und Humor. Besuch die Carson Brüder in Wyoming und nimm dir mit diesem Buch eine entspannte Auszeit vom Alltag. Einfach abtauchen, ausruhen und mitträumen. Dafür ist Mustang Creek das perfekte Buch. Wer überraschende Wendungen, eine tiefgründige Story oder Erotik erwartet, sollte aber lieber die Finger davon lassen. Von mir gibt es vier tolle Sterne.

Reihe:

Mustang Creek - Sehnsucht ist mein Wort für dichMustang Creek - Liebe ist mein Gefühl für dichMustang Creek - Glück ist mein Geschenk für dich 

1) Sehnsucht ist mein Wort für dich
2) Liebe ist mein Gefühl für dich (erscheint am 11.09.2017)
3) Glück ist mein Geschenk für dich (erscheint am 18.03.2018)

👇

Ich danke 

http://www.mira-taschenbuch.de/


für das Rezensionsexemplar!

Autorin:

26071569Linda Lael Miller wurde als Tochter eines Town Marshalls in Washington geboren. Natürlich wurde sie auch durch den Beruf ihres Vaters in den „Western lifestyle“ hineingeboren, der ihr Leben prägte. Sie verließ Washington und folgte ihrem Fernweh. Sie lebte in Arizona und London (Europa) und reiste rund um die Erde. Nach diesem Herumreisen und mehr als 100 Romanen später, ist die „First Lady oft he west“, wie sie liebevoll und anerkennend von ihren Fans genannt wird, glücklich wieder zu Hause zu sein. In der Heimat widmet sie sich dem Schreiben von zeitgenössischen und historischen Romanen, die ihr bereits Preise und Platzieren auf nationalen Bestsellerlisten gebracht haben. Ihre Karriere als Autorin begann damit, dass ein Lehrer in Northport ihr ein Lob für ihre Geschichten und Aufsätze gab und ihr voraussagte mal eine gute Autorin zu werden. Bis zu dem Verkauf von „Fletcher’s woman“ im Jahre 1983 als Taschenbuch verfasste sie historische, zeitgenössische, paranormale Geschichten und Thriller. Danach konzentrierte sie sich auf das Schreiben von Romanen mit einem klaren Fokus auf die Western Kultur. Die „Romance Writers of America“ zeichneten sie 2007 mit dem angesehenen „Nora Roberts Lifetime Achievement“ – Preis 2007 aus. (Quelle: Verlag)

Freitag, 31. März 2017

Rezension: Solange wir lügen von E. Lockhart

Titel: Solange wir lügen
Autorin: E. Lockhart
Originaltitel: we were liars
Seitenanzahl: 320 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 14 J.
Reihe: Nein
Preis: 14,99 EUR
ISBN: 978-3473401307
Verlag: Ravensburger Buchverlag
Erschienen am 01.11.2015 
www.ravensburger.de 

Klappentext:

Eine wohlhabende und angesehene Familie. Eine Privatinsel vor der Küste Massachusetts. Ein Mädchen ohne Erinnerungen. Vier Jugendliche, deren Freundschaft in einer Katastrophe endet. Ein Unfall. Ein schreckliches Geheimnis. Nichts als Lügen. Wahre Liebe. Die Wahrheit.

Meine Meinung:

In meinen Augen ist E. Lockhart eine der genialsten Schriftstellerinnen aller Zeiten. Ihre Bücher sind brillant, gesellschaftskritisch und gleichzeitig verwirrend. Ich habe ihre Ruby Oliver-Reihe geliebt und fand auch Frankie Landau-Banks total genial.
Daher stand Solange wir lügen schon sehr lange auf meiner Wunschliste.

Wer die Autorin nicht kennt, wird sich zuerst über den Schreibstil wundern. Es wird auch nicht jedem Leser gefallen, denn man denkt: Huch, welcher Fünftklässler hat sich denn hier ausgelassen? 
Das ganze Buch besteht aus abgehackten Sätzen, Aufzählungen und Wiederholungen. Zwischendurch gibt es nochmal Ausflüge ins Märchenbuch. Aber die Mischung ist einfach total GENIAL. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll.

Der Stil ist einmalig. Die Texte werden mit jedem Satz und jeder Seite eindringlicher. Es wird Spannung aufgebaut. Und man weiß einfach nicht worauf das Buch hinausläuft. Liebesgeschichte? Thriller? Familienroman? Es könnte alles möglich sein.

Eine reiche Familie mit Leichen im Keller. Das wird auf der ersten Seite klar. Aber man kann einfach nicht erkennen, was genau passieren wird. Und bei E.Lockhart ist es nie etwas 0815-mäßiges. Daher war ich an die Seiten gefesselt und habe das Buch innerhalb eines Tages durchgelesen.

Die Figuren bleiben distanziert. Man weiß eigentlich überhaupt nichts über niemanden. Die ganze Geschichte spielt sich auf der Privatinsel ab. Der Großvater ist das Oberhaupt der Familie. Die drei Töchter und ihre Enkel spielen die Statisten. Hierfür fand ich die Familienaufstellung zu Beginn des Buches sehr hilfreich.

Enkelin Cadence erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht. Sie hat bei einem Unfall teilweise ihr Gedächtnis verloren und möchte die Erinnerungen mit Hilfe der Familie wiederbekommen. Und was dabei ans Licht kommt, ist einfach erschreckend.

Das Buch ist wirklich lesenswert. Besonders wenn man mal etwas Abwechslung zu den "normalen" Jugendbüchern haben möchte. Es nimmt einen mit auf eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Man wird heulen, man wird das Buch hassen, man wird fluchen und sich fragen, warum man sich das antut, aber man wird trotzdem weiterlesen. Weil aufhören einfach keine Option ist.

Trotz der Genialität sind für mich einige Dinge einfach zu offen geblieben. Etwas mehr Hintergrundinfos hätten manchmal nicht geschadet. Klar, soll sich jeder selbst seine Gedanken machen, aber mir fehlte es für die runde Sache. Daher vergebe ich nicht alle Sterne. Aber das ist einfach Geschmackssache, kein wirklicher Mangel des Buches.

Fazit:

Brillant, intelligent und verwirrend anders. Das Buch nimmt einen mit auf eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Man wird heulen, man wird das Buch hassen, man wird fluchen und sich fragen, warum man sich das antut, aber man wird trotzdem weiterlesen, weil aufhören einfach keine Option ist. 
Jeder der mal etwas anderes lesen möchte, sollte sich das Buch näher ansehen. Es ist einfach unvergleichlich genial. Mir waren manche Dinge nicht rund genug, daher einen kleinen Stern Abzug. Trotzdem ein TOP-TIPP.

 

Weitere rezensierte Bücher:


Autorin:

18339662Emily Lockhart studierte Schreiben und Literatur an der Vassar und an der Columbia University und steht im ständigen Austausch mit ihren Fans.  (Quelle: Amazon)
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