Posts mit dem Label Debüt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Debüt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 17. Juli 2018

Rezension: Step by Step. Herzschlag im Dreivierteltakt

Titel: Step by Step. Herzschlag im Dreivierteltakt
Autorin: Verena Bachmann
Seitenanzahl: 209 Seiten
Genre: Young Adult/ Liebe
Reihe: Nein
Preis: 3,99 EUR
ISBN: 978-3-646-60324-8
Verlag: Impress

Erschienen am 03.05.2018
www.carlsen.de 

Klappentext:

Tanzen gehört so gar nicht zu den Talenten von Schulsprecherin Hayne. Und trotzdem steht die Vorzeigeschülerin nun vor der Herausforderung, eine Choreographie für das Frühlingsfest der Schule vorzubereiten und obendrein auch noch einen geeigneten Tanzpartner zu finden. Mädchenschwarm Arthur kommt ihr da mit seinen Tanzkünsten gerade recht. Doch das Ganze hat seinen Preis: Dafür, dass Arthur ihr das Tanzen beibringt, muss Hayne seine Freundin spielen. Was für beide anfangs nur ein Mittel zum Zweck ist, entwickelt sich Schritt für Schritt zu etwas, das die Herzen der beiden ziemlich aus dem Takt bringt… 

Meine Meinung:

Durch Zufall bin ich auf diese süße Geschichte gestoßen. Bisher war ich "Tanzbüchern" gegenüber eher skeptisch eingestellt, denn für mich wirken Tänze vor allem auf dem Bildschirm, nicht aber im Buch. Doch Step by Step hat mich von der ersten Seite an verzaubert.

Die 17-jährige Hayne erzählt die Story aus ihrer Sicht. Sie ist ein bodenständiges Mädchen, das auf den ersten Blick sehr spießig daherkommt. 
Als Schulsprecherin hat sie auf der Privatschule das Sagen und ihre Mitschüler haben regelrecht Angst vor ihr. Dabei ist Hayne nicht gemein, sondern ehrgeizig und möchte für alle immer nur das Beste. Allerdings traut sie keinem anderen Menschen weit über den Weg und erledigt lieber alle anfallenden Arbeiten allein. Das ist der Grund warum sie bisher keine Dates hatte. Die Jungs fürchten ihren berüchtigten Schulterwurf und meiden sie. 
Die Ausnahme bildet Arthur. Er ist ein Sunnyboy dem alles zu zufliegen scheint. Hayne findet ihn eher nervig und ist zuerst nicht begeistert, als er ihr vorschlägt, ihr neuer Tanzpartner zu werden. Doch Hayne bleibt nichts anderes übrig, wenn sie den Eröffnungstanz bis zur Schulaufführung fertig bekommen möchte. Als Gegenleistung soll sie Arthur's Freundin spielen. Was Hayne nicht weiter hinterfragt, denn sie ist eher praktisch veranlagt. Und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Hayne und Arthur sind wirklich toll zusammen. Sie liefern sich unterhaltsame Wortgefechte. Die Chemie der beiden stimmt einfach und davon lebt die Geschichte. 

Zu meiner großen Freude verzichtet die Autorin auf doofe Missverständnisse und lässt die Protagonisten Klartext reden. Hayne besteht auf Ehrlichkeit gegenüber ihren Freunden und gibt zu, dass sie mit Arthur lediglich eine "Fake-Beziehung" führt. Damit geht das Buch einmal einen ganz anderen Weg, als ähnliche Geschichten wo am Ende die Lüge auffliegt und alles platzen lässt. Step by Step wirkt deshalb sehr authentisch und normal. Das hat mir richtig gut gefallen. Es muss nicht immer ein künstliches Drama sein. Hier wird herzlich darüber geschrieben, wie sich zwei Menschen ineinander verlieben, die vorher nicht bereit dazu waren. Dazu gibt es eine Prise Romantik und Kitsch á la Dirty Dancing und Cinderella und fertig ist der Roman.

Der Schreibstil ist leicht und unterhaltsam. Ich musste mich zwar erst an die Schachtelsätze gewöhnen, doch einmal eingelesen, konnte ich den E-Reader nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte hat mich unheimlich gefesselt und ich wollte wissen wie es weitergeht. Klar ist die Story auf einer Seite vorhersehbar, denn man kann das Rad ja nicht immer neu erfinden. Aber was soll's. Wer eine süße romantische Geschichte sucht, ist mit diesem Buch gut beraten.

Fairerweise muss ich sagen, dass das Tanzen eher ein Aufhänger ist und nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Doch da Choreographien eben eher auf dem Fernsehbildschirm wirken, hat es mich hier nicht weiter gestört. 

Sehr gelungen sind auch die Nebencharaktere. Besonders Hayne's Mutter und ihre Freundinnen tragen zu einer guten Unterhaltung bei. 
 

Fazit:

Ich habe wenig von Step by Step erwartet und wurde umso mehr überrascht. Hayne und Arthur konnten mich von der ersten Seite an fesseln und begeistern. Ohne künstliches Drama wird beschrieben, wie die beiden sich ineinander verlieben. Dazu gibt es eine Prise Kitsch und Romantik á la Dirty Dancing meets Disney Prinzessin und fertig ist die Story. Klar ist es etwas vorhersehbar, aber das macht irgendwie nichts. Die Handlung lebt von der Chemie der Hauptfiguren und ist sehr authentisch und normal. Das hat mir wirklich gut gefallen und wer süße romantisch-lustige Geschichten mag, kann hier nichts verkehrt machen. Von mir gibt es alle fünf Sterne. 
 

Autorin:

Verena Bachmann, geb.1987 in Aschaffenburg, lebt mit Hund und Katzen in einem kleinen Dorf im schönen Spessart. Nach einem freiwilligen ökologischen Jahr absolvierte sie eine Ausbildung zur Industriekauffrau und arbeitet heute in einem Unternehmen für Modeaccessoires. Die Liebe zu Büchern weckte im Grundschulalter Enid Blyton und inzwischen stapeln sich die vielseitigsten Romane in ihren Regalen. Doch trotz bunter Auswahl reichte lesen allein irgendwann nicht mehr aus und so beschloss sie ihre eigenen Gedanken ebenfalls einmal zu Papier zu bringen. (Quelle: Verlag)

Freitag, 30. März 2018

Rezension: Milchmädchen von G.R. Gemin

Titel: Milchmädchen
Autor: G.R. Gemin
Originaltitel: Cowgirl
Seitenanzahl: 272 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 12 J.
Reihe: Nein
Preis: 16,99 EUR
ISBN: 978-3-551-56026-1
Verlag: Königskinder

Erschienen am 18.03.2016
www.carlsen.de 

Klappentext:

Zwölf Kühe mitten in einem schäbigen walisischen Wohngebiet verstecken? Das bleibt doch niemals unbemerkt! Aber Gemmas Leben ist sowieso total durcheinander – ihr Vater ist im Knast, die Mutter abgekämpft und der kleine Bruder nervt einfach nur. Und wie sie sich mit der komischen, starken Außenseiterin Kate angefreundet hat, weiß sie eigentlich selbst nicht. Aber Kate braucht Gemmas Hilfe, damit ihre Kühe nicht verkauft werden müssen.
Gemmas Nachbarn kümmern sich normalerweise nicht so um andere Leute – geschweige denn um Tiere. Doch nun stehen dicke, muhende, Gras fressende Kühe in ihren Gärten. Und setzen einiges in Bewegung!

Meine Meinung:

Mich hat das Buch sofort angesprochen, da ich den Handlungsort interessant finde und Kühe sowieso mag.

Die Geschichte wird aus der Sicht der 13-jährigen Gemma erzählt. Zu Hause in der Bryn Mawr Siedlung in Südwales ist das Leben mittlerweile hart geworden. Die alten Leute trauen sich abends nicht mehr auf die Straße, da sie Angst vor Überfällen und Einbrüchen haben. Es herrscht Hoffnungslosigkeit und das Recht des Stärkeren.

Auch Gemma träumt von alten und besseren Zeiten, als ihr Vater noch nicht im Knast und ihre Mutter nicht so überarbeitet war. Mit ihrem Bruder Darren liegt sie ständig im Streit und in der Schule hat sie sich einer Mädchenclique angeschlossen, vor der sie aber mehr Angst als Rückhalt hat.

Als Gemma durch Zufall ihre Mitschülerin Kate näher kennenlernt, ändert sich alles. Zwischen den beiden entwickelt sich eine ungewöhnliche und starke Freundschaft. Kate kommt von einem Bauernhof und kümmert sich dort um die verbliebenen zwölf Kühe. Als die Tiere verkauft werden sollen, entführen die beiden Mädchen die Kühe kurzerhand und bringen sie in die Bryn Mawr. Und was dann passiert ist wirklich unglaublich. Es geht ein Umdenken durch die Nachbarschaft und krempelt das Leben der Menschen in der runtergekommenen Siedlung um.

Mir gefällt wie eindringlich der Autor die Geschichte geschrieben hat. Dabei kommt er mit wenigen Worten aus. Die Kapitel sind kurz und obwohl es kaum Emotionalität gibt, schafft er es einen zu berühren. Das Buch trifft einen ins Herz und reißt ihn mit. Einmal angefangen zu lesen, kann man kaum mehr aufhören.

Die Botschaft des Buches ist einfach total genial. Nimm nicht hin, wenn dir etwas nicht passt, sondern ändere es. Dabei wird kein Zeigefinger erhoben, sondern ohne großes Drama vom Geschehen berichtet. Es geht darum Vorurteile abzubauen und offen für Neues zu sein. Sich auch fremden Kulturen zu öffnen und Hoffnung zu finden.

Mir hat das Buch wirklich unheimlich gut gefallen. Zwar stockt die Geschichte kurz vor Ende und tritt etwas auf der Stelle, aber dafür kommt noch einmal Gemmas Familie in den Vordergrund.  

Gemma ist einfach eine tolle und ungewöhnliche Protagonistin. Sie ist wütend und aufbrausend und trägt ihr Herz auf der Zunge. Dabei hat sie ihre kindliche Naivität aber noch nicht ganz verloren. Mutig tritt sie für ihre Sachen ein und kann sich dabei von Kate eine Scheibe abschneiden.
Kate verkörpert nach außen eine starke Persönlichkeit, die keine Angst kennt und es locker mit den bösen Jungs aus dem Viertel aufnimmt. Dafür kann sie sich in ihrer Familie gar nicht durchsetzen und wird zu einem Nervenbündel wenn es um Konflikte mit ihrem Vater geht.
Diese Mischung der beiden Charaktere ist echt genial und hat mich überzeugt.

Das Umdenken der Menschen geht vielleicht etwas schnell, aber ich möchte gerne glauben, dass so etwas möglich ist und habe mich daher überzeugen lassen. 
 

Fazit:

Eine tolle und eindringliche Geschichte, in der zwei Mädchen und zwölf Kühe dafür sorgen, dass eine heruntergekommene Siedlung in Südwales wieder Hoffnung und Zusammenhalt findet. Mir hat das Buch unheimlich gut gefallen, da die Botschaft ist, dass man alles ändern kann, wenn man es nur selbst in die Hand nimmt. Echt toll und alle fünf Sterne wert. 
 

Autor:

18375511
Giancarlo R. Gemin wurde als Sohn italienischer Eltern in Cardiff in Wales geboren. "Milchmädchen" ist sein erstes Buch und hat schon zahlreiche Preise bekommen. Wenn er nicht schreibt, hört G.R. Gemin gern Musik, von Jimmy Smith bis Giuseppe Verdi. Der Autor lebt in London. (Quelle: Verlag) 

Sonntag, 11. März 2018

Rezension: Der Himmel in deinen Worten von Brigid Kemmerer

Titel: Der Himmel in deinen Worten
Autorin: Brigid Kemmerer
Orginaltitel: Letters to the Lost
Seitenanzahl: 352 Seiten
Genre: Young Adult
Reihe: Teil 1 (einzeln lesbar)
Preis: ab 13,99 EUR
ISBN: 9783959671644
Verlag: ya! / HarperCollins
Erschienen am 13.11.2017
www.harpercollins.de

Klappentext:

Immer hat Juliet Briefe an ihre Mutter geschrieben – selbst nach deren Tod vor Monaten hinterlässt sie ihr Nachrichten am Grab. Eines Tages findet sie eine Antwort – von einem Jungen, der genauso verzweifelt ist wie sie. Spontan schreibt sie zurück, und der Gedankenaustausch wird ihr zunehmend wichtiger. Doch dann erfährt Juliet, wem sie ihre tiefsten Gefühle offenbart hat. Sie kann nicht fassen, dass die Worte, die sie so berührt haben, von einem Loser wie Declan stammen. Oder ist seine raue Fassade nur ein Schutz, hinter dem sich eine verletzliche Seele verbirgt?

Meine Meinung:

Vor dem Lesen war ich skeptisch, denn inhaltlich hat mich das Buch an PS: Ich mag dich von Kasie West erinnert. Doch außer den anonymen Briefen gibt es keine große Ähnlichkeit.

Die Autorin hat es sofort geschafft mich an die Geschichte zu fesseln. Jedes Kapitel startet mit einem Brief oder einer E-Mail. Wer liest berichtet in der Ich-Perspektive vom Geschehen. 
Abwechselnd lernen wir so die Hauptcharaktere Juliet und Declan kennen. Beide haben im Alter von 17 Jahren schon einen Verlust kennengelernt, und so schwimmen sie gleich auf einer Wellenlänge, als Declan heimlich Juliets Brief an ihre verstorbene Mutter liest und schlussendlich beantwortet. 

Zuerst ist die zarte Brieffreundschaft, die auf dem Friedhof beginnt, anonym. Die beiden schreiben offen über ihre Familienprobleme und die Trauer und Verzweiflung, die sie plagen. In der realen Welt laufen sich Juliet und Declan auch über den Weg. Das ist umso spannender, da man nur als Leser weiß, das mehr dahinter steckt.

Mich hat überrascht wie tiefgründig und vielschichtig die Geschichte aufgebaut wurde.  
Declan und Juliet sind Charaktere mit Ecken und Kanten. Sie sind oft wütend und handeln irrational, aber das macht sie auch verletzlich und sympathisch. Nach und nach bekommt man Einblick in ihre Gedanken und fängt an sie zu verstehen. 
Besonders gelungen ist die Veränderung ihrer Ansichten. Juliet setzt ihre verklärte Brille ab, wenn es um ihre Mutter geht, und auch Declan fängt an sich seiner Mutter und seinem Stiefvater anzunähern. So wurde aus der zunächst vorhersehbaren Geschichte, doch noch etwas ganz eigenes mit interessanten Wendungen und einer komplexen Auflösung. Verblüffend und genial.

Richtig toll waren auch die Nebencharaktere. Besonders der beste Freund Rev, der selbst einiges durchmachen musste (und vielleicht deshalb im zweiten Teil die Hauptrolle spielen wird). Und auch Melonhead, der immer ein offenes Ohr für Declan hatte, und ihn mit seiner schroffen Art händeln konnte. Ich habe alle Charaktere lieb gewonnen und konnte nicht anders, als mitzufiebern und weiterzulesen.

Der Schreibstil ist flüssig, fesselnd geschrieben und konnte mich emotional komplett berühren. Einmal angefangen zu lesen, konnte ich nicht mehr aufhören. Das Buch hat wirklich unheimlich großen Spaß gemacht. Besonders toll waren die Briefe, in denen es oft um erschreckende Fotos ging. Alles erschien immer bildlich vor meinen Augen. 

Mein kleiner Kritikpunkt sind die "perfekten" Lehrer, die immer für Declan und Juliet da waren. Ich möchte gern glauben, dass sie so engagiert sind, aber bei einem Jahrgang von 800 Schülern, glaube ich nicht, dass für einzelne Personen so viel Zeit bleibt. Trotzdem passt es toll in die Geschichte und ich möchte mich nicht an Nebensächlichkeiten aufhängen.

Auch das Ende ist echt ganz schön perfekt, aber ich hätte es nicht anders haben wollen. Mir ist richtig das Herz aufgegangen und übergequollen, so doll habe ich mich für die Charaktere gefreut. Was möchte man mehr?

Fazit:

In dieser überraschend tiefgründigen Geschichte geht es darum Vertrauen zu lernen, Vorurteile abzubauen und hinter die Fassade einen Menschen zu schauen, um ihn wirklich kennenzulernen. Es geht um die Angst den Ansprüchen seiner Eltern nicht gerecht zu werden und lernen zu müssen, seinen eigenen Weg zu gehen. Ich habe jede Seite geliebt und war bezaubert von den Charakteren, die lebendig und echt wirkten, eben weil sie auch mal unperfekt reagiert haben. Die Handlung scheint vorhersehbar und kann dann doch mit einer komplexen Auflösung punkten. Ich kann das Buch wirklich jedem ans Herz legen, der jugendliche Geschichten a lá E-Mail für dich mag. Von mir gibt es fünf fette, dicke, riesige Sterne. Ein absoluter Geheimtipp. Mehr davon.
 

Reihe:

3663155136508641 

  1. Der Himmel in deinen Worten
  2. Worte, die leuchten wie Sterne (erscheint am 01.08.2018)

Autorin:

30038855
Brigid Kemmerer denkt sich Geschichten aus, seit sie auf der Highschool war. Sie schreibt, wo immer sie einen Platz zum Sitzen findet, je mehr Lärm, desto besser. Das ist auch gut so, denn sie hat vier Söhne zwischen Kleinkind- und Teenageralter und daher eher geringe Chancen auf stille Stunden. Sie lebt in der Nähe von Baltimore. (Quelle: Verlag) 

Ich danke


http://corporate.harpercollins.de/index.php
für das Rezensionsexemplar. 
 
(PS: Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!)
 

Mittwoch, 10. Mai 2017

(Hörbuch) Rezension: Die Prophezeiung der Hawkweed von Irena Brignull

Titel: Die Prophezeiung der Hawkweed
Autorin: Irina Brignull
Gelesen von: Jana Schulz
Dauer: 05:57:03
Genre: Fantasy
Reihe: Nein
Preis: 20,00 EUR
ISBN: 978-3-8337-3736-7
Verlag: Jumbo Verlag
Erschienen am 07.04.2017
www.jumboverlag.de
Kaufen? --> Klick!



Klappentext:

Zwei Neugeborene werden durch einen Fluch vertauscht. So wächst Ember Hawkweed in einem Clan von Hexen auf. Und Poppy Hooper, die Hexe, in einer Kleinstadt in England. Sie fliegt von jeder Schule, weil ihr dauernd seltsame Dinge passieren. Derweil fühlt sich Ember wie eine Fremde in ihrem Clan. In ihr scheint kein Tropfen Magie zu stecken - dabei soll eine der Hawkweeds laut einer Prophezeiung die Königin der Hexen werden. Als sich Ember und Poppy begegnen, finden sie mehr über ihr gemeinsames Schicksal heraus. Dann lernt Poppy Leo kennen und die Freundschaft der Mädchen wird auf die Probe gestellt. Währenddessen machen sich die Hexenclans bereit für den Kampf um den Thron.

Meine Meinung:

Die Inhaltsangabe klang ein bisschen nach Das doppelte Lottchen von Erich Kästner, daher war ich sehr neugierig auf das Buch.

Die Sprecherin hat ihre Sache gut gemacht und mich bei Laune gehalten. Ihre rauchige Stimme passte perfekt zu der überwiegend düsteren Geschichte.

Abwechselnd wird von den Mädchen Poppy und Ember berichtet. Beide fühlen sich in ihrer Welt nicht richtig zu Hause. Auf der einen Seite gibt es Poppy, die immer wieder in verrückte Situationen gerät, so dass sie keine Freunde findet und früher oder später von jeder Schule fliegt.
Ember geht es in ihrem Hexenzirkel ähnlich. Sie wird als neue Hexenkönigin angepriesen, hat aber bisher nicht einen Funken Magie gezeigt. Wir wissen weshalb, denn die Mädchen wurden als Babys vertauscht.

Der Unterschied der Welten ist der Autorin gut gelungen. Die Hexen leben abgeschottet im Wald, fast wie im Mittelalter. Sie halten sich von den Unwürdigen Menschen fern. In der "modernen" Welt gibt es dagegen Scheidungen, psychische Erkrankungen und andere "normale" Probleme, mit denen sich Teenager herumschlagen müssen. Trotzdem ist die Geschichte sehr klischeehaft. Die Hexen sind alle irgendwie böse und niederträchtig. Und richtig verstehen konnte ich den ganzen Hype um die Thronherrschaft jetzt auch nicht. Immerhin verstecken sich die Hexen wie Tiere im Wald, haben weder Wohlstand oder irgendetwas in der Welt zu melden, nehmen sich selbst aber sehr wichtig.

Als die beiden Mädchen sich durch Zufall kennenlernen, fühlen sie sich zum ersten Mal von jemanden verstanden.
Poppy ist sehr taff und zeigt keine Angst. Ember ist dagegen die typische Unschuld vom Lande. Es wäre die perfekte Mischung, aber irgendwie konnte mich die Autorin nicht von ihren Figuren überzeugen. Es wirkte alles viel zu konstruiert und leblos, so dass ich mich nicht auf die Charaktere einlassen konnte. Sie sind durch und durch stereotypisch. Alles in der Geschichte ist entweder schwarz oder weiß.
Als dann auch noch Leo hinzukommt, entwickelt sich eine unlogische Dreiecksbeziehung. 

Der Schreibstil wirkte auf mich sehr nüchtern und distanziert, daher fand ich die eingebaute Liebesgeschichte eher störend, als romantisch. Wirklich alle Mädchen sind auf den ersten Blick in den obdachlosen Leo verliebt und rennen ihm magisch und nichtmagisch hinterher. Das war mir echt zu viel. Es gibt dafür zwar eine Erklärung, aber ich hätte mich gefreut, wenn sich die Handlung mehr auf den drohenden Hexenkrieg verlagert hätte. Denn das war wirklich spannend, aber spielte unterm Strich leider nur eine Nebenrolle.

Mittlerweile weiß ich, dass es einen zweiten Teil geben wird und das erklärt weshalb viele Fragen offen geblieben sind. Mich hat bis zum Schluss gestört, dass ich die meisten Reaktionen der Charaktere nicht wirklich nachvollziehen konnte. Die ganze Geschichte ist einfach unlogisch. Außerdem wirkt es so, als wenn man Kinder nur lieben könnte, wenn man sie selbst geboren hat.
Ich hätte mich über mehr Struktur und Zusammenhang zwischen den Kapiteln gefreut. Mir kam die Handlung oft abgehackt vor. Von der ganzen Vertauschung habe ich mir insgesamt viel mehr versprochen. Die Auflösung war dann doch recht unspektakulär. Die spannenden Stellen sind irgendwie untergegangen, vielleicht auch, weil man von Beginn an weiß, wer hinter der Vertauschung steckt.

Mich konnte das Hörbuch daher leider nicht komplett überzeugen. Ich habe mir einfach unter der Grundidee etwas ganz anderes vorgestellt und finde die Umsetzung nicht gelungen. Wenn man mit anderen Erwartungen an die Geschichte herangeht, gefällt es einem vielleicht besser. Einen Versuch ist es bestimmt Wert.


Fazit:

Mich konnte die Geschichte nicht so richtig überzeugen. Dazu lag der Fokus zu sehr auf der kindlichen Liebesgeschichte und zu wenig auf der Vertauschung und dem drohenden Hexenkrieg. Wen das nicht stört, der kann mit dem Auftakt der Reihe bestimmt mehr anfangen. Die Sprecherin macht einen guten Job. Ich vergebe drei Sterne. 



Autorin/Sprecherin:

Irena Brignull ist eine britische Drehbuchautorin. Nach ihrem Studium der Englischen Literatur an der Oxford Universität arbeitete sie beim BBC. Bekannt wurde sie unter anderem für ihre Drehbücher der Animationsfilme "Der Kleine Prinz" und "Die Boxtrolls". Mit ihrer Familie lebt sie in London. "Die Prophezeiung der Hawkweed" ist ihr erster Roman.


Jana Schulz wurde 1977 geboren und studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Sie war bereits mehrfach in Film und Fernsehen zu sehen, so unter anderem im "Tatort", und hat bei zahlreichen Bühnenproduktionen mitgewirkt. Von 2003 bis 2011 war sie Ensemblemitglied des Deutschen Schauspielhauses Hamburg. Heute ist Jana Schulz am Schauspielhaus Bochum engagiert. Der JUMBO Verlag hat sie für das Hörbuch entdeckt. (Quelle: Verlag)



Sonntag, 30. April 2017

Rezension: Sweet Lies - In gefährlicher Gesellschaft von Lili Peloquin (The Innocents)

Titel: Sweet Lies - In gefährlicher Gesellschaft
Autorin: Lili Peloquin
Originaltitel: The Innocents
Seitenanzahl: 320 Seiten
Genre: Thriller/ Jugendbuch ab 14 J.
Reihe: Teil 1 von 3
Preis: 16,99 EUR
ISBN: 978-3473401222
Verlag: Ravensburger Buchverlag

Erschienen am 16.01.2015
www.ravensburger.de 

Klappentext:

Alice und Charlie sind grundverschieden: Scheu, kühl und blond die eine, dunkelhaarig und unerschrocken die andere. Doch nichts kann die Schwestern trennen - so scheint es. Als die beiden mit ihrer Mutter nach Serenity Point zu ihrem reichen Stiefvater ziehen, genießen sie das neue Leben in vollen Zügen. Doch hinter der glitzernden Fassade liegt ein Netz aus Lügen. Die Suche nach der Wahrheit stellt die Liebe der Schwestern zueinander auf eine harte Probe ...

Meine Meinung:

Zuerst war ich über das abrupte Ende der Geschichte geschockt, doch mittlerweile habe ich herausgefunden, dass es sich bei dem Buch um den ersten Teil der Reihe - The Innocents- handelt, die mittlerweile als Taschenbuchreihe erschienen ist. Ich hätte also große Lust sofort den zweiten Band zulesen.

Das Buch ist auf eine gute Art speziell. Die Charaktere sind exentrisch und alles andere als normal. Hier fehlen die üblichen Klischees. 

Die Schwestern Alice und Charlie kommen nach der Hochzeit ihr Mutter mit dem reichen Architekten Richard in Serenity Point an und müssen lernen, sich unter den Mitgliedern der High Society zurechtzufinden. Dort wird mit anderen Regeln gespielt, als die beiden es gewohnt sind. Ansehen ist alles, aber unter der Oberfläche tun sich Abgründe auf. Jeder hat ein schmutziges Geheimnis. Niemand hat eine weiße Weste.

Während sich Charlie sofort anpasst und über die meisten Dinge einfach hinwegsieht, kann Alice sich einfach nicht mit der Situation abfinden. Ihre Intuition sagt ihr, dass etwas nicht stimmt. Was ist mit ihrer verstorbenen Stiefschwester Camilla vor einem Jahr wirklich passiert? Sie versucht alles Mögliche um dem vermeintlichen Geheimnis auf die Spur zu kommen und verrennt sich immer weiter in Dinge, die sie nicht mehr kontrollieren kann. 
Mit diesem Graben in der Vergangenheit kann sich Charlie überhaupt nicht anfreunden. Sie möchte einfach das neue Leben genießen und lässt sich dabei in ein Dreiergespann einfangen, dass sie mit dem manipulativen Jude und der angesagten Cybill bildet.

Die Geschichte ist über große Strecken ruhig, aber ich habe jede Seite gerne gelesen. Es ist einfach mal etwas ganz anderes. Man konnte nie vorhersehen, wie die jeweilige Person reagiert oder was als nächstes passiert. Es gibt keinen richtigen roten Faden. Es ist eher eine Momentaufnahme aus dem Leben der zwei Schwestern. 

Jetzt wo ich weiß, dass die Story noch weitergeht, macht auch einiges mehr Sinn. Denn obwohl Alice wirklich einem Geheimnis auf die Spur kommt, bleiben doch noch offene Fragen zu Camillas Tod oder dem Aspekt, dass Alice's Freund Tommy ihre Beziehung geheim halten möchte.

Das Geheimnis ist im Nachhinein gar nicht so spektakulär und war sehr vorhersehbar, aber unterm Strich auch wieder so normal, dass man es glauben kann.  
Die Geschichte hätte gerne etwas spannender sein können, aber für ein Erstlingswerk ist es trotzdem gut gelungen.

Der Schreibstil ist fesselnd und gleichzeitig distanziert. Durch den Erzählstil bekommt man zwar wenig Einblick in die Gedanken der Schwestern, erhält aber dafür einen guten Gesamtüberblick über die Ereignisse.
Die meiste Zeit hatte ich beim lesen ein beklemmendes Gefühl. Wie bei einem Thriller. Es war unterschwellig und nicht greifbar. Das hat mich bei Laune gehalten.
Es gibt keine langen Szenen oder ausschweifende Gespräche. Es waren eher die Gespräche an sich, wo ich manchmal nach dem tieferen Sinn gefragt habe, aber anderseits auch wieder überrascht war, wie intelligent die Autorin ihren Roman aufgebaut hat und wie sie es geschafft hat, die menschlichen Abgründe so unterschwellig in die Geschichte einfließen zu lassen.
Die interessanten Figuren gleichen die etwas magere Handlung auf jeden Fall aus. Es wird abwechselnd aus Charlies und Alices Sicht berichtet, was die Unterschiede der Schwestern gut zur Geltung bringt. 

Das Buch macht neugierig auf mehr und ich würde den zweiten Teil auf jeden Fall lesen.

Fazit:

In dieser sommerlichen, intelligenten Familientragödie geht es um zwei Schwestern, die mit einer neuen Situtation unterscheidlich umgehen. Mir hat der Auftaktband gut gefallen und ich hatte Spaß beim Lesen. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass diese ruhige Geschichte mit den sehr exentrischen Charakteren nicht jedem gefallen wird. Ein bisschen mehr Spannung wäre schön gewesen, aber für ein Debüt nicht schlecht. Von mir gibt es vier schöne Sterne. Wer auf Jugendbücher ohne typische Klischees steht, könnte hier sehr glücklich werden.

  Reihe:

3073236231854796 

  1. Bittersüße Küsse
  2. Verhängsnisvolle Intrigen
  3. Verführerische Lügen

Autorin:

16101028Lili Peloquin stammt aus New England. Dort flüstert ihr der Sommerwind Geheimnisse zu, die sie in ihren Geschichten festhält. "Sweet Lies" ist ihr Debüt.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...