Sonntag, 4. August 2019

Hörbuch - Rezension: Show me the stars von Kira Mohn

Titel: Show me the Stars
Autorin: Kira Mohn
Hördauer: 7 Std. 32 Minuten
Genre: Liebe/Freundschaft
Reihe: Teil 1 (abgeschlossen)
Preis: 12,95 EUR
ISBN: 978-3-8398-1691-2
Verlag: Argon Verlag

Erschienen am 24.07.2019
www.argon-verlag.de 


Klappentext:

Auszeit! Diese Überschrift schreit Liv geradezu an, als sie die Stellenanzeigen durchforstet. Die 22-Jährige steht eigentlich erst am Anfang ihrer Karriere als Journalistin, aber ein verpatztes Interview hat sie gerade den Job gekostet. Da hört sich die Anzeige, in der für sechs Monate ein Housesitter für einen Leuchtturm in Irland gesucht wird, wie ein Traum an. Eine Auszeit ist genau das, was sie braucht. Zeit, um den Kopf frei zu bekommen, um wieder zu sich selbst zu finden. Sie bewirbt sich, und nur wenige Wochen später steht Liv vor ihrem neuen Zuhause. Und zwar zusammen mit einem gutaussehenden Iren, der ihr Herz erst zum Klopfen, dann zum Überlaufen und schließlich zum Zerbrechen bringt. 

Meine Meinung:

Ein Hörbuch steht und fällt mit der Sprecherin. Marie-Isabel Walke war für die 22-jährige Liv definitiv die richtige Wahl. Ihre Stimme hat mich schnell in den Bann gezogen und es war schön ihr zuzuhören.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Liv erzählt. Sie arbeitet als Journalistin und hat für ihre Karriere bisher jeglichen Spaß und Freundschaften vernachlässigt. Ein vermasseltes Interview bringt sie dazu Hamburg hinter sich zu lassen und einen alten Leuchtturm auf einer kleinen Insel in Irland zu hüten.

In Castledunns findet die junge Frau neue Freunde und beginnt ihr bisheriges Leben zu hinterfragen.  
Liv lernt Kjer kennen. Einen Mann der sich auf keine feste Bindung einlässt. Natürlich hofft sie, dass es bei ihr anders ist, aber so einfach kann man sich eben nicht ändern.

Das Buch lebt von den herrlichen Landschaftsbeschreibungen. Es war als wäre man selbst auf der kleinen Insel, das raue Meer im Nacken und vor den Augen. Die Wellen die sich an den Felsen brechen und die weite Sicht bis zum Himmel.

Inhaltlich wird das Rad nicht neu erfunden. Liv und Kjer haben ihr Päckchen aus der Vergangenheit zu tragen. Nach und nach kommen die Fakten auf den Tisch. 
Kjer's Entscheidungen bleiben etwas fremd, da man ihn nur durch Liv's Augen sieht (hier wäre eine Passage aus seiner Sicht schön gewesen). Doch so bleibt es immer etwas spannend und überraschend.

Ich fand zwar Liv's Schwärmerei für Kjer manchmal anstrengend, aber es war auch sympathisch, da es sie selbst auch etwas genervt hat. Liv hat die Liebelei allerdings nie blauäugig gesehen und sich nicht ausnutzen lassen. 
Ich mochte sie als Charakter echt gerne und habe sie und ihre Zeit im Leuchtturm lieb gewonnen. 

Am Ende haben sich die Ereignisse für meinen Geschmack etwas überschlagen bzw. wurden zu schnell abgehandelt, was aber evtl. an der autorisierten Lesefassung lag. Das ungekürzte Hörbuch ist drei Stunden länger. Zwar bleibt die Handlung schlüssig und abgeschlossen, aber es fehlt wahrscheinlich die ein oder andere längere Ausführung zu einem Ereignis. Unterm Strich ist das aber kein echtes Problem.

Trotzallem hat mir das Hörbuch richtig gut gefallen und ich werde die Reihe weiterverfolgen. Besonders auf Airins Geschichte bin ich total gespannt, denn sie war mein liebster Nebencharakter in dieser Geschichte.


Fazit:

Es geht um eine junge Frau, die ihr bisheriges Leben hinter sich lässt und lernt neue Prioritäten zu setzen. Die Geschichte lebt von dem herrlichen Setting eines einsamen Leuchtturms an Irlands Küste. Die Liebesgeschichte ist zwar nicht neu, aber glaubwürdig und konnte mich gut unterhalten. Die Sprecherin ist gut gewählt. Ich hatte ein paar tolle Stunden und empfehle das Hörbuch gerne weiter. Von mir gibt es vier Sterne.

Reihe:

 

  1. Show me the Stars
  2. Save me from the Night (erscheint 17.09.2019)
  3. Find me in the Storm (erscheint 17.12.2019)

Autorin:

Kira Mohn hat schon die unterschiedlichsten Dinge in ihrem Leben getan. Sie gründete eine Musikfachzeitschrift, studierte Pädagogik, lebte eine Zeit lang in New York, veröffentlichte Bücher in Eigenregie unter dem Namen Kira Minttu und hob zusammen mit vier Freundinnen das Autoren-Label Ink Rebels aus der Taufe. Heute wohnt sie mit ihrer Familie in München. Die Romantik darf in ihren Geschichten nicht zu kurz kommen, aber vor allem ist es ihr wichtig, Figuren zu erschaffen, die sich echt anfühlen. «Show me the Stars» ist der Auftakt zu ihrer Leuchtturm-Trilogie.

Kira ist auf Facebook und Instagram aktiv und tauscht sich dort gern mit Lesern aus. (Quelle: Verlag)

Sprecherin:

Marie-Isabel Walke studierte an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und gehörte vier Jahre lang zum Ensemble des Deutschen Theaters in Göttingen. Ihre erfrischende, mitreißende Stimme lieh sie bereits Hörbüchern von Juliet Ashton, Carina Bartsch und Patricia Koelle. (Quelle: Verlag


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Ich danke dem Argon Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares und lovelybooks für die tolle Leserunde.



-Meine Meinung zum Buch wurde dadurch nicht beeinflusst - 



Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (ohne kommerziellen Zweck zur reinen Information) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Wenn es Dich interessiert, kannst Du dort weitere Informationen zum Buch finden.

Samstag, 20. Juli 2019

Mein SUB kommt zu Wort #25 (Juli)

"Mein SuB kommt zu Wort"
 
Hallo Ihr Lieben,
 
jaha, ich lebe noch. Ich habe meinen Umzug überstanden und werde mich jetzt sicher wieder häufiger melden. Die letzten Wochen waren einfach chaotisch und ich hatte kaum Zeit zum lesen oder irgendetwas. SUBBI darf heute mehr darüber berichten. Der arme ist nämlich noch auf acht Kartons verteilt und ist ganz beleidigt.

Wer mehr über die Aktion erfahren möchte, kann ja mal bei Anna vorbeischauen: Klick
 
🌟 

Lieber SUB,

  • Wie groß/dick bist du aktuell (Du darfst entscheiden, ob du nur Print oder eBook & Print zählst)
(Klopf,klopf)! HALLO! Jemand da? Ich bin hier immer noch im Karton und darf nicht raus. Seit zwei Monaten!!! snief.... Andrea ist zwar umgezogen und tröstet mich mit leeren Phrasen, dass sie bald einen guten Platz für mich findet. Aber mal ehrlich! Wie lange soll das bitte noch dauern.
Immerhin bin ich durch den Umzug kaum gewachsen. Zur Zeit liege ich bei 327 Bücher. Das ist eines weniger als im März, wo ich das letzte mal mitmachen durfte (oder die Sonne gesehen habe!). 

  • Wie ist die SuB-Pflege bisher gelaufen – zeige mir deine drei neuesten Schätze!
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Andrea konnte nicht widerstehen und hat beim Bücherflohmarkt #rausmitderdicken mitgenommen. Es klingt echt toll und ist daher erst gestern bei mir eingezogen. 
 
E. Lockhart ist die genialste Schriftstellerin ever. Ihre Bücher sind einfach anders, tiefgründig und mit einem zynischen Aha-Effekt. Klar, dass Andrea daher auch Bad Girls haben wollte.
 
PS. Ich liebe dich ist aus einem Bücherschrank und schon etwas mitgenommen. Andrea will es lesen, aber ich denke es wird lange bei mir verweilen.

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  • Welches Buch hat dich als letztes verlassen, weil gelesen? War es eine SuB-Leiche, ein Reihen-Teil, ein neues Buch oder ein Reziexemplar und wie hat es deinem Besitzer gefallen (gerne mit Rezensionslink)?
  Andrea hat während der Umzugsphase in loser Reihenfolge die ersten sechs Bände der NY Titans Reihe von Poppy J. Anderson weggesuchtet. Davon waren drei Bände von mir. Band 1 war sogar ein Re-Read.
 Teil 6 (Kein Mann für die Ersatzbank) ist allerdings nur ein Kurzroman und fällt etwas aus der Reihe. Teil 1-5 kann Andrea aber auf jeden Fall empfehlen. Es sind lustig-romantische Geschichten, bei denen man aber auch mal ein Tränchen verdrücken kann (wenn man nah am Wasser gebaut ist!).

 
  • Lieber SuB, du weißt vermutlich, welche Frage jetzt kommt. ;) Vor einem Jahr fragte ich nach deinen 3 ältesten SuB-Leichen: Sind sie immer noch ungelesen oder haben sie es mittlerweile in die Reihe der Gelesenen geschafft? Und an alle, die damals noch nicht dabei waren: Welche sind eure 3 ältesten SuB-Bücher? Und ja, eines davon sollte zum nächsten Monat gelesen werden. :P
Ups, ist die Frage schon wieder ein Jahr her. Oh nein, oh nein. Ich glaube nicht, dass Andrea schon eines der alten Bücher gelesen hat. Ich schau mal nach.... ach geht ja nicht, bin ja noch im Karton!

(Kreisch!) Ein altes Buch vom letzten Jahr ist tatsächlich weg (zwar nicht gelesen, aber aussortiert). Das ist doch eine Veränderung, und Veränderungen sind doch auch gut, oder?

Hier sind also die SUB-Dinos

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Ich habe aber keine Hoffnung, dass Andrea diese Bücher innerhalb der nächsten vier Wochen liest (dann müsste sie mich ja ausräumen!). Daher warten wir mal ab.

Bis bald. Euer SUBBI

Freitag, 31. Mai 2019

Rezension: Wilde Horde - Pferdeflüstern von Katrin Tempel

Titel: Wilde Horde - Pferdeflüstern
Autorin: Katrin Tempel
Seitenanzahl: 256 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 10 J.
Reihe: Teil 2
Preis: 12 EUR
ISBN: 978-3-551-65085-6
Verlag: Carlsen Verlag
Erschienen am 28.02.2019
www.carlsen.de 

Klappentext:

Zaz und ihre Freunde genießen den Sommer. Sie machen lange Ausritte und treffen sich in ihrem Geheimversteck. Zusammen sind sie die "Wilde Horde": zwei Junge und drei Mädchen, die ohne Sattel und Zaumzeug reiten. Endlich haben die fünf ihren Wald wieder für sich allein - nachdem die Biker abgezogen sind. Doch dann sorgt ein nächtlicher Einbrecher für Unruhe. Und plötzlich verschwindet einer der Freunde...

Meine Meinung:

Im Urlaub hatte ich endlich Zeit den zweiten Teil der Wilden Horde zu lesen. Die Pferde im Wald hatte mir im letzten Jahr richtig gut gefallen und ich war gespannt wie es mit Zaz und ihren Freunden weitergeht.

Band zwei knüpft direkt an seinen Vorgänger an. Die dreizehnjährige Zaz verbringt immer noch die Sommerferien bei ihrer Oma Tine auf dem Bauernhof Donneracker. 
Zusammen mit ihren neuen Freunden Lukas, Fee, Arpad und Ann-Sophie reitet Zaz durch den Wald. Frei und ungezwungen ohne Sattel und Zaumzeug. Sie nennen sich die Wilde Horde und sind eins mit ihren Pferden.

Eines Tages stellen die Freunde fest, dass sich jemand an ihrem Schäferkarren zu schaffen gemacht hat. Fee und Zaz legen sich nachts auf die Lauer und machen eine verblüffende Entdeckung.

Dank der großen Schrift lässt sich die Geschichte schnell und flüssig lesen. Ich habe ohne Probleme in die Handlung hineingefunden und war sofort wieder ein Teil der Horde. 

Mir gefällt das schnelle Tempo des Erzählstils. Trotz der überschlagenden Ereignisse schafft es die Autorin eine atmosphärische  Stimmung zu erzeugen. Die Momente zwischen Mensch und Tier haben fast etwas magisches. 

Der Fokus der Handlung liegt diesmal auf familiären Problemen. Ich finde es gut, dass auch solche Dinge angesprochen werden, da eben nicht jedes Kind eine heile Familie hat. Manche leben in Pflegefamilien und haben Eltern, die es nicht schaffen sich um sie zu kümmern. Toll, dass es endlich mal zur Sprache kommt. Ich denke damit können sich Kinder gut identifizieren.

Als Erwachsener sind evtl. einige Dinge etwas zu überzogen bzw. zu konstruiert (Probleme zu schnell gelöst; sollte man wirklich ohne Sattel und Zaumzeug mitten durch eine Stadt reiten?; leidet ein Pferd tatsächlich so, wenn es von seinem Reiter "verlassen" wurde?; Kann ein blindes Mädchen wirklich allein mit dem Pferd im Wald herumreiten?), aber egal. Ich möchte es einfach glauben und habe mich von der Handlung mitreißen lassen. Es ist eben ein Kinderbuch und da muss nicht immer alles 100% realistisch sein. 

Im Gegenteil. Es wird gezeigt, dass man mutig sein soll, und zu seinen Freunden stehen, wenn sie Hilfe brauchen, egal, ob sie einen wegschicken. Und auch am Ende zeigt die Horde Vergebung und Großmut. Echt tolle Botschaften, die mich überzeugen konnten.

Für mich war das Buch eine gelungene Fortsetzung und braucht sich nicht hinter dem ersten Teil verstecken.  

Fazit:

Auch im zweiten Teil konnte mich die Wilde Horde überzeugen. Die Story hat viele überraschende Wendungen und bringt tolle Botschaften über Freundschaft und Zusammenhalt mit. Kurzweilig und fast magisch fliegt man durch den Wald und die Geschichte. Ich kann das Buch jedem großen und kleinen Pferdemädchen nur empfehlen. Von mir gibt es alle fünf Sterne. 

Reihe:

  1. Die Pferde im Wald (Rezi: Klick)
  2. Pferdeflüstern

Autorin:

Katrin Tempel wurde in Düsseldorf geboren und wuchs in München auf. Nach ihrem Geschichtsstudium arbeitete sie als Journalistin, heute ist sie Chefredakteurin der Zeitschrift »LandIdee«. Außerdem schreibt sie Drehbücher (unter anderem den historischen ZDF-Zweiteiler »Dr. Hope«) und Romane. Mit »Holunderliebe« und »Mandeljahre« gelangen ihr große Publikumserfolge. Unter dem Namen Emma Temple veröffentlicht sie bei Piper weitere Romane, zuletzt »Die Nebel von Connemara«. Sie lebt mit ihrem Mann und der gemeinsamen Tochter in Bad Dürkheim an der Weinstraße. (Quelle: Verlag)

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Ich danke dem Carlsen Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.



-Meine Meinung zum Buch wurde dadurch nicht beeinflusst - 




Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (ohne kommerziellen Zweck zur reinen Information) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Wenn es Dich interessiert, kannst Du dort weitere Informationen zum Buch finden.
 

Donnerstag, 9. Mai 2019

Hörbuch-Rezension: Ich werde fliegen von Dana Czapnik

Titel: Ich werde fliegen
Autorin: Dana Czapnik
Originaltitel: The Falconer
Hördauer: ca. 529 Minuten (ungekürzte Lesung)
Gelesen von: Anna Carlsson
Reihe: Nein
ISBN: 978-3837145731
Verlag: cbj audio
Erschienen am 11.03.2019
www.randomhouse.de 
 

Klappentext:

New York, 1993: Die 17-jährige Lucy Adler ist klug und auf dem Basketballplatz ein Ass. Angesehen wäre sie jedoch nur, würde sie mit dem Strom schwimmen und die Jungs vom Rand aus anfeuern. Lucy ist seit einer gefühlten Ewigkeit in Percy verliebt, doch er ist mit einer oberflächlichen Cheerleaderin zusammen. Wie kann sie einen Weg in sein Herz finden? Und wie ihren Weg in eine selbstbestimmte Zukunft, in der sie alle Freiheiten hat wie ein Junge, aber trotzdem eine junge Frau bleibt?

Meine Meinung:

Ich konnte das Buch vorher überhaupt nicht einordnen und war daher sehr neugierig, besonders weil ich ein Fan der 90er Jahre bin.
Irgendwie hatte ich eine rosarote Liebesgeschichte erwartet und war daher von der Entwicklung der Story positiv überrascht, als ich gemerkt habe, dass es kein übliches Klischeebuch ist. 

Die Geschichte ist intelligent, schroff, teilweise rotzig und ziemlich ehrlich geschrieben. Lucy ist ein normales 17-jähriges Mädchen, dass lieber Basketball spielt, als sich um ihr Aussehen und Make-up zu kümmern. Sie schwärmt heimlich für ihren besten Freund Percy, mit dem sie kifft, Basketball spielt und die Tage rumbringt. Sie machen auf Underdogs, bis Lucy hinterfragt, ob ihre Freundschaft echt ist oder nur Show. Überhaupt macht sich Lucy um alles und jeden Gedanken. Besonders um die Rollenverteilung der Frau in der Gesellschaft im Allgemeinen und im Besonderen
Sie hat viele Vorurteile und ist sehr zynisch, wenn es um Beziehungen und Gefühle geht.

Dabei möchte Lucy einfach nur von anderen gesehen werden. Sie möchte Anerkennung für ihre Leistung als Basketballerin und sie möchte als Mädchen wahr genommen werden. Jedoch möchte sie sich dafür nicht verstellen oder verbiegen. Sie möchte sie bleiben! 

Das ist eine echt tolle Botschaft. Jedoch ist Lucy sehr frustriert, weil es nicht so einfach klappen will. Ihre größte Angst ist langweilig und angepasst zu sein (wie in ihren Augen die meisten Erwachsenen). Sie fühlt sich ungerecht behandelt, weil ein Junge an ihrer Stelle, viel mehr Freiheiten und Anerkennung hätte.

Ich konnte Lucy nie einschätzen. Einerseits durchsucht sie beim Babysitten die Sachen der Nachbarn, andererseits spielt sie den Moralapostel. Sie ist oft wütend und dickköpfig, will die Welt verändern und ist dann zu feige, die Sache mit Percy zu klären.

Das Buch hat keinen roten Faden im herkömmlichen Sinne. Wer also eine abgeschlossenen Handlung erwartet, lieber Finger weg. Die Geschichte begleitet Lucy in ihrem letzten Highschool Jahr und zeigt ihre Entwicklung. Es sind einzelne Sequenzen aus ihrem Leben, Szenen zu denen Lucy viel zu sagen hat. Ja, manchmal zu viel. Sie schweift aus und davon. 
Im Hörbuch hat mich das nicht weiter gestört. Im Gegenteil. Es war wie mit einer Freundin Auto zu fahren, die sich über gesellschaftliche Fragen Gedanken macht. (Hierfür ein großes Lob an die Sprecherin.) Ich kann schwer einschätzen, ob mich die gelesenen Worte ebenso gefesselt hätten, oder ob meine Gedanken dabei eher abgeschweift wären.

Ich mochte besonders das Setting. Man kann das New York der 90er Jahre förmlich riechen und schmecken. Lucy beschreibt die Gebäude an denen sie langgeht. Es gibt Telefonzellen und viele Anspielungen auf die damalige Musik (Nirvana-Konzert!). Alles ist sehr bildlich und realistisch dargestellt.

Da Lucy viel hinterfragt, bekommt sie irgendwann auch Antworten und muss feststellen, dass sie einige Dinge falsch eingeschätzt hat (zum Beispiel die Rolle ihrer Mutter). Sie merkt, dass ihre geschätzte Cousine Violett, doch nicht so unabhängig und locker ist, wie Lucy dachte. Und sie muss lernen in Bezug auf Percy ihre rosarote Brille abzusetzen. 

Die "Beziehung" zwischen Percy und Lucy wird von der Autorin sehr echt und schonungslos dargestellt. Es ist keine klischeehafte Lovestory, sondern das wahre Leben mit Fehlern auf beiden Seiten.

In meinen Augen wird der Drogenkonsum in diesem Buch zwar viel zu verharmlost, jedoch ist die Story so niveauvoll, dass die Leser(innen), die sich für die Geschichte interessieren, sicher nicht davon beeinflussen lassen. 

Insgesamt hat mir das Hörbuch echt gut gefallen. Es regt zum Nachdenken an, bietet Diskussionsstoff und wirft viele Fragen auf. Ein intelligentes Buch, fernab vom Mainstream, dass für alle Mädchen geeignet ist, die sich auch oft von der Jungs-/Männerwelt ungerecht behandelt fühlen.
 

Fazit:

Ein interessantes Hörbuch über eine junge Frau, die versucht ihre Rolle in der "Jungs-"Gesellschaft zu finden, ohne sich zu verbiegen. Überzeugt hat das 90er Jahre Setting in New York. Die Geschichte ist intelligent, schroff, teilweise rotzig und ziemlich ehrlich. Die Sprecherin macht eine gute Arbeit, so dass ich ihr immer gerne zugehört habe. Jedoch waren mir Lucys ausschweifende Gedanken manchmal zu langatmig. Unterm Strich brauchen wir mehr solche Bücher, weil sie anders sind und zum nachdenken anregen. Trotz kleiner Schwächen ein echter Lesetipp. Vier tolle Sterne. 


Autorin:

Dana Czapnik wurde in New York geboren und studierte dort die schönen Künste. Anschließend arbeitete sie als Redakteurin für das Sportmagazin ESPN, die United States Tennis Association und die Arena Football League. 2017 wurde sie für ihre literarischen Texte mit dem Förderpreis des Center for Fiction ausgezeichnet. 2018 war sie Literaturstipendiatin der New York Foundation for the Arts. »Ich werde fliegen« ist ihr Debütroman. Sie lebt mit ihrer Familie in Manhattan. (Quelle: Verlag)

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Ich danke dem Bloggerportal von Randomhouse für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.
-Meine Meinung zum Buch wurde dadurch nicht beeinflusst - 
Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (ohne kommerziellen Zweck zur reinen Information) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Wenn es Dich interessiert, kannst Du dort weitere Informationen zum Buch finden.

Dienstag, 30. April 2019

Rezension: Annähernd Alex von Jenn Bennett

Titel: Annähernd Alex
Autorin: Jenn Bennett
Originaltitel: Alex, Approximately
Seitenanzahl: 480 Seiten
Genre: Young Adult
Reihe: Nein
Preis: ab 13,99 EUR
ISBN: 978-3-646-92926-3 
Verlag: Königskinder/Carlsen Verlag
Erschienen am 29.09.2016
www.carlsen.de 


Klappentext:

Seinem Online-Schwarm im echten Leben zu begegnen kann böse Überraschungen mit sich bringen. Was, wenn er ein Idiot ist? Oder ein Langweiler? Bailey erzählt Alex aus dem Film-Forum deswegen erst mal nicht, dass sie in genau den kalifornischen Küstenort zieht, in dem er wohnt. Sie erzählt auch nichts von ihrem furchtbaren Job in der Tourifalle von Museum, bei dem sie sich jeden Tag halb tot schwitzt. Und erst recht nichts erzählt sie von Porter, Surfwunder und Aufschneider zugleich. Als Bailey und Porter nachts im Museum eingeschlossen werden, kommen sie einander näher. Damit wird die Sache allerdings kompliziert...

Meine Meinung:

Die 17-jährige Bailey zieht zu ihrem Vater an die Westküste der USA. Ihre Eltern haben sich vor einigen Jahren scheiden lassen und da Bailey jegliche Art von Konfrontation vermeidet, nimmt sie lieber einen Umzug in Kauf, als sich weiterhin mit ihrem Stiefvater auseinander zu setzen.
Einen Vorteil gibt es. In der kalifornischen Küstenstadt lebt auch ihr Internetfreund Alex. Er weiß allerdings nicht, dass Bailey zu Besuch ist bzw. zukünftig in derselben Stadt leben wird. Bailey möchte sich lieber langsam vortasten, um keine unangenehme Überraschung zu erleben. Sie nennt sich selbst eine notorische Ausweicherin. Gibt es ein Problem, dann duckt sie sich weg.

Wider erwarten lebt sich Bailey schnell ein. Sie bekommt einen Ferienjob in einer cooler Museumshöhle und findet schnell eine Freundin. Allerdings ist die Arbeit ein Knochenjob. Dazu kommt noch der nervige Wachmann Porter, der Bailey ständig aufzieht und sich über sie lustig macht. 

Doch während sich Bailey heimlich auf die Suche nach Alex macht, läuft ihr Porter immer wieder über den Weg und verwandelt sich langsam in einen echt tollen Typen. 

Das Setting der Küstenstadt fand ich sehr gelungen. Bailey bekommt einen Roller und kurvt über die Meeresstraßen, besucht die Verkaufsstände auf dem Pier und ist ständig am Strand, da auch das Surfen eine große Rolle spielt. Hinzu kommt die geniale Idee mit der Museumshöhle

Bailey erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive. Sie tritt öfter in Fettnäpfchen, ist vorsichtig und verschlossen, so dass man sich gut mit ihr identifizieren kann. Zeitgleich steht sie auf alte Filme und kleidet sich auch wie die Damen in den 30er Jahren. Nur am Ende wurde sie mir viel zu naiv dargestellt. Jeder Blinde mit dem Krückstock hätte erkennen können, weshalb Porter sauer auf sie ist. 

Das Ende ist auch mein kleiner Wehrmutstrophen. Bis Seite 430 habe ich das Buch total geliebt und hatte ständig Herzchen in den Augen, weil es einfach lustig, traurig und spannend zu gleich war. Doch dann hat die Autorin es mit der Auflösung von Alex etwas übertrieben. Bailey wurde einfach total naiv dargestellt, auch wenn es schlüssig erklärt wurde, konnte es mich nicht überzeugen. 

Porter ist ein interessanter Charakter. Er wurde selbst sehr verletzt, so dass er Mädchen gegenüber vorsichtig ist. Außerdem muss er zwei Jobs meistern um seine Familie mit über Wasser zu halten. Das alles hat ihn zwar zu einem beliebten Typen, aber auch zu einer Art Außenseiter gemacht. 

Bailey und Porter ergeben ein interessantes Gespann ab. Die Liebesgeschichte ist eher unkonventionell, aber umso glaubhafter, da man die Unsicherheit auf beiden Seiten spürt. Sie sind beide verbrannte Kinder, so dass es glaubhaft ist, weshalb sie ständig in Streit geraten und sich Missverständnisse ergeben.

Jedes Kapitel beginnt mit einem Film-Zitat was ich total super fand. Zwischendurch gibt es immer wieder Chat-Verläufe zwischen Alex und Bailey.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm. Inhaltlich geht es um Baileys Entwicklung von einem verschlossenen Mädchen zu mehr Offenheit gegenüber den Menschen, die sie gerne hat. 
Es gibt viele unerwartete Wendungen und tragische Ereignisse aus der Vergangenheit, die bewältigt werden müssen. Man hat es nie kommen sehen und wurde deshalb immer irgendwie überrascht. 

Unterm Strich hat mir das Buch wirklich gut gefallen. Die Geschichte hat Ecken und Kanten und ist nicht immer perfekt, doch gerade das hat sie so besonders gemacht. Ich kann das Buch nur empfehlen.
 

Fazit:

Ein sommerlicher Roman über die erste Liebe und ein Mädchen, dass sich ändern möchte, um ein schlimmes Ereignis zu verarbeiten. Ich hatte Herzchen in den Augen, weil die Charaktere so sympathisch waren und es gleichzeitig traurig, lustig und spannend war. Lediglich die Auflösung über Chatfreund Alex fand ich zu gestellt, doch es konnte meine Begeisterung kaum trüben. Von mir gibt 4,5 Sterne (also fünf) und ich empfehle das Buch wegen dem tollen sommerlichen Setting gerne weiter. 
 

Autorin:

30312700
Jenn Bennett wurde in Deutschland geboren, zog dann aber in die USA. Sie reist gern, u.a. nach Europa und Südostasien. Sie arbeitet hauptberuflich als Autorin und hat u.a. eine sehr erfolgreiche Fantasyserie geschrieben, bevor sie nun mit "Die Anatomie der Nacht" ihr erstes realistisches Jugendbuch vorlegt. Jenn Bennett lebt mit ihrem Mann in Georgia. (Quelle: Verlag)

Mittwoch, 24. April 2019

Rezension: Niemalswelt von Marisha Pessl

Titel: Niemalswelt
Autorin: Marisha Pessl
Originaltitel: Neverworld Wake
Seitenanzahl: 384 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 14 J./Thriller
Reihe: Nein
Preis: 18 EUR
ISBN : 978-3-551-58400-7
Verlag: Carlsen Verlag

Erschienen am 22.03.2019
www.carlsen.de 

Klappentext:

Seit Jims ungeklärtem Tod hat Bee keinen ihrer Freunde mehr gesprochen. Als sich die fünf ein Jahr später in einem noblen Wochenendhaus an der Küste wiedertreffen, entgehen sie nachts nur knapp einem Autounfall. Unter Schock und vom Regen durchnässt kehren sie ins Haus zurück. Doch dann klopft ein geheimnisvoller Unbekannter an die Tür und eröffnet ihnen das Unfassbare: Der Unfall ist wirklich passiert und es gibt nur einen Überlebenden. Die Freunde sind in einer Zeitschleife zwischen Tod und Leben gefangen, in der sie dieselben elf Stunden immer wieder durchlaufen – bis sie sich geeinigt haben, wer von ihnen überlebt. Der Schlüssel zur Entscheidung scheint Jims Tod zu sein – in ihrer Verzweiflung beginnen die Freunde nachzuforschen, was wirklich mit ihm passiert ist, in jener Nacht, in der er in den Steinbruch stürzte. Und langsam wird klar, dass sie alle etwas zu verbergen haben …

Meine Meinung:

Ich konnte das Buch überhaupt nicht einschätzen und war daher sehr gespannt auf die Story.

Den Einstieg fand ich etwas holprig. Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Bee erzählt. Sie hat gerade das erste Jahr College hinter sich und möchte die Sommerferien bei ihrer Familie verbringen.

Eines Abends fährt sie zu einem Wochenendhaus an die Küste um ihre alten Schulfreunde Martha, Whitley, Kipling und Cannon wiederzutreffen. Seitdem ihr gemeinsamer Freund Jim bei einem Unfall ums Leben kam, haben sie sich nicht mehr gesehen. Bee möchte endlich wissen wie Jim gestorben ist, und verdächtigt die anderen etwas darüber zu wissen. Am Ende des Abends kommt es zu einem Autounfall und damit beginnt die Zeit in der Niemalswelt.
Ich finde es schade, dass der Klappentext soviel verrät, denn die nächsten Kapitel wären bestimmt spannender und überraschender gewesen, wenn man nichts von der Niemalswelt gewusst hätte bzw. der Zeitschleife in der die Jugendlichen festsitzen.

Doch man irrt sich, wenn man glaubt, dass man weiß wie es weitergeht. Die Autorin lässt ihre Charaktere bewusst oberflächlich erscheinen, denn so kann sie sie immer wieder in eine andere Richtung schubsen. Niemand ist so wie man glaubt, selbst Bee kann immer wieder mit Überraschungen und Kehrtwenden punkten.

Leider brauchte das Buch eine Weile um mich mitzureißen. Die ersten 120 Seiten habe ich als mühsam empfunden. Die Charaktere haben sich versucht in der Niemalswelt zurecht zu finden. Jeder ist anders mit der Zeitschleife und dem "Täglich-grüßt-das-Murmeltier-Zustand" umgegangen. Das konnte ich nachvollziehen, aber ich konnte keinen Zusammenhang oder Sinn erkennen. Der ergibt sich erst viel später. Je weiter ich gelesen habe, desto spannender und fesselnder wurde es. Plötzlich mochte ich das schnelle Tempo, dass die Autorin von Anfang an vorgibt. Auch wenn dadurch wichtige Dinge (wie Jim's Tod oder das Ergebnis der Abstimmung) fast untergehen. Es fügt sich alles gekonnt ineinander und lässt einen sprachlos zurück.

Immer wenn mir manche Erlebnisse zu glatt und vorhersehbar waren, dann hat die Autorin wieder eine Bombe platzen lassen und alles geändert. Das hat mich beeindruckt.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Es war temporeich und fesselnd
Inhaltlich ist die Story clever und faszinierend. Es hat Spaß gemacht, durch die Zeit zu springen und die Gesetzmäßigkeiten der Niemalswelt zu entdecken. 

Bee war mir zwar durchgängig zu distanziert, auch wenn es sich am Ende erklärt, aber so ging mir ihr Schicksal leider auch nicht so nahe, wie es hätte sein können. Man merkt irgendwie, dass sie dem Leser gegenüber nicht ehrlich ist, und so war ich immer misstrauisch.

Insgesamt hat mir das Buch trotzdem gut gefallen. Es hatte einfach etwas erfrischend Neues und großen Unterhaltungswert.



Fazit:

Nach einem zähen Einstieg konnte mich das Buch mit jeder Seite mehr fesseln. Es bietet wirklich ein Feuerwerk an Überraschungen und unerwarteten Wendungen. Nichts ist wie es scheint und alle Charaktere haben ein Geheimnis, dass gelöst werden möchte. Es hat Spaß gemacht die Gesetzmäßigkeiten der Niemalswelt kennenzulernen. Die Story ist clever und erfrischend mit großem Unterhaltungswert. Von mir gibt es vier dicke Sterne.

Autorin:

36545927Marisha Pessl stammt aus Asheville, North Carolina, und lebt mittlerweile in New York. Ihr Debütroman Die alltägliche Physik des Unglücks wurde ein internationaler Bestseller, hat diverse Preise gewonnen und ist von der New York Times als eines der 10 Best Books of the Year ausgewählt worden. Niemalswelt ist ihr erstes Buch für Jugendliche und junge Erwachsene. Mehr über Marisha auf MarishaPessl.com und auf Facebook, Twitter und Instagram. (Quelle: Verlag)


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Ich danke dem Carlsen Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.


-Meine Meinung zum Buch wurde dadurch nicht beeinflusst - 





Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (ohne kommerziellen Zweck zur reinen Information) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Wenn es Dich interessiert, kannst Du dort weitere Informationen zum Buch finden.

Mittwoch, 10. April 2019

Rezension: Ich gehöre ihm von Angela Gilges

Titel: Ich gehöre ihm
Autorin: Angela Gilges
Seitenanzahl: 304 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 14
Reihe: Nein
Preis: 9,00 EUR
ISBN: 978-3-8415-0571-2
Verlag: Oetinger

Erschienen am 01.02.2019
www.oetinger.de

Klappentext:

Caro ist eine 15-Jährige mit den klassischen Unsicherheiten der Pubertät. Und die weiß einer auszunutzen: Nick. Erst trägt er seine »Prinzessin« auf Händen, dann mitten in den Teufelskreis aus Manipulation und Abhängigkeit. Man möchte »Stop!« schreien, wenn Ich-Erzählerin Caro morgens zur Schule, nachmittags auf den Straßenstrich und abends zu den ahnungslosen Eltern geht. Wenn »Loverboy« Nick sie immer wieder um den Finger wickelt. Findet sie einen Ausweg aus dieser Situation?

Meine Meinung:

Mir ist das Buch zuerst im Buchladen aufgefallen, denn ich habe wirklich geglaubt, dass jemand auf dem Cover herumgekritzelt hat. Als es dann eine Leserunde gab, habe ich mich neugierig angeschlossen. Zwangsprostitution ist mir natürlich ein Begriff, aber von dem Begriff "Loverboys" hatte ich vorher noch nie direkt gehört. 

Unbedarft habe ich angefangen zu lesen. Ehrlich gesagt war ich skeptisch, denn das Buch ist gerade mal 300 Seiten dick und ist nach einer Filmvorlage geschrieben worden. Bisher mochte ich "Bücher zum Film" eher nicht, aber jeder verdient eine faire Chance. Außerdem habe ich den Film noch nicht gesehen, daher kann ich hier keinen direkten Vergleich ziehen. Vermisst habe nichts und die Autorin hat einen geschickten Weg gewählt, indem sie prekäre Szenen aus Caro's Ich-Erzählungen herausnimmt und sie von einem unabhängigen Erzähler berichten lässt.

Die Geschichte hat mich von der ersten Seite in den Bann gezogen. Die 15-jährige Caro lernt einen jungen Mann namens Nick kennen und lässt sich von ihm schnell um den Finger wickeln. Was vielleicht in anderen Büchern süß und romantisch ist, wirkt hier beklemmend. Da man weiß worauf es hinausläuft, war der Verlauf für mich nur schwer zu ertragen. Trotzallem bangt man doch die ganze Zeit, ob Caro den Schwindel erkennt und noch rechtzeitig den Absprung schafft. Das Geheimnis für einen echten Pageturner.

Nick schafft es nach kurzer Zeit Caro zur Prostitution zu überreden. Geschickt hält er die Zügel in der Hand. Caro geht weiterhin zur Schule und nachmittags anschaffen. Ein Teufelskreislauf, der umso tragischer ist, da Caro nichts unternimmt, und immer weiter isoliert wird. Die geschickte Masche der so genannten Loverboys, die junge, naive Mädchen in sich verliebt machen, um sie dann für sich anschaffen zulassen. 

Ich hätte nie gedacht, dass mich das Buch so mitnimmt. Mich hat Caro's Schicksal bis in meine Träume verfolgt und auch jetzt hallt die Geschichte immer noch nach. 

Der Schreibstil ist bildlich, einnehmend und gewaltig. Schonungslos wird über Vergewaltigung, Manipulation, Abhängigkeit und Gewalt berichtet. Ich brauchte manchmal regelrechte Lesepausen um das Geschehene zu verarbeiten. 

Caro's Familie die hilflos zusieht, weil sie gar nicht versteht, was mit ihrer Tochter und Schwester passiert. Niemand ahnt etwas oder will es nicht wahrhaben. 

Nach dem Ende des Buches war ich erschüttert und baff. Entsetzt darüber, dass es eine Geschichte stellvertretend für ganz viele "reale" Fälle ist. Es sind normale Mädchen, denen es passiert. Und es sind "normale" Männer, die diese jungen Prostituierten aufsuchen. Familienväter, die selbst eine 15-jährige Tochter haben. Deshalb finde ich es gut, dass das Buch auf dieses Thema aufmerksam macht und sensibilisiert. 
Vielleicht kann es junge Mädchen dazu bringen, Typen wie Nick zu durchschauen und seine ausgedachten Geschichten zu hinterfragen. Ich wäre total glücklich, wenn das passiert.

Also Leute, lest dieses Buch. Sprecht mit euren Töchtern oder kleinen Schwestern darüber. Macht euch stark und macht es Typen wie Nick nicht so leicht. Niemand der einen liebt, würde einen durch solch eine Hölle schicken. Das muss man sich immer sagen.

Fazit:

Ein wichtiges Buch, dass einem das Thema Loverboys und ihre Machenschaften näherbringt. Die Geschichte ist eindringlich und beklemmend und hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Caro's Schicksal hat mich berührt und mich lange beschäftigt. Ich hoffe, dass es die Geschichte schafft, junge Mädchen zu sensibilisiseren und sie vor Typen wie Nick zu bewahren. Ich kann es daher nur weiterempfehlen. Eine Geschichte die man gelesen haben sollte, um sie mit seiner Tochter oder jüngeren Schwester zu besprechen. Von mir gibt es alle fünf Sterne, denn ich bin immer noch sprachlos.

Autorin:

Angela Gilges ist eine der Autorinnen des "Ich gehöre ihm" Fernsehfilms mit 4,43 Millionen Zuschauern im Ersten. 

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Ich danke der Autorin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares und lovelybooks für die tolle Leserunde.


-Meine Meinung zum Buch wurde dadurch nicht beeinflusst - 



Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (ohne kommerziellen Zweck zur reinen Information) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Wenn es Dich interessiert, kannst Du dort weitere Informationen zum Buch finden.
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