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Montag, 4. Dezember 2017

Rezension: Der Soundtrack meines Lebens von Jessi Kirby

Titel: Der Soundtrack meines Lebens
Autorin: Jessi Kirby
Originaltitel: In Honor
Seitenanzahl: 288 Seiten
Genre: Roadtrip
Reihe: Nein
Preis: 7,99 EUR
ISBN: 978-3-551-31437-6
Verlag: Carlsen
Erschienen am 29.04.2016
www.carlsen.de 

Klappentext:

Eigentlich sollte die Zeit zwischen Highschool und Uni für Honor die glücklichste ihres Lebens werden. Doch dann kommt ihr Bruder Finn im Irak um und für sie bricht eine Welt zusammen. Alles, was Honor von ihm bleibt, ist sein Auto und ein Brief mit zwei Tickets für das Abschiedskonzert ihrer Lieblingssängerin. Also macht sie sich gemeinsam mit Finns bestem Freund Rusty auf den Weg nach Kalifornien. Auf ihrem Roadtrip lernen die beiden mit ihrer Trauer umzugehen. Und je weiter sie von zu Hause weg sind, desto mehr finden sie zueinander …

Meine Meinung:

Vor einer Weile habe ich von der Autorin Mein Herz wird dich finden gelesen und war davon total begeistert. Daher wollte ich gern auch ihre anderen Bücher kennenlernen.

In dieser Geschichte geht es um den Verlust eines geliebten Menschen und was danach kommt.  
Der Einstieg gelingt leicht, auch wenn es zu Beginn sehr traurig ist. Wir begleiten die 17-jährige Honor auf die Beerdigung ihres großen Bruders. Ohne Finn fühlt sie sich plötzlich leer und ohne Ziel. 
Jessi Kirby schafft es sofort mich in die jeweilige Stimmung zu versetzen. Zum Glück hält sie sich nicht lange mit traurigen Passagen auf. 
Nachdem Honor einen Brief von Finn gelesen hat, in dem er ihr quasi seinen letzten Wunsch mitteilt, macht sie sich auf den weiten Weg nach Kalifornien, um ihn Finn zu erfüllen. Durch Zufall wird Finns ehemaliger bester Freund Rusty ihr Reisebegleiter. 

Durch den Song Carry On Wayward Son und den 67er Chevy Impala kam schon ein bisschen Supernatural Feeling auf und so erinnerte mich Rusty öfter an Dean Winchester. Schweigsam, verkatert und mit einem großen Faible für Blondinen und den Chevy.

Die ersten Stunden auf dem Roadtrip verliefen schweigend. Es war schön, wieviel Zeit sich die Autorin für die Entwicklung der Reise lässt.
Wir fuhren mit herunter gekurbelten Fenstern und aufgedrehtem Radio, jeder einen Arm auf den Türrahmen gestützt. Heißer Wind brauste durchs Wageninnere und wehte mein offenes Haar wild umher; so den Highway entlangzufahren, war ein Gefühl der Freiheit. (Auszug Seite 190)
 
In diesem Buch ist der Weg das Ziel. Alle Stationen des Roadtrips sind interessant und gut ausgewählt. Honor und Rusty erleben außergewöhnliche Momente und treffen auf ihrer Reise auf besondere Menschen, wobei Honor auch spirituelle Wege einschlägt.
 
Der Schreibstil ist angenehm und atmosphärisch. Besonders gelungen sind die Landschaftsbeschreibungen und das Gefühl selbst Teil dieser Reise zu sein. Man konnte die Hitze von New Mexiko beim Lesen förmlich spüren.
 
Honor erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive und wirkte auf mich durchgängig etwas verloren. Sie wollte nach Finns Tod einfach nur irgendwie weitermachen. Das schien besser als nichts zu tun. Doch einen richtigen Plan hatte sie nicht. Bisher hatte immer Finn alle wichtigen Entscheidungen für sie getroffen und sich um alles gekümmert. Plötzlich war Honor allein. Das wäre die perfekte Möglichkeit einer Entwicklung gewesen, aber leider passiert bis zum Ende gar nichts, um dann in einer 180 Grad Wendung zu enden. Eine kontinuierliche Entwicklung hätte mich mehr überzeugt. Honor war mir schon sympathisch, doch von einer Hauptfigur habe ich einfach etwas mehr erwartet. 
 
Aus Rusty wird man nicht so richtig schlau. Zwar blitzt immer mal wieder seine verletzliche Seite durch, so dass man erahnen kann, wie er ebenfalls unter Finns Tod leidet. Doch unterm Strich wirkt er unnahbar und rätselhaft. 
 
Der Schlagabtausch zwischen Rusty und Honor war unterhaltsam. Allerdings haben mich die vielen ungesagten Dinge zwischen den beiden auch oft fertig gemacht. Es herrschte so oft eine beklemmende Stimmung im Auto, dass ich manchmal gerne ausgestiegen wäre. Doch gerade diese Gefühlsachterbahn hat mich auch bei Laune gehalten.
 
 
Das Buch ist wirklich schön und ich habe es gerne gelesen. Doch es fehlte bis zum Schluss der letzte Kniff, der mich vollends überzeugt. Es ist eine interessante Reise, die anders verläuft, als man denkt. Auch die Beziehung zwischen Rusty und Honor ist alles andere als klischeehaft. Aber dadurch bleibt die Liebesgeschichte auch sehr blass und ein wenig enttäuschend. Ich hätte mir definitiv mehr prickelnde Momente gewünscht und nicht nur den Anblick schwitziger Boxershorts.  
 
Unterm Strich bleibt das Buch etwas zu Gefühlsdistanziert. Wenn man die tragische Geschichte um Finn bedenkt, dann hätten Tränen fließen müssen, danach hätte man Hoffnung fühlen können oder neuen Mut. Aber so richtig kommt das alles nicht vor und so dümpelt man eher seicht dahin. Was nicht schlimm ist. Am Ende bekommt man einige Aha-Erlebnisse und kann damit gut abschließen. Es ist eine tolle Geschichte, die aber noch besser hätte sein können.  
 

Fazit:

Ein schöner Roadtrip mit atmosphärischer Landschaft und einer Menge Balast an Bord. Zwei Personen auf einer Suche nach neuen Wegen und einem Warum. Die Reise ist gelungen, leider blieb mir die Liebesgeschichte und die Entwicklung der Hauptperson etwas zu blass. Es bleibt eine tolle Geschichte, die noch besser hätte sein können. So bleibt es bei vier unterhaltsamen Sternen. 
 

Weitere Bücher:

 

Autorin:

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Jessi Kirby war früher Englischlehrerin und Bibliothekarin. Sie ist heute Autorin mehrerer Bücher, Ehefrau, Mutter, Strandliebhaberin und Läuferin. Sie liebt zeitgenössische Jugendliteratur, starken Kaffee und dunkle Schokolade. Und zwar in genau dieser Reihenfolge. (Quelle: Verlag)

Sonntag, 22. Oktober 2017

Aktion: Gemeinsam Lesen... Der Soundtrack meines Lebens #2

Nach langer Zeit startet für mich heute (Start: 15.10.2017) mal wieder ein gemeinsames Lesen. Zusammen mit Marina vom Blog Bücherpfötchen (Link zum Blog--> Klick) möchte ich diese Woche das Buch: Der Soundtrack meines Lebens von Jessi Kirby lesen. 

 


Ich habe von der Autorin Anfang des Jahres Mein Herz wird dich finden
gelesen, dass mich sehr gefesselt hat. Daher bin ich gespannt, wie mir der Soundtrack gefällt. Ich bin ein großer Fan von Roadtrips und hoffe auf ein paar schöne Lesetage.  

Inhaltsangabe
Für Honor bricht eine Welt zusammen, als der wichtigste Mensch in ihrem Leben stirbt: Ihr Bruder Finn fällt in Afghanistan. Sein Geschenk zu Honors Schulabschluss trifft kurz nach der Todesnachricht ein – Konzertkarten für das Abschiedskonzert der Sängerin, die die Geschwister ein Leben lang mit ihrer Musik begleitet hat. In Finns Auto startet Honor einen Roadtrip quer durch die USA, begleitet von Rusty, Finns chaotischem besten Freund. Der Trip erweist sich als eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Bald fliegen zwischen den beiden die Fetzen, doch je länger sie unterwegs sind, desto mehr verwandeln sich diese in Funken …

Ich werde hier nach gewissen Abschnitten/Kapiteln immer eine kurze Meinung posten.

Kapitel 1-5

Der Einstieg in die Geschichte gelingt leicht, auch wenn es zu Beginn sehr traurig ist. Wir begleiten Honor auf die Beerdigung ihres großen Bruders. Ohne Finn fühlt sie sich plötzlich leer und ohne Ziel. Jessi Kirby schafft es sofort mich in die jeweilige Stimmung zu versetzen. Zum Glück hält sie sich nicht lange mit traurigen Passagen auf. Nachdem Honor einen Brief von Finn gelesen hat, in dem er ihr quasi seinen letzten Wunsch mitgeteilt hat, macht sie sich auf den weiten Weg nach Kalifornien. Durch Zufall wird Rusty ihr Reisebegleiter. 
Rusty war Finns bester Freund bis etwas vorgefallen ist, dass die Freunde entzweit hat. Da wir als Leser über das Ereignis noch im Dunkeln tappen, verspricht der Roadtrip sehr interessant zu werden.

Kapitel 6-10 

Die ersten Stunden auf dem Roadtrip verlaufen schweigend. Es ist schön, wieviel Zeit sich die Autorin für die Entwicklung der Reise lässt. Bei der ersten Übernachtung lernt Honor einen interessanten Jungen kennen, mitdem sie ein einen romantischen Sonnenaufgang unter Wasser erlebt. 
Beim Weiterfahren geraten Rusty und Honor in eine gefährliche Situation. 
Mir gefällt das Buch immer besser. Man merkt, dass Honor im Moment etwas verloren wirkt und einfach nur weitermacht. Das ist besser als nichts zu tun. 

Kapitel 11-15


Hat von Euch das Buch schon jemand gelesen?

Montag, 4. September 2017

Rezension: Wie mein Sommer in Flammen aufging von Jennifer Salvato Doktorski

Titel: Wie mein Sommer in Flammen aufging
Autorin: Jennifer Salvato Doktorski
Seitenanzahl: 352 Seiten
Genre: Roadtrip / Jugendbuch ab 12
Reihe: Nein
Preis: 9,99 EUR
ISBN: 978-3-570-31025-0
Verlag: cbt

Erschienen am 08.02.2016
www.cbt-buecher.de 

Klappentext:

Einstweilige Verfügung? Nicht mit Rosie! Was kann sie denn dafür, wenn die Karre ihres Exfreunds in Flammen aufgeht und ihre Bemühungen um Wiedergutmachung als Stalking ausgelegt werden?! Rosie will doch nur eines: Joeys Herz zurückgewinnen. Zu blöd, dass ihre Eltern genau das verhindern wollen und sie mit Nachbarsjunge Matty und dessen Freunden auf einen Road Trip schicken. Und plötzlich steht schon wieder was in Flammen. Nämlich ihr Herz. Aber nicht wegen Joey …

Meine Meinung:

Ich lese gerne Bücher über Roadtrips und daher musste natürlich auch diese sommerliche Geschichte bei mir einziehen.

Rosie (lt. Klappentext: eine Heldin mit Herz- witzig, stur & liebenswert) wurde das Herz gebrochen. Als sie mit einer melodramatischen Geste die Erinnerungsstücke von Joey und sich anzünden wollte, ist leider das Auto von Joey in Flammen aufgegangen. Aus Brandstiftung wurde Stalking und zum Schluss blieb Rosie nichts anderes übrig, als mit Nachbarsjunge Matty und seinen Freunden einen Roadtrip zu machen, um eine Weile unterzutauchen.

Rosie ist wirklich eine kleine Dramaqueen, hat aber auch durchaus ihre tollen Momente. Trotzdem wirkt sie oft selbstsüchtig und sieht immer nur sich und ihre Probleme. Das ganze wird ziemlich witzig erzählt und kann durchaus unterhalten. 

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Rosie erzählt. Ironisch nimmt sie sich und ihre Stalker Situation immer wieder auf die Schippe. Gleichzeitig merkt man aber auch, dass sie sich große Sorgen macht, wie die Gerichtsverhandlung ausgehen wird und was ihre Klassenkameraden wohl von all dem halten, wenn die Sommerferien zu Ende sind.  

Den Roadtrip unternimmt sie mit Matty, seinem besten Freund Spencer und dessen großen Bruder Logan. Ich muss gestehen, dass ich den Trip leider etwas langweilig fand. Es gab zwar einige witzige Szenen, aber das meiste war ziemlich belanglos. Das Buch ist nicht schlecht, aber meine Erwartungen waren wirklich deutlich höher.

Auch hatte ich eine süße Liebesgeschichte erwartet. Stattdessen hat Rosie irgendwie mit jedem männlichen Wesen in diesem Buch auf die ein oder andere Art etwas laufen und merkt es teilweise noch nicht mal. Das war irgendwie nichts für mich. Einerseits hat es etwas die Spannung erhöht (wer wird jetzt das Rennen machen?), aber andererseits hat Rosie dadurch echte Sympathiepunkte bei mir eingebüßt.

Der Schreibstil ist witzig und unterhaltsam. Das Buch lässt sich leicht weglesen. Perfekt für eine sommerliche Lektüre. Die Charaktere bleiben leider etwas hinter ihren Möglichkeiten zurück und wirken nicht sehr tiefgründig.  Die Autorin bedient sich mehr als einmal ganz tief in der Klischeeschublade, aber andererseits gehört das auch zu diesem Genre dazu. Nachdem Rosie immer weiter in meiner Gunst gesunken ist, haben es Matty und Spencer dafür immer weiter nach oben geschafft. Ihre Art Dinge zu regeln, hat mir gefallen und auch die Dialoge waren unterhaltsam.

Die Handlung ist in Ordnung. Man weiß wirklich nicht so richtig, wohin die Reise geht und dadurch konnte mich die Autorin bei Laune halten. Es passieren einige unerwartete Dinge und so bleibt das Buch eine solide Geschichte, die man gerne am Strand verschlingen kann. 
 

Fazit:

Das Buch kann mit seinem humorvollen Schreibstil punkten, auch wenn der reine Roadtrip und die Liebesgeschichte hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben sind. Es ist eine gute Geschichte, die man perfekt an einem Nachmittag am Strand verschlingen kann. Man sollte nur nicht zu viel Tiefgang und Logik erwarten, dann kann man sich mit dem Buch perfekt amüsieren. Von mir gibt es drei tolle Sterne. 

 

Autorin:

15802883Jennifer Salvato Doktorski hat früher mal in ihrem selleriegrünen Oldsmobile einen Road Trip quer durch die Vereinigten Staaten gemacht. Als freischaffende Schriftstellerin hat sie Artikel und Essays für nationale Zeitschriften wie Cosmopolitan geschrieben. Sie lebt in New Jersey mit ihrer Familie und ihrem Hund Buffy (dem Quietschspielzeug-Killer). "Wie mein Sommer in Flammen aufging" ist ihr Debüt.  (Quelle: Amazon)

Montag, 21. August 2017

Rezension: Nur wenn ich fliehe von Terri Blackstock

Titel: Nur wenn ich fliehe
Autorin: Terri Blackstock
Originaltitel: If I Run
Seitenanzahl: 256 Seiten
Genre: Roman/ Spannung
Reihe: Teil 1 von 3
Preis:15,00 EUR
ISBN: 978-3-7655-2047-7
Verlag: Brunnen Verlag
Erschienen am 01.02.2017
www.brunnen-verlag.de 
Bei Amazon kaufen!

Klappentext:

Angst pulsiert wie Blut in meinen Adern, in meinen Ohren, hinter den Schläfen. Ich habe keine Idee, wie ich meine Unschuld beweisen soll. Ich will nur überleben.
Nach der Ermordung ihres besten Freundes muss Casey aus der Stadt und durch die halbe USA fliehen. Die Polizei geht davon aus, dass Casey die Mörderin ist, und setzt den jungen Ermittler Dylan an, sie zu finden. Doch Casey weiß, dass ihre skrupellosen Verfolger ein schmutziges Spiel treiben, um eigene dunkle Machenschaften zu vertuschen. Auf ihrer Flucht begegnet Casey einer älteren Dame, die selbst mit ihrer Familie in Schwierigkeiten steckt. Beim Versuch, ihnen zu helfen, wird Casey schließlich vom jungen Ermittler entdeckt ... 



Meine Meinung:

Titel und Klappentext haben mich gleich angesprochen und ich habe eine spannende Verfolgungsjagd erwartet.

Die Geschichte startet mit Caseys Flucht. Ab der ersten Seite steht die junge Frau unter Strom und tut alles um vor der Polizei zu fliehen. Hat sie ihren besten Freund jetzt doch umgebracht, und wenn nicht, warum stellt sie sich dann nicht einfach? Auf diese Fragen erhält man bald eine schlüssige Antwort. Zumindest ist es nachvollziehbar, warum Casey der Polizei nicht traut.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Casey und dem Ermittler Dylan erzählt. Dylan ist Anfang 30, war im Kriegseinsatz und leidet unter einer posttraumatischen Belastungstörung. Deshalb findet er keinen Job und bekommt nur durch Zufall den Auftrag als Privatdetektiv nach der entlaufenden Casey zu suchen.

Casey mochte ich als Charakter sehr gerne. Einerseits war es cool, dass sie die Situation jederzeit im Griff hatte. Anderseits wäre es vielleicht glaubwürdiger gewesen, wenn sie auch mal Fehler gemacht hätte. So war sie doch eine sehr perfekte Hauptprotagonistin ohne Ecken und Kanten. Sie war der Polizei immer einen Schritt voraus, was sympathisch war, aber auch etwas die Spannung genommen hat.

Dylan stößt in dem Mordfall bald auf Ungereimtheiten. Casey, die ihm immer wieder entwischt, weckt sein Interesse und er beginnt die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Dabei stößt er in ein Wespennest aus Korruption. Der aktuelle Mord scheint mit einem alten Fall in Verbindung zu stehen. Doch der Täter ist nicht gewillt sich erwischen zu lassen, so dass viele Menschen in Gefahr schweben.

Die Geschichte lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Es wird ein schnelles Tempo vorgegeben, was zur spannenden Story passt. Leider bleiben die Charaktere dadurch etwas zu oberflächlich, da man keine richtige Zeit hat sie kennenzulernen. Außerdem wirkt manchmal alles einen Tick zu konstruiert bzw. zu einfach aufgelöst. Andererseits ist es vielleicht wirklich möglich anhand der vielen Überwachungskameras so schnell herauszufinden, wo sich eine gesuchte Person aufhält. Und vielleicht bekommt man wirklich an der ersten Ecke einen gefälschten Ausweis. Ich glaube das jetzt einfach mal.

Der Spannungsbogen wird kontinuierlich gesteigert, auch wenn ich mich bald gefragt habe, wie die Autorin die Geschichte auf 256 Seiten auflösen möchte. Wollte sie aber gar nicht, denn ich habe jetzt erfahren, dass es zwei weitere Bände geben wird. Daher muss man sich damit abfinden, dass sich die Story am Ende nur teilweise auflöst.

Caseys Flucht ist in dem Buch nicht der einzige Handlungsbogen. Es gibt quasi eine Story in der Story, die in sich abgeschlossen ist, und mit der man auf den ersten Blick nicht gerechnet hätte. Wie glaubwürdig dieser Entführungsfall ist, sei mal dahingestellt, aber man darf das ganze Buch insgesamt nicht allzusehr hinterfragen. Dazu gibt es für meinen Geschmack einfach zu viele Zufälle.

Für mich war das Lesen wie das Anschauen einer amerikanischen Fernsehserie (z.B. CSI). Man kann mitfiebern, sich berieseln lassen und am Ende vor Spannung an den Fingernägeln kauen. Aber da ich wirklich viele Serien schaue, konnte mir die Autorin mit "Nur wenn ich fliehe" nichts wirklich Neues mehr präsentieren. Ich habe alles schon mal irgendwo gesehen oder gehört. Das hat mich im Prinzip nicht weiter gestört und ich kann mir gut vorstellen, dass das Buch umso spannender wird, wenn man noch nicht so viele ähnliche Geschichten/ Serien aus der Richtung gelesen oder gesehen hat. 

Ich hätte ein noch größeres Katz-und-Maus-Spiel erwartet, allerdings kann das ja noch in den Folgebänden kommen. Insgesamt hatte ich echt Spaß beim lesen dieses Buches und möchte auf jeden Fall den zweiten Teil lesen.

Fazit:

Wer amerikanische Actionserien mag, dürfte viel Freude mit dieser temporeichen Geschichte haben. Das Katz-und-Maus Spiel zwischen Casey und Dylan hätte zwar etwas  spannender sein können, aber die Autorin verlagert den Schwerpunkt ab der Hälfte des Buches auf eine andere Story. Insgesamt hätte etwas mehr Tiefgang und weniger Zufall nicht geschadet, aber wenn man nicht immer alles hinterfragt, kann man wirklich Spaß beim lesen haben. Von mir gibt es vier tolle Sterne. 

Reihe:

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  1. Nur wenn ich fliehe
  2. Wenn sie mich finden
  3. Nur wenn ich lebe 

Autorin:

Terri Blackstock ist New-York-Times-Bestsellerautorin. Weltweit hat sie bereits über 7 Millionen Bücher verkauft und zahlreiche Preise gewonnen. Sie lebt in den USA. (Quelle: Verlag)

Montag, 20. Juni 2016

Rezension: Hot Dogs zum Frühstück von Elke Becker

Titel: Hot Dogs zum Frühstück
Autorin: Elke Becker
Seitenanzahl: 270 Seiten
Genre: Roman/Roadtrip
Reihe: Nein
Preis: 3,49 EUR
Verlag: Selbstverlag
Erschienen am 23.12.2014
Bei Amazon kaufen? 

Klappentext:

Romana hat die Nase gestrichen voll. Seit geraumer Zeit verhält sich ihr Mann eigenartig und eröffnet ihr unverhofft, dass er sich in ihrer Ehe eingeengt fühlt. Er vermisst seine Freiheit. Die kann er haben, denkt sich Romana und stürzt sich Hals über Kopf in ein Abenteuer: Sie will mit einem alten VW-Bus die berühmte Route 66 befahren.
Unterwegs schließen sich ihr Damaris, Hanna und Adelheid an. Auch sie verbinden ihre ganz persönlichen Wünsche, Hoffnungen und Träume mit der Reise.
Vier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, ein VW-Bus, und die Suche nach dem großen Glück.


Meine Meinung:

Als begeisterter Roadtrip-Fan musste ich natürlich auch dieses Buch lesen. Das Cover finde ich total toll und es zeigt sogar eine Szene aus dem Buch.

Mit dem Einstieg der Geschichte hat mich die Autorin im wahrsten Sinne des Wortes "überfahren". Es ging alles so schnell, dass ich gar nicht hinterher kam. Romana weiß sofort, dass sie diesen Roadtrip machen will, als ihr Mann eine Auszeit möchte. Ohne zögern gibt sie eine Anzeige auf, um Mitreisende zu finden, die sich dann auch sofort melden. Das kam mir alles zu überstürzt und unglaubwürdig vor.
Doch nach ca. fünfzig Seiten, als sich Romana, Hanna und Damaris langsam angenähert haben, wurde auch ich Teil dieser Frauengruppe. Ich konnte mich in die Personen hineinversetzen und mit ihnen mitfühlen. Unterwegs stößt noch die ältere Adelheid zum Trio hinzu und gemeinsam machen sie sich auf die Reise über die Route 66 Richtung Los Angeles.

Die Geschichte geht nicht unbedingt in die Tiefe und einige Sätze hätte ich gerne rausgestrichen (z.B. die Unterhaltungen, wann man sich wieder trifft um Essen zu gehen oder weiterfährt usw.), aber irgendwie hat genau dies auch dazu beigetragen, dass es realistisch bleibt. Denn die Hintergrundgeschichten der einzelnen Frauen waren zum Teil ganz schön tragisch.
Jede der Vier hat ein Geheimnis, dass sie zuerst nicht unbedingt mit den anderen teilen möchte. Erst langsam, als die Erlebnisse sie unterwegs zu Freunden machen, fangen sie an sich zu offenbaren. Was dabei ans Licht kommt, ist traurig, schockierend und teilweise voller Sehnsucht.

Durch den allwissenden Erzählstil werden immer wieder Hinweise auf die Hintergründe eingestreut, so dass man selbst raten kann, welches Geheimnis dahinter steckt. Das macht Lust aufs Weiterlesen und so nahm ich das Buch immer wieder neugierig zur Hand.
Irgendwie wusste man nie was passiert und das hat Spaß gemacht.
In Las Vegas kommt es dann zu einem kleinen Finale und jede der Frauen findet für sich einen Abschluss mit ihrem alten Leben und neue Inspiration für die Zukunft. Die ein oder andere Sache war vielleicht etwas zu Viel des Guten, aber es passte zusammen.

Die Charaktere sind dabei so unterschiedlich wie ihre Probleme. Es ist der Autorin sehr gut gelungen die einzelnen Facetten hervorzuheben. Das hat die Geschichte sehr belebt. Besonders die kleinen Zickereien zwischendurch waren erfrischend echt.

Der Schreibstil ist solide. Das klingt vielleicht nicht so positiv, ist aber lieb gemeint. Schreiben ist ein Handwerk und hier hat die Autorin eine gute Arbeit abgelegt. Nicht jeder Satz ist passend oder perfekt, doch so wirkt die Geschichte einfach echt und zeigt, dass sich ein Selfpublisher nicht hinter einem Verlag verstecken muss. Zwischen dem ganzen Verlagseinheitsbrei ist diese Geschichte einfach mal was anderes und das sollte weitergesagt werden. 
Besonders gut haben mir die bildhaften Beschreibungen der Landschaft gefallen. Man konnte sich sofort die Umgebung vorstellen und war so immer Teil der Gruppe. Es ist als hätte man die Reise selbst gemacht.

Nach dem Ende werde ich wohl noch länger über das Buch nachdenken. Man hinterfragt plötzlich selbst einige Dinge und möchte wie Damaris mehr im Jetzt und Heute leben, bevor alles zu spät ist.


Fazit:

Ein Roadtrip mit vier unterschiedlichen Frauen und einer interessanten Story, die sich anders entwickelt als erwartet. Tolle bildhafte Beschreibungen und eine Geschichte die sich nicht hinter einem Verlag verstecken muss. Der Anfang war etwas holprig, aber dann wurde es wirklich richtig gut. Ich war Teil der Gruppe und an die Seiten gefesselt. Von mir gibt es daher vier dicke Sterne. Eine Geschichte über Selbstfindung und wichtige Ziele im Leben. Das schreit nach einer Leseempfehlung.

Autorin:

Geboren wurde die Autorin im schwäbischen Ulm. Nach mehrjährigen Aufenthalten in Südamerika und der Karibik zog es die Autorin wieder nach Europa. Auf Mallorca lebt sie seit 2005. 
Autorenseite: www.elke-becker.com 
FB-Fanpage: www.facebook.com/AutorinElkeBecker www.facebook.com/JJBidell  (Quelle: Amazon)

Mittwoch, 27. April 2016

Rezension: Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem von Nina LaCour

Titel: Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem
Autorin: Nina LaCour
Originaltitel: The Disenchantments
Seitenanzahl: 272 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 14/ Roadtrip
Reihe: Nein
Preis: 16,99 EUR
Verlag: Carlsen
Erschienen am 02.07.2015
www.carlsen.de 

Klappentext:

Auf nach Europa! Die Schule ist geschafft, jetzt werden Colby und Bev reisen, ein Jahr lang. Das bedeutet Abenteuer, Freiheit – und vielleicht Liebe? Darauf hofft zumindest Colby, der schon ewig in seine beste Freundin verknallt ist. Doch bevor die zwei losfliegen, geht es noch für eine Woche mit Bevs Girlband auf Tour durch Kalifornien, im alten VW-Bus von Colbys Onkel. Was als cooler Roadtrip beginnt, wird zum Desaster, als Bev die Bombe platzen lässt: Sie will nicht mit nach Paris, sondern stattdessen studieren. Colby ist fassungslos. Wann hat Bev ihre Pläne geändert? Warum wusste er nichts davon? Und was zum Teufel soll er jetzt bloß anfangen – ohne sie?

Meine Meinung:

Ich bin ein großer Fan von Roadtrips und daher musste ich dieses Buch unbedingt lesen, nachdem mir das schöne Cover in der Bücherei aufgefallen ist.

Der Originaltitel des Buches lautet "The Disenchantments". Das ist der Name der Band von Bev, Meg und Alexa. Zusammen gehen sie mit Colby, der die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, auf Tour. Ich fande es interessant, mal eine Geschichte aus "Jungssicht" zu lesen, die von einer Frau geschrieben wurde.

Zuerst war ich skeptisch und habe mich gefragt, ob der Klappentext mal wieder zuviel verrät, denn so weiß man vorher, dass Colby von Bev bezüglich ihres Auslandsjahres belogen wird. Doch es wurde schnell klar, dass es um mehr geht. Eine Woche haben wir mit Colby zusammen Zeit hinter Bevs Motive zu kommen und aufzudecken, warum sie ihn angelogen hat.

Die Autorin hat einen interessanten Schreibstil. Er ist bildlich und prägnant. Sie macht teilweise nur vage Andeutungen und überlässt es dem Leser sich den Rest zu denken. Doch sie beschränkt sich auch auf das Wesentliche. Es gibt keine langen Szenen oder endlose Dialoge. Dafür Ausschnitte und viele Rückblicke. Zuerst versteht man viele Aussagen der Protagonisten nicht, weil man noch nicht auf der Höhe der Zeit ist. Doch nach und nach schließt sich der Kreis und das ganze Bild wird sichtbar. Echt genial.

Die Geschichte kommt ziemlich ruhig und unspektakulär daher. Ich könnte gut verstehen, wenn sich viele Leute beim Mittelteil langweilen würden. Es passiert einfach nicht viel. Doch mir hat das Buch gerade deshalb gut gefallen. Ich mochte die Stimmung und die sympathischen Charaktere. Alles war liebevoll gestaltet und etwas außergewöhnlich. Es gab einfach nicht diese typischen amerikanischen Klischees. Die Personen haben Schwächen und Probleme und wurden dadurch sehr facettenreich. Und weil so wenig passiert, bleibt es auch realistisch. Es geht eben um vier Freunde, die zusammen eine Reise machen und denen "normale" Dinge passieren.

In der einen Woche ziehen die vier in einem alten VW-Bus durch Kalifornien und geben mehrere Auftritte. Colby ist dabei der Aufpasser und Fahrer. Die drei unterschiedlichen Mädchen geben ihm Rätsel auf, doch er ist für alle ein guter Freund.
Er selbst ist total in Bev verknallt und sehr erschüttert, als er mitbekommt, dass sie ihn belogen hat, was ihre gemeinsame Zukunft angeht.
Ich war mir zwischenzeitlich nicht sicher, ob er ein totales Weichei oder ein echter bester Freund ist. Ich hätte ihm so gerne mal die Meinung gegeigt, wenn er Bevs egoistische Marotten mal wieder hingenommen hat. Ständig hat er sie in Schutz genommen, obwohl sie ihn so mies behandelt hat. 
Dadurch bekommt man mit Colby eher Mitleid und fängt an Bev nicht zu mögen. 
So richtig überzeugen konnten mich ihre Motive am Ende nicht. Auch wenn jemand gemeine Dinge nicht mit purer Absicht macht, so bleiben sie eben trotzdem verletzend. Eine Freundschaft kann nicht alles entschuldigen. Doch Colby versucht weiterhin einen Ausweg zu finden. So ist er eben ein besserer Mensch oder einfach dumm. Das kann jeder sehen wie er möchte.

Unterwegs treffen die Vier viele Menschen, die interessante Sachen zu berichten haben. Colby lässt sich durch alles und jeden inspirieren und findet mit ihrer Hilfe heraus, wie es mit seinem Leben weiter gehen soll.

Der ganze Roadtrip wird von Musik und Kunst begleitet. Da alle vier auf eine Kunstschule gehen, wird viel gezeichnet, gesprayt, geschnitzt, fotografiert oder tätowiert. Dazu gibt es coolen 70er Jahre Sound. Toll gemacht.

Das Ende hat mir gut gefallen. Denn Colby hat rausgefunden was für ihn im Leben zählt.



Fazit:

Eine Geschichte über einen Roadtrip, der eine Suche nach dem Ziel im Leben ist. Es geht um Freundschaft, Vertrauen und ganz viel Musik. Dazu gibt es sympathische Personen und schäbige Hotelzimmer. Die Autorin bringt einen dazu, die Dinge zu hinterfragen und zwischen den Zeilen zu lesen. Sicher hätte ein bißchen mehr Handlung und Spannung im Mittelteil nicht geschadet. So sollte man ruhige Geschichten mögen, wenn man sich hier nicht langweilen möchte. Mir hat es gut gefallen und daher gibt es vier gute Sterne. 






11699055Autorin:

Nina LaCour arbeitete als Buchhändlerin, bevor sie an einer Highschool Englisch zu unterrichten begann. Inzwischen konzentriert sie sich ganz aufs Schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie in Oakland, Kalifornien.
Mehr über Nina LaCour unter www.ninalacour.com. (Quelle: Amazon) 
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