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Sonntag, 4. August 2019

Hörbuch - Rezension: Show me the stars von Kira Mohn

Titel: Show me the Stars
Autorin: Kira Mohn
Hördauer: 7 Std. 32 Minuten
Genre: Liebe/Freundschaft
Reihe: Teil 1 (abgeschlossen)
Preis: 12,95 EUR
ISBN: 978-3-8398-1691-2
Verlag: Argon Verlag

Erschienen am 24.07.2019
www.argon-verlag.de 


Klappentext:

Auszeit! Diese Überschrift schreit Liv geradezu an, als sie die Stellenanzeigen durchforstet. Die 22-Jährige steht eigentlich erst am Anfang ihrer Karriere als Journalistin, aber ein verpatztes Interview hat sie gerade den Job gekostet. Da hört sich die Anzeige, in der für sechs Monate ein Housesitter für einen Leuchtturm in Irland gesucht wird, wie ein Traum an. Eine Auszeit ist genau das, was sie braucht. Zeit, um den Kopf frei zu bekommen, um wieder zu sich selbst zu finden. Sie bewirbt sich, und nur wenige Wochen später steht Liv vor ihrem neuen Zuhause. Und zwar zusammen mit einem gutaussehenden Iren, der ihr Herz erst zum Klopfen, dann zum Überlaufen und schließlich zum Zerbrechen bringt. 

Meine Meinung:

Ein Hörbuch steht und fällt mit der Sprecherin. Marie-Isabel Walke war für die 22-jährige Liv definitiv die richtige Wahl. Ihre Stimme hat mich schnell in den Bann gezogen und es war schön ihr zuzuhören.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Liv erzählt. Sie arbeitet als Journalistin und hat für ihre Karriere bisher jeglichen Spaß und Freundschaften vernachlässigt. Ein vermasseltes Interview bringt sie dazu Hamburg hinter sich zu lassen und einen alten Leuchtturm auf einer kleinen Insel in Irland zu hüten.

In Castledunns findet die junge Frau neue Freunde und beginnt ihr bisheriges Leben zu hinterfragen.  
Liv lernt Kjer kennen. Einen Mann der sich auf keine feste Bindung einlässt. Natürlich hofft sie, dass es bei ihr anders ist, aber so einfach kann man sich eben nicht ändern.

Das Buch lebt von den herrlichen Landschaftsbeschreibungen. Es war als wäre man selbst auf der kleinen Insel, das raue Meer im Nacken und vor den Augen. Die Wellen die sich an den Felsen brechen und die weite Sicht bis zum Himmel.

Inhaltlich wird das Rad nicht neu erfunden. Liv und Kjer haben ihr Päckchen aus der Vergangenheit zu tragen. Nach und nach kommen die Fakten auf den Tisch. 
Kjer's Entscheidungen bleiben etwas fremd, da man ihn nur durch Liv's Augen sieht (hier wäre eine Passage aus seiner Sicht schön gewesen). Doch so bleibt es immer etwas spannend und überraschend.

Ich fand zwar Liv's Schwärmerei für Kjer manchmal anstrengend, aber es war auch sympathisch, da es sie selbst auch etwas genervt hat. Liv hat die Liebelei allerdings nie blauäugig gesehen und sich nicht ausnutzen lassen. 
Ich mochte sie als Charakter echt gerne und habe sie und ihre Zeit im Leuchtturm lieb gewonnen. 

Am Ende haben sich die Ereignisse für meinen Geschmack etwas überschlagen bzw. wurden zu schnell abgehandelt, was aber evtl. an der autorisierten Lesefassung lag. Das ungekürzte Hörbuch ist drei Stunden länger. Zwar bleibt die Handlung schlüssig und abgeschlossen, aber es fehlt wahrscheinlich die ein oder andere längere Ausführung zu einem Ereignis. Unterm Strich ist das aber kein echtes Problem.

Trotzallem hat mir das Hörbuch richtig gut gefallen und ich werde die Reihe weiterverfolgen. Besonders auf Airins Geschichte bin ich total gespannt, denn sie war mein liebster Nebencharakter in dieser Geschichte.


Fazit:

Es geht um eine junge Frau, die ihr bisheriges Leben hinter sich lässt und lernt neue Prioritäten zu setzen. Die Geschichte lebt von dem herrlichen Setting eines einsamen Leuchtturms an Irlands Küste. Die Liebesgeschichte ist zwar nicht neu, aber glaubwürdig und konnte mich gut unterhalten. Die Sprecherin ist gut gewählt. Ich hatte ein paar tolle Stunden und empfehle das Hörbuch gerne weiter. Von mir gibt es vier Sterne.

Reihe:

 

  1. Show me the Stars
  2. Save me from the Night (erscheint 17.09.2019)
  3. Find me in the Storm (erscheint 17.12.2019)

Autorin:

Kira Mohn hat schon die unterschiedlichsten Dinge in ihrem Leben getan. Sie gründete eine Musikfachzeitschrift, studierte Pädagogik, lebte eine Zeit lang in New York, veröffentlichte Bücher in Eigenregie unter dem Namen Kira Minttu und hob zusammen mit vier Freundinnen das Autoren-Label Ink Rebels aus der Taufe. Heute wohnt sie mit ihrer Familie in München. Die Romantik darf in ihren Geschichten nicht zu kurz kommen, aber vor allem ist es ihr wichtig, Figuren zu erschaffen, die sich echt anfühlen. «Show me the Stars» ist der Auftakt zu ihrer Leuchtturm-Trilogie.

Kira ist auf Facebook und Instagram aktiv und tauscht sich dort gern mit Lesern aus. (Quelle: Verlag)

Sprecherin:

Marie-Isabel Walke studierte an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und gehörte vier Jahre lang zum Ensemble des Deutschen Theaters in Göttingen. Ihre erfrischende, mitreißende Stimme lieh sie bereits Hörbüchern von Juliet Ashton, Carina Bartsch und Patricia Koelle. (Quelle: Verlag) 


♛♛♛♛♛


Ich danke dem Argon Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares und lovelybooks für die tolle Leserunde.



-Meine Meinung zum Buch wurde dadurch nicht beeinflusst - 



Gemäß § 2 Nr. 5 TMG kennzeichne ich diese Rezension als Werbung. In meinem Beitrag befindet sich (ohne kommerziellen Zweck zur reinen Information) eine Verlinkung zur Webseite des Verlags, in welchem das Buch erschienen ist. Wenn es Dich interessiert, kannst Du dort weitere Informationen zum Buch finden.

Mittwoch, 10. Mai 2017

(Hörbuch) Rezension: Die Prophezeiung der Hawkweed von Irena Brignull

Titel: Die Prophezeiung der Hawkweed
Autorin: Irina Brignull
Gelesen von: Jana Schulz
Dauer: 05:57:03
Genre: Fantasy
Reihe: Nein
Preis: 20,00 EUR
ISBN: 978-3-8337-3736-7
Verlag: Jumbo Verlag
Erschienen am 07.04.2017
www.jumboverlag.de
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Klappentext:

Zwei Neugeborene werden durch einen Fluch vertauscht. So wächst Ember Hawkweed in einem Clan von Hexen auf. Und Poppy Hooper, die Hexe, in einer Kleinstadt in England. Sie fliegt von jeder Schule, weil ihr dauernd seltsame Dinge passieren. Derweil fühlt sich Ember wie eine Fremde in ihrem Clan. In ihr scheint kein Tropfen Magie zu stecken - dabei soll eine der Hawkweeds laut einer Prophezeiung die Königin der Hexen werden. Als sich Ember und Poppy begegnen, finden sie mehr über ihr gemeinsames Schicksal heraus. Dann lernt Poppy Leo kennen und die Freundschaft der Mädchen wird auf die Probe gestellt. Währenddessen machen sich die Hexenclans bereit für den Kampf um den Thron.

Meine Meinung:

Die Inhaltsangabe klang ein bisschen nach Das doppelte Lottchen von Erich Kästner, daher war ich sehr neugierig auf das Buch.

Die Sprecherin hat ihre Sache gut gemacht und mich bei Laune gehalten. Ihre rauchige Stimme passte perfekt zu der überwiegend düsteren Geschichte.

Abwechselnd wird von den Mädchen Poppy und Ember berichtet. Beide fühlen sich in ihrer Welt nicht richtig zu Hause. Auf der einen Seite gibt es Poppy, die immer wieder in verrückte Situationen gerät, so dass sie keine Freunde findet und früher oder später von jeder Schule fliegt.
Ember geht es in ihrem Hexenzirkel ähnlich. Sie wird als neue Hexenkönigin angepriesen, hat aber bisher nicht einen Funken Magie gezeigt. Wir wissen weshalb, denn die Mädchen wurden als Babys vertauscht.

Der Unterschied der Welten ist der Autorin gut gelungen. Die Hexen leben abgeschottet im Wald, fast wie im Mittelalter. Sie halten sich von den Unwürdigen Menschen fern. In der "modernen" Welt gibt es dagegen Scheidungen, psychische Erkrankungen und andere "normale" Probleme, mit denen sich Teenager herumschlagen müssen. Trotzdem ist die Geschichte sehr klischeehaft. Die Hexen sind alle irgendwie böse und niederträchtig. Und richtig verstehen konnte ich den ganzen Hype um die Thronherrschaft jetzt auch nicht. Immerhin verstecken sich die Hexen wie Tiere im Wald, haben weder Wohlstand oder irgendetwas in der Welt zu melden, nehmen sich selbst aber sehr wichtig.

Als die beiden Mädchen sich durch Zufall kennenlernen, fühlen sie sich zum ersten Mal von jemanden verstanden.
Poppy ist sehr taff und zeigt keine Angst. Ember ist dagegen die typische Unschuld vom Lande. Es wäre die perfekte Mischung, aber irgendwie konnte mich die Autorin nicht von ihren Figuren überzeugen. Es wirkte alles viel zu konstruiert und leblos, so dass ich mich nicht auf die Charaktere einlassen konnte. Sie sind durch und durch stereotypisch. Alles in der Geschichte ist entweder schwarz oder weiß.
Als dann auch noch Leo hinzukommt, entwickelt sich eine unlogische Dreiecksbeziehung. 

Der Schreibstil wirkte auf mich sehr nüchtern und distanziert, daher fand ich die eingebaute Liebesgeschichte eher störend, als romantisch. Wirklich alle Mädchen sind auf den ersten Blick in den obdachlosen Leo verliebt und rennen ihm magisch und nichtmagisch hinterher. Das war mir echt zu viel. Es gibt dafür zwar eine Erklärung, aber ich hätte mich gefreut, wenn sich die Handlung mehr auf den drohenden Hexenkrieg verlagert hätte. Denn das war wirklich spannend, aber spielte unterm Strich leider nur eine Nebenrolle.

Mittlerweile weiß ich, dass es einen zweiten Teil geben wird und das erklärt weshalb viele Fragen offen geblieben sind. Mich hat bis zum Schluss gestört, dass ich die meisten Reaktionen der Charaktere nicht wirklich nachvollziehen konnte. Die ganze Geschichte ist einfach unlogisch. Außerdem wirkt es so, als wenn man Kinder nur lieben könnte, wenn man sie selbst geboren hat.
Ich hätte mich über mehr Struktur und Zusammenhang zwischen den Kapiteln gefreut. Mir kam die Handlung oft abgehackt vor. Von der ganzen Vertauschung habe ich mir insgesamt viel mehr versprochen. Die Auflösung war dann doch recht unspektakulär. Die spannenden Stellen sind irgendwie untergegangen, vielleicht auch, weil man von Beginn an weiß, wer hinter der Vertauschung steckt.

Mich konnte das Hörbuch daher leider nicht komplett überzeugen. Ich habe mir einfach unter der Grundidee etwas ganz anderes vorgestellt und finde die Umsetzung nicht gelungen. Wenn man mit anderen Erwartungen an die Geschichte herangeht, gefällt es einem vielleicht besser. Einen Versuch ist es bestimmt Wert.


Fazit:

Mich konnte die Geschichte nicht so richtig überzeugen. Dazu lag der Fokus zu sehr auf der kindlichen Liebesgeschichte und zu wenig auf der Vertauschung und dem drohenden Hexenkrieg. Wen das nicht stört, der kann mit dem Auftakt der Reihe bestimmt mehr anfangen. Die Sprecherin macht einen guten Job. Ich vergebe drei Sterne. 



Autorin/Sprecherin:

Irena Brignull ist eine britische Drehbuchautorin. Nach ihrem Studium der Englischen Literatur an der Oxford Universität arbeitete sie beim BBC. Bekannt wurde sie unter anderem für ihre Drehbücher der Animationsfilme "Der Kleine Prinz" und "Die Boxtrolls". Mit ihrer Familie lebt sie in London. "Die Prophezeiung der Hawkweed" ist ihr erster Roman.


Jana Schulz wurde 1977 geboren und studierte Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Sie war bereits mehrfach in Film und Fernsehen zu sehen, so unter anderem im "Tatort", und hat bei zahlreichen Bühnenproduktionen mitgewirkt. Von 2003 bis 2011 war sie Ensemblemitglied des Deutschen Schauspielhauses Hamburg. Heute ist Jana Schulz am Schauspielhaus Bochum engagiert. Der JUMBO Verlag hat sie für das Hörbuch entdeckt. (Quelle: Verlag)



Freitag, 13. Mai 2016

(Hörbuch) Rezension: Der Kuss des Raben von Antje Babendererde

Titel: Der Kuss des Raben
Autorin: Antje Babendererde
Gelesen von: Leonie Landa
Dauer: 7 Stunden, 13 Minuten
Genre: Jugendbuch ab 14
Reihe: Nein
Preis: 19,99 EUR
Verlag: Jumbo Verlag
Erschienen am 18.03.2016
www.goyalibre.de  
Bei Amazon kaufen? 

Klappentext:

Mila ist schön und rätselhaft. Ihre Vergangenheit will sie um jeden Preis geheim halten. In Moorstein sucht die Sechzehnjährige einen Neuanfang und findet ihre große Liebe: Tristan, eigentlich unerreichbar, erwählt ausgerechnet sie. Mila kann ihr Glück kaum fassen. Doch auch Tristan hat ein Geheimnis. Als in der Kleinstadt ein junger Mann namens Lucas auftaucht und das Haus der Rabenfrau in Besitz nimmt, erwachen die Schatten der Vergangenheit zum Leben. Denn Lucas und Tristan scheinen sich zu kennen - und zu hassen. Im undurchsichtigen Spiel der beiden gerät Mila zwischen die Fronten und findet sich plötzlich vor einem finsteren Abgrund wieder...

Meine Meinung:

Ich habe mich sehr auf das Hörbuch gefreut, da ich bisher nur Gutes über Antje Babendererde und ihren Schreibstil gehört habe. 

Es geht um die slowenische Austauschschülerin Mila, die ihren Schulabschluss im thüringischen Moorstein absolvieren möchte. In dem kleinen Städtchen ist alles so anders, als dort, wo das Mädchen herkommt. Da sie einen anderen kulturellen Hintergrund hat, fällt es Mila zuerst sehr schwer sich an die deutschen Gepflogenheiten zu gewöhnen. Doch dann findet sie in Jassi eine beste Freundin und auch der Mädchenschwarm Tristan interessiert sich plötzlich für sie. Mila ist total happy. Endlich ist alles so, wie sie es sich immer gewünscht hat.
Doch dann taucht der geheimnisvolle Lucas auf und kreuzt immer wieder Milas Weg. Es stellt sich heraus, dass Lucas und Tristan eine gemeinsame Vergangenheit haben.  Ehe Mila sich versieht, gerät sie zwischen die Fronten. Beide Jungs versuchen sie auf ihre Seite zu ziehen, doch wem soll sie glauben? Wer hat Recht und was ist damals wirklich passiert? Mila ist hin- und hergerissen, weil sie nicht mehr weiß, wem sie jetzt glauben soll. Außerdem hat sie selbst Geheimnisse, die niemand erfahren soll. Lügen und Intrigen nehmen ihren Lauf. Unaufhörlich spitzt sich die Lage zu.

Am Anfang fand ich den Erzählstil etwas gewöhnungsbedürftig und mir ging die Geschichte persönlich zu schnell. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es an der gekürzten Hörbuchfassung liegt oder ob die Autorin einfach so ein flottes Tempo vorlegt.
Trotzdem bin ich leicht in die Geschichte hineingekommen.

Der Schreibstil ist sehr malerisch und leicht. Man kann sich alles bildlich vorstellen und fühlt sich in dem Buch einfach wohl.
 
Die Charaktere sind sehr vielschichtig. Der beobachtende Erzähler begleitet abwechselnd Mila, Tristan und Lucas durch die Geschichte. Immer wenn man eine Person in Sicherheit wiegt, wirft die Autorin ein neues Puzzlestück in den Raum und das Gesamtbild bekommt sofort wieder Risse. Ständig wird man als Leser "gezwungen" alles neu zu hinterfragen. Man weiß selbst nicht, wem man jetzt was glauben soll und wer mit was Recht hat. Das ist wirklich genial. So kommt keine Langeweile auf und das ganze Ausmaß der Tragödie wird langsam sichtbar. Nichts ist so wie es auf den ersten Blick scheint. Die Spannung wird kontinuierlich aufgebaut.

Als Kulisse hat die Autorin ein kleines Dorf in Thüringen gewählt. Es passt perfekt zu der Geschichte. Man kann sich die einsamen Waldseen und alten Häuser (sogenannte Lost Places) wunderbar vorstellen. Und genauso gut passen dort Milas Glauben und ihre Riten hinein.

Mila wirkt zuerst sehr eingeschüchtert und altmodisch, doch je mehr man über sie und ihr altes Leben erfährt, desto taffer erscheint sie. Die Autorin hat durch ihre Figur ein großes Thema aufgegriffen und stellt es auch innerhalb des Buches in einer Schulstunde zur Diskussion. So erfährt man sehr viel über die Kultur und das Leben von den Roma/Romni. Ich unterstelle, dass die Autorin die geschilderten Dinge recherchiert hat und sie somit der Wahrheit sehr nahe kommen.
Zwar konnte ich Milas Handeln nicht immer nachvollziehen, aber ich mochte sie sehr gerne und habe mit ihr mitgelitten.

Zu Tristan und Lucas möchte ich gar nicht so viel sagen. Einer der beiden Jungs war mir sehr sympathisch und ich habe ihm eher geglaubt, als dem anderen. Trotzdem sind beide Personen sehr gut ausgearbeitet und haben eine interessante Hintergrundgeschichte.
Die Story ist krass, aber nicht so übertrieben, dass man sie nicht glauben könnte. 

Ich war begeistert wieviele schwierige Themen die Autorin angeschnitten hat. Von Mobbing, Liebeskummer, Ausgrenzung, Tod, Zwangsprostitution, Drogenmissbrauch, Zwangsehe über Trauer, Verlust, Mord und Flüchtlingspolitik würde sich diese Liste immer weiter fortsetzen lassen.

Der Titel "Der Kuss des Raben" ist gut gewählt, da die Raben immer wieder eine entscheidene Rolle in diesem Buch spielen.

Insgesamt hat mir das Hörbuch wirklich gut gefallen. Wie gesagt, einige Dinge wurden zu schnell abgehandelt oder nicht mehr aufgegriffen bzw. vertieft, aber das kann halt wirklich an der gekürzten Fassung liegen. Unterm Strich bleiben keine Fragen offen. Das Ende war mir zwar etwas zu glatt, aber das ist für ein Jugendbuch in Ordnung.

Ich kann das Buch daher jedem empfehlen, der auf malerische und schonungslose Geschichten steht, die zum nachdenken anregen.     
 
Leonie Landa konnte mich mit ihrer angenehmen Erzähltstimme fesseln und die Stimmungen der Protagonisten sehr gut wieder gegeben. Ihr Tempo war genau richtig und sie hat es überzeugend geschafft Spannung aufzubauen.

 

Fazit:

Bei dem Buch handelt es sich um einen Thriller mit einer im Hintergrund ablaufenden Liebesgeschichte. Die Story ist gut ausgearbeitet und wird schonungslos erzählt. Nach einem gewöhnungsbedürftigen Einstieg wird es mit jedem Kapitel spannender. Es gibt Intrigen, Psycho-Spielchen und ganz viele Geheimnisse. Mit ihren eingebauten aktuellen Themen regt die Autorin einen zum nachdenken an. 
Das (Hör)buch ist definitiv weiterzuempfehlen. Schade, dass es nur als gekürzte Fassung erhältlich ist. Ich hätte gerne alles gehört. 
Von mir gibt es alle fünf Sterne, da mich das Buch wirklich gut unterhalten hat. 



Ich danke 
 
http://www.jumboverlag.de/Fuer-Kinder-nur-das-Beste/2/
 


und

http://content-media.static.epidu.net/bdb/de-site/company_media/images/logos/BdB-logo-small2.jpg

für das Rezensionsexemplar.

Autorin:

Antje Babendererde, geboren 1963, wuchs in Thüringen auf und arbeitete nach dem Abi als Hortnerin, Arbeitstherapeutin und Töpferin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Viele Jahre lang galt ihr besonderes Interesse der Kultur, Geschichte und heutigen Situation der Indianer. Ihre einfühlsamen Romane zu diesem Thema für Erwachsene wie für Jugendliche fußen auf intensiven Recherchen während ihrer USA-Reisen und werden von der Kritik hoch gelobt. Mit ihren Romanen "Isegrim" und "Der Kuss des Raben" kehrt die Autorinzu ihren Thüringer Wurzeln zurück. (Quelle: Bloggdeinbuch)

Sonntag, 27. September 2015

Hörbuch-Rezension: Silber- Das zweite Buch der Träume

Titel: Silber- Das zweite Buch der Träume
Autorin: Kerstin Gier
Gelesen von: Simona Pahl
Dauer: 9 Stunden, 33 Minuten (Ungekürzte Lesung)
Genre: Jugendbuch
Reihe: Teil 2 von 3
Preis: 9,99 EUR  
Verlag: Argon Verlag
Erschienen 2014
www.argon-verlag.de 

Klappentext:

Liv ist erschüttert: Secrecy kennt ihre intimsten Geheimnisse. Woher nur? Und was verbirgt Henry vor ihr? Welche düstere Gestalt treibt nachts in den endlosen Korridoren der Traumwelt ihr Unwesen? Und warum fängt ihre Schwester Mia plötzlich mit dem Schlafwandeln an? Albträume, mysteriöse Begegnungen und wilde Verfolgungsjagden tragen nicht gerade zu einem erholsamen Schlaf bei, dabei muss Liv sich doch auch schon tagsüber mit der geballten Problematik einer frischgebackenen Patchworkfamilie samt intriganter Großmutter herumschlagen. Und der Tatsache, dass es einige Menschen gibt, die noch eine Rechnung mit ihr offen haben - sowohl tagsüber als auch nachts...
 

Meine Meinung:

Vor einem halben Jahre habe ich die ersten beiden Bände der Silber-Trilogie gelesen und fande sie ganz gut. Im Oktober erscheint nun endlich der dritte Teil und daher wollte ich mich noch einmal auf den neusten Stand bringen. Womit geht das besser als mit einem Hörbuch? Inhaltlich möchte ich auf meine Rezi verweisen ---> Link und mich jetzt nur dem Hörbuch widmen.

Simona Pahl hat die Geschichte unheimlich gut und lustig vorgetragen. Mir hat das Buch dadurch noch besser gefallen. Sie hat Liv mit ihrer Stimme eine unglaubliche Authentizität verliehen, die man durch das Papierbuch nicht bekommen hat.
Sie gibt auch allen anderen Charakteren einen guten Wiedererkennungswert. So erhält z.B. Lotti einen bayrischen Dialekt und Mr. WU einen asiatischen Touch. Selbst die Beiträge vom Tittle-Tattle-Blog bekommen einen ganz eigenen Stil.
Livs Gefühle und Gedanken werden auf eine ganz tolle Art lebendig, so dass man als Zuhörer richtig gefesselt wird. 
Ich finde es immer gut, wenn der Sprecher es schafft, dass ich wirklich bei der Geschichte bleibe und nicht mit meinen Gedanken abschweife. Das ist hier richtig gut gelungen.

Die Sache mit dem Bocker und Mr. Snuggles haben mich Tränen lachen lassen und ich habe umso mehr mit Liv gelitten, als sie die Sache zwischen B. und Henry gesehen hat.

Als tollen Zusatz findet man auf der Papphülle des Hörbuchs das Rezept für Lottis-ganzjahrestaugliche-Vanillekipferl. Außerdem werden nochmal alle vorkommenden Personen erklärt.


Fazit:

Auch wenn ich weiterhin finde, dass der Story ein bisschen der rote Faden fehlt, kann ich das Hörbuch uneingeschränkt empfehlen. Simona Pahl gibt der Geschichte einen sehr großen Unterhaltungswert und daher vergebe ich für das Gesamtpaket alle fünf Sterne.

Autorin/Sprecherin:

Simona Pahl ist Theaterschauspielerin, Hörbuch- und Hörspielsprecherin. Mit ihrer jungen, manchmal frechen, manchmal sanften Stimme trifft sie genau den Ton von Liv und erweckt ihre verrückte Geschichte zum Leben.

Kerstin Gier, Jahrgang 1966, hat als mehr oder weniger arbeitslose Diplompädagogin 1995 ihr erstes Buch veröffentlicht. Mit riesigem Erfolg: Ihre Romane wie die »Müttermafia« oder »Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner« sind längst Kult und auf allen Bestenlisten zu finden, genauso wie »Rubinrot«, »Saphirblau« und »Smaragdgrün«, die auch international zu Bestsellern wurden. Im März 2013 kam mit »Rubinrot« bereits die zweite Verfilmung eines ihrer Bücher mit Starbesetzung in die Kinos. »Silber« ist ihre neue phantastische Trilogie. Die Autorin lebt mit ihrer Familie und zwei Katzen in der Nähe von Köln.
(Quelle: Amazon)

Samstag, 9. Mai 2015

(Hörbuch) Rezension: Die letzten Tage von Rabbit Hayes von Anna McPartlin

Titel: Die letzten Tage von Rabbit Hayes
Autorin: Anna McPartlin
Gelesen von: Nina Petri
Originaltitel: The Last Days of Rabbit Hayes
Dauer: 384 Minuten (5 CDs) - gekürzte Fassung
Genre: Roman
Reihe: Nein
Preis: 11,99 EUR
Verlag: Random House Audio
Erschienen am 23.03.2015
www.randomhouse.de 


Klappentext:

Stell dir vor, du hast nur noch neun Tage. Neun Tage, um über die Flüche deiner Mutter zu lachen. Um die Hand deines Vaters zu halten. Und deiner Schwester durch ihr Familienchaos zu helfen. Um deinem Bruder den Weg zurück in die Familie zu bahnen. Um Abschied zu nehmen von deiner Tochter, die noch nicht weiß, dass du nun gehen wirst ... Die Geschichte von Rabbit Hayes: ungeheuer traurig. Ungeheuer tröstlich.

Nina Petri leiht dem tragischen und ermutigenden Schicksal von Rabbit Hayes ihre facettenreiche Stimme.


Meine Meinung:

Die Geschichte erzählt humorvoll und tröstlich die verbleibenene Tage von Mia Hayes, genannt Rabbit. Die 42-jährige wird zum Sterben ins Hospiz eingeliefert, da sie den Kampf gegen den Krebs verloren hat.

Im Erzählstil wird in verschiedenen Kapiteln über jedes einzelne Familienmitglied der Familie Hayes abwechselnd berichtet. 
Da wäre die Mutter Molly, die trotz ihres katholischen Glaubens ziemlich viel und derbe flucht. Außerdem der Vater Jack, der es nicht akzeptieren kann, was mit seiner Tochter passiert.
Rabbits großer Bruder Davey reist extra aus den USA an, wo er als Schlagzeuger in einer Countryband sein Geld verdient.
Die gemeinsame Schwester Grace ist Mutter von vier Söhnen und steht Rabbit immer zur Seite.
Zum Schluss wäre da noch Rabbits 12-jährige Tochter Juliet. Das Mädchen ist für ihr Alter sehr selbständig. Sie weiß lange nicht, wie ernst es um ihre Mutter wirklich steht und versucht alles um diese wieder nach Hause zu holen.

Die Geschichte wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit, wo über die Anfänge von Daveys Musikkarriere und Rabbits großer Liebe Johnny Faye berichtet wird.

Trotz des ernsten Themas schafft die Autorin eine herzliche und humorvolle Atmosphäre. Man möchte die ganze Zeit über lachen und weinen. Die Geschichte ist in keinster Weise vorhersehbar, da die Personen alle wirklich interessante Charaktere sind, und die Autorin keine Angst hat auch unangenehme Themen anzusprechen.

Jedes Familienmitglied ist einzigartig und vielschichtig. Sie alle gehen unterschiedlich mit dem drohenenden Verlust von Rabbit um. Sie schreien, fluchen, weinen und flippen aus. Als Zuhörer kann man alle Reaktionen nachvollziehen und leidet mit. Gleichzeitig gibt es immer wieder viel zu lachen, da auch niemand den Kopf in den Sand stecken will, und jeder für Rabbit da sein möchte, um ihr die letzten Tage so schön wie möglich zu machen.
Das alles unterscheidet dieses Buch von anderen "Krebsbüchern" dieser Art. Denn obwohl die Story so traurig ist, bleibt doch ein tröstliches Gefühl nach Ende des Buches zurück.

Eine kleine Kritik habe ich allerdings, denn manchmal ging mir alles etwas zu schnell und ich denke, dass liegt an der gekürzten Hörbuchfassung. Ich würde daher unbedingt dazu raten, sich dieses tolle Buch in "ungekürzter" Fassung zuzulegen und zu genießen, denn jede Seite ist es wert gelesen zu werden.

Nina Petris rauchige, dunkle Stimme passt hervorragend zu der Geschichte. Sie schafft es fabelhaft die Gefühle aller Personen hervorzuheben und ist für das Buch eine gute Wahl.


Fazit:

In dieser Herzerwärmenden Geschichte geht es um eine Familie, die mit der Trauer und dem Verlust eines geliebten Menschen fertig werden muss. Das ganze Thema ist humorvoll und tröstlich erzählt worden. Trotz des ernsten Themas bleibt man mit einem guten Gefühl zurück. Einziger Kritikpunkt ist die gekürzte Fassung. Von mir gibt es daher vier ganz tolle Sterne.

Ich danke dem Verlag für das Rezensionsexemplar!

Autorin:

Anna McPartlin wurde 1972 in Dublin geboren und verbrachte dort ihre frühe Kindheit. Wegen einer Krankheit in ihrer engsten Familie zog sie als Teenager nach Kerry, wo Onkel und Tante sie als Pflegekind aufnahmen. Nach der Schule studierte Anna ziemlich unwillig Marketing, doch sie blieb dabei ihrer wahren Liebe, der Stand-up-Comedy, und dem Schreiben treu. Bei der künstlerischen Arbeit lernte sie ihren späteren Ehemann Donal kennen. Die beiden leben in der Nähe von Dublin. (Quelle: Amazon)

Sprecherin: 

Nina Petri spielte in vielen erfolgreichen Kino- und TV-Produktionen und erhielt für ihre Leistungen u. a. den Bayerischen und Deutschen Filmpreis. Ihre Stimme hat eine große Bandbreite, die Krimis ebenso lebendig werde lässt wie Romane und Biografien.(Quelle: Verlag)

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