Samstag, 29. November 2014

Rezension: Sieh mich an von Natasha Friend

Titel: Sieh mich an
Autorin: Natasha Friend
Originaltitel: My Life in Black and White
Seitenanzahl: 352 Seiten
Genre: Jugendbuch (ab 14 Jahre)
Reihe: Nein
Preis: 10,99 EUR
Verlag: Carlsen Choise
Erschienen am 21.02.2014
www.carlsen.de

Klappentext:

Lexi war immer stolz auf ihre Schönheit – doch dann wacht sie eines Tages im Krankenhaus auf, das Gesicht von einem Autounfall entstellt. Wenn Ryan sie nicht mit ihrer besten Freundin betrogen hätte, wäre sie nie in dieses Auto gestiegen und würde jetzt nicht vor jedem Spiegel fliehen. Lexi muss sich und ihr Leben komplett neu definieren. Unerwartete Hilfe kommt von ihrer Schwester Ruth. Durch sie lernt Lexi auch Theo kennen, der ihr zeigt, dass es im Leben nicht auf Äußerlichkeiten ankommt.

Meine Meinung:

Die Geschichte beginnt im Krankenhaus. Die 15-jährige Lexi erwacht nach ihrem Autounfall und lässt in Rückblenden den Abend Revue passieren. 
Durch den Klappentext ist es kein Geheimnis. Sie hat ihren Freund Ryan mit ihrer besten Freundin Taylor in flagranti erwischt und bei ihrer Flucht nach Hause einen Autounfall gehabt.

Lexi erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht. Man merkt schnell, dass sie eine oberflächliche Person ist. Es geht ihr nur ums Aussehen. Ihre Schönheit ist alles was ihr Leben bisher ausgemacht hat. Sie hatte den tollsten Freund, gehörte zu den beliebtesten Schülern und hatte ein interessantes Leben.
Ich hatte daher meine Zweifel, ob das Buch noch mehr ins "Kitschige" abrutschen würde. Aber nein. Der Autorin ist es wirklich gelungen aus dieser klischeehaften Seifenoper eine ernstzunehmende Geschichte zu machen.

Natürlich weiß man als Leser, dass die Botschaft sein wird, dass es nur auf die inneren Werte ankommt und das Aussehen nur zweitrangig ist. Aber darum geht es gar nicht wirklich.
Es geht um Lexis Weg. Wie sie lernen muss die Sicht auf die Dinge zu verändern. Wie sie rausfindet, wer sie jetzt ist und wer sie sein will. Dabei gibt es immer wieder überraschende Wendungen und Ereignisse mit denen ich nie gerechnet hätte. Lexi rebelliert und muss auf harte Weise lernen sich ein "Rückgrat" anzulegen (wie Ruthie sagen würde!)
Das Ende ist wirklich toll und verkörpert die "neue" Lexi.
Doch bis dahin muss das Mädchen viel einstecken. Sie weiß selbst nicht wie sie mit der neuen Situation umgehen soll. Sie ist wütend auf die ganze Welt und fühlt sich verlassen. 
Es gibt Konflikte an allen Ecken. Ihre Freunde wissen nicht wie sie reagieren sollen und Lexi ignoriert sie bis dahin.
Gleichzeitig vermisst sie Taylor und weiß nicht, ob sie ihrer besten Freundin je verzeihen kann.
Es gibt so viele Baustellen und die Autorin schafft es meisterhaft alles zu kombinieren und die Geschichte "rund" zu machen. 

Ein echtes Highlight ist dabei Lexis Schwester Ruthie. Lexi dachte immer, dass ihre große Schwester neidisch auf sie wäre, weil sie eben nicht so hübsch und beliebt ist, aber nach und nach lernt sie Ruthie näher kennen, die ihr immer öfter die Meinung geigt. Lexi muss einsehen, dass sie ihre Schwester unterschätzt hat und beginnt sie mit ganz anderen Augen zu sehen. Die Gespräche der beiden sind einfach Weltklasse und Unterhaltung pur.

Der Schreibstil ist flüssig. Die Seiten lassen sich schnell lesen. Es wird keine Sekunde langweilig, denn es passiert immer wieder etwas Neues. Ich bin wirklich begeistert.
Das Cover finde ich auch wunderschön. Genauso kann ich mir Lexi vorstellen.

Fazit:

Ein Buch das mich wirklich positiv überrascht hat. Die Entwicklung der Charaktere ist wirklich genial und trotz allem überraschend. Die Geschichte weiß mit unvorhergesehenden Wendungen zu punkten und bietet viele Denkanstöße. In meinen Augen ist es ein wirklicher Geheimtipp im Jugendbuchsektor. Es gibt auch eine Liebesgeschichte, aber im Vordergrund steht Lexis Veränderung und ihre Suche nach ihrem neuen "ICH". Es geht um Freundschaft und Verzeihen. Ich kann es nur weiterempfehlen. Volle Punktzahl.


Autorin:

Natasha Friend wurde 1972 im Staat New York geboren. Da es in ihrem Haus keinen Fernseher gab, las sie sich schon früh durch stapelweise Bücher und begann ihrem Vater kurze Geschichten zu diktieren. In den meisten ging es um Regenbogen, Einhörner und arme Waisenmädchen, die kostbare Schätze fanden. Nach ihrem Studium zog sie nach Boston und veröffentlichte 2004 ihren ersten Roman - ganz ohne Einhörner.

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