Freitag, 27. Februar 2015

Rezension: Der Anfang von Danach von Jennifer Castle

Titel: Der Anfang von Danach
Autorin: Jennifer Castle
Originaltitel: The Beginning of After
Seitenanzahl: 416 Seiten
Genre: Jugendbuch
Reihe: Nein
Preis: 18,90 EUR
Verlag: Carlsen
Erschienen am 21.02.2014
www.carlsen.de

Klappentext:

Als eines Abends ein Polizist bei Laurel vor der Tür steht, wird ihr Leben von einem Moment auf den anderen in zwei Teile gerissen: das Davor und das Danach. Denn ihre Familie wird von der kurzen Fahrt zur Eisdiele nie mehr zurückkehren, sie ist bei einem Unfall ums Leben gekommen. Mit im Auto saßen auch die Eltern von David, nur er blieb wie Laurel verschont. Die beiden versuchen auf ganz verschiedene Weise, zurück ins Leben zu finden. Laurel sieht sich in ihrer Trauer und Verzweiflung mit ganz banalen Problemen konfrontiert: Was tun mit den Jacken ihrer Eltern, die noch im Flur hängen? Was soll sie mit dem plötzlichen Interesse ihrer Mitschüler an der „Überlebenden“ anfangen? Und soll sie trotz allem zum Abschlussball gehen und versuchen, Spaß zu haben? Langsam, ganz langsam, findet Laurel ihren Weg und lernt dabei auch den unnahbaren David immer besser kennen.

Meine Meinung:

Die Rezension zu diesem Buch fällt mir richtig schwer, denn es ist weder herausragend gut, noch wirklich schlecht.

Ich habe nach der Inhaltsangabe eine Geschichte mit großen Emotionen erwartet, Trauer die einen berührt und bewegt, ein Schicksal, dass einen zu Tränen rührt, aber davon ist leider nichts eingetreten.

Ziemlich nüchtern erfahren wir als Leser was Laurels Familie zustößt. Sie nimmt die Situation ziemlich abgeklärt hin. Die Beerdigung, der erste Schultag danach, alles fliegt so schnell vorbei, da die Autorin auf jeder Seite einen Szenenwechsel einbaut. So kann man sich gar nicht auf die Situation einstellen. Bevor etwas passiert ist, ist es schon wieder vorbei.
Nach 100 Seiten konnte ich mich etwas mit Laurel anfreunden, auch wenn mir ihre Motive und Handlungen weiter fremd blieben. Ich bin einfach nicht schlau aus der Geschichte geworden.
Es passte einfach nichts zusammen. Ich kann das gar nicht erklären, es ist einfach ein Gefühl.

Laurel schildert die Geschichte aus ihrer Sicht. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm. Mich haben die vielen Szenenwechsel genervt und das ständige verrennen in Nebensächlichkeiten. 

Es passiert einfach nichts Besonderes (von dem Verlust der Familie mal abgesehen). Das ganze Buch wartet man auf den großen GAU, aber er kommt nicht. Dadurch wirkt die Geschichte aber auch wieder authentisch, denn auch in unserem Leben passiert ja nicht immer etwas Herausragendes.

Ich hätte mir mehr Emotionen gewünscht. Das erwartet man einfach bei der Inhaltsangabe und dem tollen Cover. Natürlich ist es schön, wie Laurel versucht ihr Leben zu leben und mit der Situation fertig zu werden. Ganz anders als David, der vor allem davonrennt. Aber so wirkte es einfach zu unglaubwürdig. 
Einerseits wollte sie wieder von ihren Mitschülern "normal" angesehen werden und keine Sonderbehandlung, aber wenn sie fremde Menschen dann "normal" behandelt haben, hat sie wieder die Sonderbehandlung gewünscht. Das war mir alles zu suspekt.

Genau wie ihre Gefühle für Joe und David. Als Leser wurde mir nicht klar, was sie fühlt und möchte. Keine Ahnung, ob das die Autorin so gewollt hat oder ob es ihr einfach nicht gelungen ist, sich besser auszudrücken. So wirkte Laurel die meiste Zeit gefühlskalt und abgestumpft.

Auch das Ende sehe ich etwas zwiegespalten, denn die Autorin hat es sich in meinen Augen zu einfach gemacht. Alles was sich die ganze Zeit im Buch hätte entwickeln sollen, was aber nicht passiert ist, wird dann man schnell im Epilog abgehandelt. Das finde ich etwas schwach.

Ich finde es sehr schade, denn die Geschichte hätte wirklich Potenzial gehabt, aber so verpufft das Buch einfach im Bücherhimmel und ich denke nicht, dass es mir lange im Gedächtnis bleibt.


Fazit:

Wenn man sich bewusst macht, dass es in diesem Buch einfach darum geht, wie ein Mädchen und ein Junge nach dem Verlust ihrer Familie versuchen weiterzumachen, und es einfach nur um die Bewältigung des Alltags ohne große Höhepunkte geht, dann ist man bei diesem Buch richtig. Wer weinen und großen Emotionen möchte, der sollte lieber die Finger von der Geschichte lassen. Von mir gibt es drei neutrale Sterne.


Autorin:

Jennifer Castle studierte Englische Literatur und Kreatives Schreiben an der Brown University; danach arbeitete sie als Werbetexterin und Drehbuchschreiberin und entwickelte Webseiten für Kinder. „Der Anfang von Danach“ ist ihr erstes Buch. Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Töchtern und zwei Katzen im Hudson Valley, New York.

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