Sonntag, 18. Januar 2015

Rezension: Rosen, Tulpen, Nelken, alle Blumen welken von Deborah Ellis

Titel: Rosen, Tulpen, Nelken, alle Blumen welken
Autorin: Deborah Ellis
Originaltitel: True Blue
Seitenanzahl: 256 Seiten
Genre: Thriller
Reihe: Nein
Preis: 7,99 EUR
Verlag: cbj Thriller
Erschienen am 11.03.2013 

Klappentext:

Es sollte ein unbeschwerter Sommer werden für Jess und ihre beste Freundin Casey. Doch die aufmüpfige kleine Stephanie macht den beiden Feriencamp-Betreuerinnen das Leben schwer. Wem rutscht da kein Scherz über Mordgelüste raus? Als das Mädchen eines Nachts verschwindet und Tage später tot aufgefunden wird, gerät ausgerechnet Casey unter Mordverdacht. Jess ist gelähmt vor Schock: Kann sie ihre Freundin bei der Polizei entlasten oder stimmt es etwa, was im ganzen Ort gemunkelt wird, dass Casey doch schon immer etwas sonderbar war?

Meine Meinung:

Das Buch lässt sich wegen der großen Schrift flüssig lesen. Es ist allerdings kein Thriller. Wenn überhaupt ein Krimi, da es einen Mord gibt. 

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Jess erzählt. Ihre beste und einzige Freundin Casey wird wegen Mordes verhaftet. Sie soll ein 8-jähriges Mädchen im Sommercamp ermordet haben, indem Jess und Casey den Sommer über als Betreuerinnen gearbeitet haben.
Jess wendet sich direkt an Dich als Leser, als sie anfängt über die Erlebnisse zu reden.

In Rückblenden werden die Ereignisse des Sommers geschildert. Im Vordergrund steht Jess, die nun mit der neuen Situation umgehen muss, dass ihre einzige Freundin nicht mehr da ist. 
Casey hat sich ihr Leben lang für Insekten interessiert und wirkte nach ihrer Verhaftung deshalb auf einmal sonderbar.
Die einzige Person, die zu Casey hält, ist witzigerweise Jess' Mutter. Die anderen Einwohner des kleinen Ortes Galloway in Kanada verurteilen das Mädchen und machen deren Eltern das Leben zur Hölle, bevor der Prozess überhaupt begonnen hat.

Mich lässt das Buch ziemlich zwiespältig zurück, denn ich habe mir unter der Inhaltsangabe etwas anderes vorgestellt. Die Geschichte ist leider nicht spannend, sondern regt zum Nachdenken an. Das ist grundsätzlich in Ordnung, aber nicht, wenn ich einen Thriller versprochen bekomme, der dann keiner ist.

Der Fokus liegt auf Jess und ihrem Zwiespalt ihrer Freundin zu helfen. Sie müsste zu ihr halten und ihr den Rücken stärken, aber im Nachhinein verstrickt sie sich immer tiefer in die Sache und durch ihre stoische, feige Art, schadet sie Casey mit jeder Aktion mehr und mehr.
Das ist das tragische an dem Buch. Der Mord und die Auflösung sind dann fast nebensächlich. Es geht um die fehlende Zivilcourage der Einwohner und um Jess' Egoismus. Sie wurde mir mit jeder Seite unsympathischer und ich habe sie von ihrem Verhalten viel jünger eingeschätzt, als sie in Wirklichkeit war. Sie denkt nur an sich und man fragt sich die ganze Zeit, was sie mit der Sache zu tun hat. Mich hat Jess' Verhalten wütend und traurig gemacht, denn es gibt keine wirkliche Erklärung dafür.  
Das Ende ist passenderweise eine logische Konsequenz aus allem, aber lässt mich auch mit vielen offenen Fragen zurück. Einige der Geschehnisse ergeben ohne Antworten einfach keinen Sinn.

Es war erschreckend, aber glaubwürdig, wie die Einwohner Profit aus dem Mord ziehen wollten. 
Jess' Eltern und ihre Eigenarten waren in meinen Augen etwas übertrieben. Auch wenn man dadurch verstehen konnte, warum das Mädchen selbst etwas eingenartig geworden ist.
Auch Casey übertreibt es in meinen Augen mit ihrer Liebe zu den Insekten.
Ich denke, die überspitzen Charaktere sind von der Autorin gewollt, damit die Geschichte länger im Gedächtnis bleibt, aber ich konnte damit leider weniger anfangen. Ich hätte mich über eine Entwicklung von Jess gefreut. Allerdings ist es menschlich, dass manche Leute einfach nicht aus ihrer Haut können und immer wieder dieselben Fehler begehen.

Fazit:

Ein Jugendbuch, dass mit seiner Geschichte an wahre Freundschaft appellieren möchte und wie man sich für seine Freude in schlechten Zeiten einsetzen sollte. An Jess wird gezeigt, wie man es besser nicht machen sollte. Das Buch ist in meinen Augen kein Thriller und regt durch die überspitzten Charaktere eher zum Nachdenken an. Ich vergebe drei Sterne.

Autorin:

Deborah Ellis ist Schriftstellerin und Psychotherapeutin in Toronto, wo sie die Organisation »Frauen für Frauen in Afghanistan« gründete. 1999 verbrachte sie viele Monate in afghanischen Flüchtlingslagern in Pakistan und Russland, wo ihre vielbeachtete Afghanistan-Trilogie „Die Sonne im Gesicht“/“Allein nach Mazar-e Sharif“/“Am Meer wird es kühl sein“ entstand.

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