Freitag, 30. Januar 2015

Rezension: Im Tal des Fuchses von Charlotte Link

Titel: Im Tal des Fuchses
Autorin: Charlotte Link
Seitenanzahl: 576 Seiten
Genre: Roman
Reihe: Nein
Preis: 9,99 EUR
Verlag: blanvalet
Erschienen am 12.09.2012
www.blanvalet.de 

Klappentext: 

Was, wenn dein Entführer spurlos verschwindet und niemand weiß, wo du bist?

Ein sonniger Augusttag, ein einsam gelegener Parkplatz zwischen Wiesen und Feldern. Vanessa Willard wartet auf ihren Mann, der noch eine Runde mit dem Hund dreht. In Gedanken versunken bemerkt sie nicht das Auto, das sich nähert. Als sie ein unheimliches Gefühl beschleicht, ist es schon zu spät: Ein Fremder taucht auf, überwältigt, betäubt und verschleppt sie. In eine Kiste gesperrt, wird sie in einer Höhle versteckt, ausgestattet mit Wasser und Nahrung für eine Woche. Doch noch ehe der Täter seine Lösegeldforderung an ihren Mann stellen kann, wird er wegen eines anderen Deliktes verhaftet. Und überlässt Vanessa ihrem Schicksal …

Meine Meinung:

Bis vor acht Jahren habe ich jedes Buch von Charlotte Link regelrecht verschlungen. Sie waren nicht alle perfekt, aber eine gute, spannende Unterhaltung. "Die letzte Spur" und "Das andere Kind" haben mich dann schon nicht mehr überzeugt, aber ich wollte der Autorin mit "Im Tal des Fuchses" noch eine letzte Chance geben.

Doch was soll ich sagen: Dieses Buch wäre bestimmt NIE auf den Bestsellerlisten gelandet, wenn man nicht "Charlotte Link" vorne drauf gedruckt hätte.
Der Klappentext ist irreführend, denn bereits nach fünfzig Seiten ist alles über Vanessa und ihr Schicksal abgehandelt. Denn die Geschichte spielt 2 1/2 Jahre nach der Entführung.

Es gibt mehrere Handlungsstränge. Zum einen hätten wir Jenna, die als einzige Ich-Erzählerin zwischen den anderen Geschichten heraussticht und man fragt sich wirklich warum. Denn eigentlich hat sie nichts zu erzählen, außer das sie für eine kleine Zeitung arbeitet und sich von ihrem Freund getrennt hat.
Dann wäre da Matthew Willard, Vanessas Mann, der immer noch leidet und sich fragt, was mit seiner Frau damals passiert ist.
Es gibt Nora, die sich um den Ex-Häftling Ryan kümmert und sich an ihn klammert, dass es einfach nur zum Fremdschämen ist.
Es gibt Alexia, Freundin und Kollegin von Jenna, mit ihrem Ehemann Ken.
In den Nebenrollen Debbie und Corinne, die als Opfer herhalten müssen.

Bei dem Klappentext habe ich mir eine spannende Geschichte vorgestellt, wie Vanessa darauf wartet befreit zu werden. Aber darum geht es gar nicht. Man weiß ziemlich schnell wer der Täter ist, denn in diesem Buch geht es darum, dass jemand anderes ihn auf dem Kieker hat und sich an ihm rächen will. Alle Personen in seiner Nähe geraten in Gefahr und werden vergewaltigt oder verschleppt.
Das alles ergab aber irgendwie gar keinen Sinn.

Ich-Erzählerin Jenna bekommt zum Ende noch ihren großen Auftritt, denn sie gerät in das Visier des Täters. Aber auch das ergab leider gar keinen Sinn.

Die ganze Geschichte wirkte einfach nur billig konstruiert und mit Logikfehlern, die zum Himmel schreien. Keine der Personen handelte in irgendeiner Weise nachvollziehbar oder ist annähernd sympathisch.
Ganz vorne liegt Nora. Was möchte sie von Ryan? Ich kann nicht verstehen, wie man sich als Frau für einen Verbrecher im Knast interessiert und ihn nach der Freilassung auch noch bei sich aufnimmt. Als sie feststellt, dass er ja doch nicht der liebe falschverstandene Schmuseteddy ist, ist sie am Boden zerstört. Ehrlich?

Jennas Part ist einfach nichtssagend. Sie ist eine einsame Frau, die versucht in der neuen Umgebung klar zu kommen. Als sie am Ende in Gefahr gerät, kommt zwar etwas Spannung auf, aber das der Täter ihr sein Herz ausschüttet und sie dann in einer Höhle zurücklässt, ist einfach unlogisch.

Ich bin wirklich enttäuscht von der Geschichte. Der Schreibstil ist in Ordnung und es gibt auch immer wieder Spannungsmomente, aber als Leser fühle ich mich von dieser unlogischen Geschichte verschaukelt. Vielleicht sollte sich die Autorin mehr Zeit für ihre Bücher nehmen und den Plot besser ausarbeiten. Vielleicht gehen ihr auch langsam die Ideen aus oder es stört sie nicht, denn die Bücher verkaufen sich ja trotzdem. Keine Ahnung woran es liegt, aber ich werde so schnell nichts mehr von ihr lesen.
Ich bin nur froh, dass ich mir das Buch ausgeliehen habe und kein Geld dafür verschwendet habe.

Fazit:

In dieser Geschichte geht es nicht, wie durch den Klappentext angekündigt, um eine entführte Frau, sondern der Täter ist das neue Opfer. Seine Familie gerät in Gefahr und er wird immer weiter in die Ecke gedrängt.
Leider hat das Buch große Logikfehler und keine der Personen handelte glaubwürdig. Für mich bleibt das Buch eine große Enttäuschung. Es gibt zwei Gnadensterne für den Handlungsort England und den flüssigen Schreibstil.

Autorin:

Charlotte Link, geboren in Frankfurt/Main, ist die erfolgreichste deutsche Autorin der Gegenwart. Ihre psychologischen Spannungsromane sind internationale Bestseller, allein in Deutschland wurden bislang über 24 Millionen Bücher von Charlotte Link verkauft; ihre Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die Verfilmungen werden im Fernsehen mit enorm hohen Einschaltquoten ausgestrahlt.
Charlotte Link lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt/Main.

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