Freitag, 23. Januar 2015

Rezension: Das Orchideenhaus von Lucinda Riley

Titel: Das Orchideenhaus
Autorin: Lucinda Riley
Originaltitel: Hothouse Flower
Seitenanzahl: 560 Seiten
Genre: Roman
Reihe: Nein
Preis: 9,99 EUR
Verlag: Goldmann
Erschienen am 03.05.2011
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Klappentext:

Als junges Mädchen verbrachte Julia Forrester jede freie Minute bei ihrem Großvater, einem bekannten Orchideenzüchter, im Gewächshaus von Wharton Park. Nach einem schweren Schicksalsschlag führt der Zufall Julia Jahre später noch einmal zu dem Anwesen zurück. Der jetzige Besitzer Kit Crawford überreicht ihr ein altes Tagebuch, das bei den Renovierungsarbeiten gefunden wurde und womöglich Julias Großvater gehörte. Als Julia ihre Großmutter Elsie mit dem Tagebuch konfrontiert, drängt ein jahrelang gehütetes Familiengeheimnis ans Licht, das auch Julias Leben komplett verändern wird …

Meine Meinung:

Ich bin bei Spiegel-Bestsellern immer etwas vorsichtig. Allzu oft wurden die Bücher hoch gelobt, haben mich aber eher enttäuscht. Das Orchideenhaus gehört leider auch dazu. Ich denke entweder mag man es oder eben nicht.
Der Klappentext klang für mich interessant. Es geht um eine Familien-/Liebesgeschichte die in zwei Zeitepochen erzählt wird.

In der Gegenwart geht es um die Pianistin Julia, die nach einem schweren Schicksalschlag nach England zurückgekommen ist. Ihre große Schwester Alicia versucht alles um sie wieder aufzubauen. Bei einer Auktion trifft Julia ihren Jugendfreund Kit wieder. Bei Umbauarbeiten seines Anwesens hat er ein altes Tagebuch von Julias Großvater gefunden und überlässt es ihr.
Als Julias Großmutter Elsie von dem Tagebuch erfährt, fängt sie an, über ein altes Familiengeheimnis zu reden.
Hier springt das Buch in die Zeit des zweiten Weltkrieges zurück.
Der damalige Besitzer von Wharton Park (Harry) fühlt sich genötigt eine Frau zum Heiraten zu suchen und stolpert dabei über Olivia. Wir können beide Personen ausführlich kennenlernen.
Danach wechseln sich noch einmal Gegenwart und Vergangenheit ab. Einige Passagen spielen dabei in Thailand und man erfährt etwas über die damaligen Zustände während des zweiten Weltkrieges. Das hat mir gut gefallen.
Da man nicht mehr zum Inhalt des Buches sagen kann, ohne zu spoilern, möchte ich es bei dieser Zusammenfassung belassen.

Warum hat mir das Buch nicht gefallen?
Die ersten 150 Seiten waren wirklich vielversprechend. Julia blieb mir zwar etwas fremd, aber ich wurde neugierig, was hinter ihrer Trauer steckte.
Der erste Teil von Harry und Olivia war dann viel zu ausführlich und langatmig. Es dauerte bis die Geschichte etwas Schwung bekam. Leider waren die Dialoge ziemlich langweilig und nichtssagend. Auch im Jahre 1939 muss es doch andere Gesprächsthemen gegeben haben, als ständig über das "Gute Aussehen" oder "das Essen" zu reden. Erst als sich die ersten Eheprobleme zeigten, wurde es etwas spannender.

Als Elsie ihren Bericht über die Vergangenheit wegen Übermüdung beendete, konnte ich das ja noch verstehen, aber das dann ein halbes Jahr verging, bis sie weitererzählte, kam mir dann doch etwas unlogisch vor.
Genauso wie die plötzliche Liebesgeschichte zwischen Julia und Kit. Das war mir viel zu inszeniert. Julias Schwester Alicia hat einfach nur genervt und gar nicht in die Geschichte gepasst. Als sie ihr eigenes lapidares Problem dann wichtiger nahm, als den Verlust von Julias Kind, hatte sie bei mir endgültig verspielt.
Außerdem war ziemlich schnell klar, welches denn das große Familiengeheimnis sein würde. So viele Möglichkeiten gibt es da ja nicht.

In meinen Augen hätte die Autorin nach der zweiten Reise in die Vergangenheit aufhören sollen, aber da hat sie nochmal alles gegeben was die Klischees hergaben. Die Geschichte wurde immer unlogischer und unglaubwürdiger. Ein Schicksalschlag jagte den nächsten. Die Personen blieben blass und hatten keinen Spielraum um sich zu entwickeln. Auch die Unterhaltungen blieben flach und trieften vor Schwülstigkeit. 
Was dann in Frankreich passierte, hat mir komplett den Glauben an die Ernsthaftigkeit des Buch genommen? Wem wollte die Autorin denn bitte diesen Schwachsinn verkaufen?
Genauso Julias kurze "Flucht" nach Thailand. Das wirkte wie hinterhergeschoben, als müsste noch eine bestimmte Seitenanzahl erreicht werden und wurde einfach unzureichend abgearbeitet. Vom "Friede-Freude-Eierkuchen" Ende mal abgesehen!

Warum drei Sterne?
Der Schreibstil ist flüssig und etwas geschwollen. Das passte jedoch sehr gut zusammen. Ein Spannungsbogen war immer mal wieder da. Immer wenn ich am liebsten genervt aufgegeben hätte, hat die Autorin mir wieder etwas gegeben, weshalb ich weitergelesen habe.

Ich bedauere, dass mir die Personen durch den Erzählstil so fremd geblieben sind. Die ganzen Schicksalschläge konnten mich nicht berühren, obwohl es wirklich tragisch ist, was Julia, Olivia und Lidia alles passiert ist.

Ich werde der Autorin mit einem anderen Buch noch eine Chance geben, aber "Das Orchideenhaus" würde ich nur weiterempfehlen, wenn man auf leichte Kost bei Büchern steht und nicht alles hinterfragt, was so passiert.

Fazit:

Dieses Buch schafft es zwar trotz großer Längen, platten Dialogen und einer Aneinanderreihung von Klischees und Schicksalschlägen zu unterhalten. Aber den schwülstigen Schreibstil muss man mögen und man darf nicht hinterfragen, was alles so passiert. Leider blieben mir die Personen zu fremd, so dass mich ihr Schicksal nicht berühren konnte. Ich vergebe drei schwache Sterne. Das Buch bleibt Geschmackssache.


Autorin:

Lucinda Riley wurde in Irland geboren und verbrachte als Kind mehrere Jahre in Fernost. Sie liebt es zu reisen und ist nach wie vor den Orten ihrer Kindheit sehr verbunden. Nach einer Karriere als Theater- und Fernsehschauspielerin konzentriert sich Lucinda Riley heute ganz auf das Schreiben – und das mit sensationellem Erfolg: Seit ihrem gefeierten Roman »Das Orchideenhaus« stürmte jedes ihrer Bücher die internationalen Bestsellerlisten. Lucinda Riley lebt mit ihrer Familie in Norfolk im Osten Englands und in ihrem Haus in der Provence.

Kommentare:

  1. Hallo!
    Sehr gute Rezi, ich hab noch einige Bücher von Lucinda Riley bei mir herum liegen, aber noch keines davon gelesen. Die Idee mit den zwei Handlungssträngen fand ich bei Kate Mosse, Brenda Joyce und Kate Morton ganz spannend, also werd ich mich auch mal an eines von ihren Büchern heran wagen :)

    Liebe Grüße
    Doris
    http://tocatchafallingbook.blogspot.co.at/

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    1. Hallo Doris,

      die Idee mit den zwei Geschichten (Gegenwart/Vergangenheit), die sich dann vermischen, finde ich auch toll. Mittlerweile kommt das ja fast regelmäßig vor. Habe neulich erst "Das Rosenholzzimmer" von Anna Romer gelesen. Und auch von Charlotte Link fallen mir zwei tolle Bücher ein.
      Von Kate Morton möchte ich unbedingt auch nochmal etwas lesen.
      Wenn Du mehrere Bücher von Lucinda Riley zur Auswahl hast, dann empfehle ich Dir mit einem anderen anzufangen :-).
      Liebe Grüße
      Andrea

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    2. :D Danke, dann such ich mir fürs Erste ein anderes aus. "Das Rosenholzzimmer" hab ich auch noch zuhause ^^
      Liebe Grüße
      Doris

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  2. Mir gefiel "Das Orchideenhaus" auch am wenigsten. "Der Lavendelgarten oder "Die MItternachtsrose" sind viel besser. Ihrem Schema Vergangenheit-Gegenwart bleibt sie aber treu.
    Liebe Grüße
    Martina

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    1. Hallo Martina,

      das freut mich zu hören. "Die Mitternachtsrose" wollte ich als nächtes lesen. Das mit der Vergangenheit finde grundsätzlich total interessant, aber beim "Orchidennhaus" konnte mich die Geschichte nicht überzeugen.
      Liebe Grüße
      Andrea

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