Mittwoch, 17. August 2016

Meinung zum Film: Smaragdgrün (Spoiler)

Als großer Fan der Edelstein-Trilogie musste ich mir natürlich auch alle drei Filme im Kino ansehen. 
Bei Buchverfilmungen versuche ich meine Ansprüche immer niedrig zu halten. Denn es ist schwierig jedem gerecht zu werden. Beim lesen der Bücher hat jeder eine eigene Vorstellung und viele Dinge lassen sich im Film eben nicht so darstellen, wie es im Buch geklappt hat. Daher wird man oft enttäuscht. Ich versuche diese Filme immer als etwas eigenes zu sehen und jedem Werk eine faire Chance zu geben.

"Rubinrot" hatte mir als Film ganz gut gefallen, auch wenn die Abweichungen zum Buch schon enorm waren. Die Hälfte der Familie wurde einfach aus dem Script gestrichen und viele Szenen hinzugedichtet. Trotz allem konnte ich gut damit leben. Die Grundidee wurde übernommen und die Schauspieler waren passend ausgewählt.

"Saphirblau" hat sich dann wieder eher ans Buch gehalten und konnte mich damit überzeugen. Hier waren eher die Budgetkürzungen das Problem.  Außerdem hat man fast die gesamte Handlung vom Buch "Smaragdgrün" auch schon mitverfilmt.
Was sollte also jetzt noch in Teil 3 passieren? Ich war gespannt.

Trailer zum Film


Achtung: Es besteht Spoilergefahr!

Da Gwen den Chronografen (entgegen des Buches) bereits im Film "Saphirblau" gefunden hat, blieb kaum mehr Handlung aus dem Buch für den letzten Film übrig. Kein Problem, haben sich die Drehbuchschreiber gedacht und wieder eine Menge hinzugedichtet.

Wie im letzten Film merkte man auch bei Smaragdgrün das geringe Budget. Viele Schauspieler aus Rubinrot wurden ja bereits aus der Handlung gestrichen. Nun hat es auch Mr. George getroffen. Auch in London wurde nicht mehr gedreht (außer die Außenaufnahmen). Dafür hat man eben Charlotte und Mr. Bernhard eine Hauptrolle verpasst. 90 Minuten wollten ja gefüllt werden.

Daher musste Gwen dann auch mit dem Butler fliehen, als die Loge hinter ihr her war und nicht mit ihrer Familie. Die gab es ja irgendwie nicht mehr. 

Schuster bleib bei deinem Leisten, sag ich nur. Ich kann verstehen, dass keine Handlung mehr übrig blieb und daher eine neue geschaffen werden musste. Doch bei solch einem Fall ist es zwingend erforderlich, sich an die Gesetzmäßigkeiten zu halten. In dem Film wurde einfach alles über den Haufen geworfen, was die Bücher ausgemacht hat. Kontrollierte Zeitreisen waren eben nur mit dem Chronografen möglich. Darüber wird sich nun hinweggesetzt.
Genau wie das Ende. Warum musste man das im Film verändern? Es war doch gerade das tolle, dass Gwen und Gideon für immer zusammenbleiben. Und im Film hätte es auch so sein können. Wieso ändert man so wichtige Details? Das will ich einfach nicht verstehen.

Um dem ganzen Finale dann auch noch ein bisschen Hollywood-Glamour zu verleihen, hat man Gwen in eine Katniss verwandelt und zu Gideons Rettung in die Vergangenheit geschickt. Soweit so gut. Aber wieso ist sie sich da nicht selbst begegnet. Sie hätte doch zweimal da sein müssen? Einmal als Katniss-Gwen und dann als Normale-Gwen. Und sie hätte auch nicht mit Gideon zurückspringen können, sondern wieder zurück in ihre eigene Zeit (die war ja mittlerweile weitergelaufen). 
Findet ihr das verwirrend? Willkommen im Club. Wahrscheinlich hat das die Autoren auch etwas überfordert und daher ist man auf solche "Kleinigkeiten" gar nicht eingegangen.

Ich habe den Film mit Leuten gesehen, die das Buch nicht kannten, und die haben sich an den Sachen natürlich nicht gestört. 
Wie gesagt, ich finde es nicht schlimm, sich nicht an das Buch zu halten, aber die Regeln müssen trotzdem eingehalten werden, damit es einigermaßen logisch bleibt. 

Unabhängig von den Logikfehlern hat mir der Film trotzdem ganz gut gefallen. Ich finde Maria Ehrich und Jannis Niewöhner als Gwen und Gideon richtig gut. Auch Lucy und Paul sind echt super ausgewählt und machen ihre Sache toll. Tja und Tante Maddy hat mit den Häkel-Schweinen mal wieder die Krone abgeschossen. Lustig war auch die Impfung von James Pimplebottom und seine Hilfe am Ende. Und Xemerius ist eh der beste Charakter aus dem Buch.

Ich fand es schön, wie Paul und Lucy Gwen geholfen haben. Auch das Cottage und die Landschaft waren gut in Szene gesetzt.
Gut gefallen hat mir auch die "grüne" Party auf der Charlotte sich betrunken hat. Zwar wurde auch hier der Sinn verändert (denn immerhin plappert sie im Buch Geheimnisse aus), aber immerhin erinnerte es noch an die Bücher. 

Schön war auch der Abspann, der nochmal alles gezeigt hat, was in den Filmen passiert ist. So etwas ist toll.

Fazit

Der Film erinnert nur noch entfernt an das Buch. Über die Logikfehler kann ich noch hinwegsehen, aber das Ende war enttäuschend. Warum hat man das verändert?
Trotzallem gibt es tolle Landschaftaufnahmen und einen schönen Soundtrack. Die Schauspieler machen ihre Sache gut und somit kann ich den Film weiterempfehlen. Man sollte nur nicht zu hohe Erwartungen haben und sich zu sehr auf das Buch versteifen. Dann ist es ok. Ich kann mit dem Film als Abschluss der Trilogie leben.

 



Kommentare:


  1. Huhu
    Tolle Rezi!Ich würde dem Film auch nur 3 Sterne geben. Bei mir ist es aber so, dass ich die Bücher bald re-readen möchte, weil die Geschichte in den Büchern mir doch umso einiges besser gefallen hat.
    LG
    Sarah

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    1. Hallo Sarah,

      ja die Bücher sind auf jeden Fall besser. Ich habe sie im letzten Jahr alle hintereinander nochmal gelesen und war wieder total begeistert. Also nur zu.
      Liebe Grüße
      Andrea

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