Sonntag, 11. Mai 2014

Rezension: Reise mit Kaktus von Kari Ehrhardt

Titel: Reise mit Kaktus
Autorin: Kari Ehrhardt
Seitenanzahl: 288 Seiten
Preis: E-Book ab 8,99 EUR
Erschienen im Carlsen Verlag im März 2009 www.carlsen.de

Klappentext:

Shawn-Frederik Gerdis-Northbottom kommt einer lebenden Legende ziemlich nahe und ist mit seinen 16 Jahren bereits ein wandelndes Mysterium, cooler als ein Eisberg, bei den Mädchen überdurchschnittlich begehrt und von den Eltern gefürchtet. Noch dazu ist Shawn mein ehemaliger bester Freund, sozusagen mein Exfreund. Wenn unsere Freundschaft sich auch hauptsächlich auf die Kindergartenzeit und die Grundschule beschränkte ... Und genau da liegt das Problem, denn seither haben Maja und Shawn eigentlich nichts mehr miteinander zu tun. Trotzdem soll ausgerechnet sie ihn zu einem Rockkonzert begleiten. Dabei interessieren sie diese abgedrehten Rocker von Galaxy Glitter gar nicht. Sie soll Shawn nur im Auftrag seiner besorgten Mutter im Auge behalten. Wie soll sie das bloß unbemerkt anstellen?

Meine Meinung:

Maja ist ein Mädchen, dass Sicherheit über alles liebt und sich dabei verhält, wie eine Achtzigjährige. Völlig steif und stets korrekt. Ihr bester Freund ist ihr Kaktus Arthur und ihre besten Freundinnen sind vier Damen um die achtzig, mit denen sie jeden Mittwoch ein Kaffeekränzchen abhält. Andere Freunde hat sie nicht, seit sie damals von ihrem Sandkastenfreund "verlassen" wurde. Shawn-Frederick! 
Maja ist mittlerweile über ihn hinweg, doch plötzlich meldet sich Shawn-Fredericks Mutter wieder bei ihr und möchte, dass sie und ihr Sohn etwas Zeit miteinander verbringen. Maja steht sich mit ihrer übervorsichtigen Art selbst im Weg und manövriert sich durch ihre Ungeschicktheit immer tiefer in Situationen, die ihr eigentlich zuwider sind. Ehe sie sich versieht, ist sie mit Shawn-Frederick und seinen Freunden auf einem Festival und muss Babysitter spielen. Für einen sechzehnjährigen Jungen, der raucht, trinkt und sich schminkt. Keine leichte Aufgabe. Maja muss einige ihrer Sicherheitstipps über Bord werfen um das Wochenende zu überleben.
Die Geschichte wird abwechselnd aus Majas und Shawn-Fredricks Sicht erzählt.
Majas neurotische Ansichten haben dabei einen hohen Unterhaltungswert. Mit Shawn-Fredrick konnte ich zwar bis zum Schluss nichts anfangen, da er für mich einfach undurchschaubar blieb, aber er ist als Gegenpart ein interessanter Charakter.
Wie Maja von ihrer spießigen, verbohrten und festgefahrenen Art langsam abweicht, ist wirklich lustig. Ich habe mich oft für sie fremdgeschämt und dadurch lieb gewonnen.  
Die Entwicklung ging vielleicht etwas schnell (ein Wochenende!), aber da die Geschichte sowieso etwas überspitzt ist, hat mich das nicht weiter gestört. 
Die Autorin hat von vorne bis hinten alles gut durchdacht und damit eine stimmige Atmosphäre geschaffen.

Fazit:

Freak trifft Emo! Eine wirklich schöne Geschichte mit interessanten Charakteren und einer tollen Hintergrundidee. Ich werde mir jetzt auch einen Arthur zulegen. Ich vergebe 5/5 Punkten, da mich das Buch sehr gut unterhalten hat und es eine Geschichte ist, die man so noch nirgends gelesen hat.

Autorin:

Kari Ehrhardt wurde 1979 in Hamburg geboren. Kaum drei Jahre später schrieb sie ihr erstes Buch: "Im Zoo". Es wurde allerdings nie veröffentlicht.
Nach einer kurzen Fantasy-Roman-Epoche und einem Studium der britischen Literaturwissenschaft, begann Kari Ehrhardt schließlich mit dem Schreiben von Kurzgeschichten, Action-Gedichten und Hörspielskripten. Nebenbei arbeitete sie als rasende Reporterin, Presse-Assistentin und Marketingreferentin.
Kari Ehrhardt mag Spaghetti mit Tomatensoße, Hörspiele und die Nordsee. Sie lebt mit ihrem Gummibaum "Penny" in einer Hamburger Wohnung und teilt sich den Schreibtisch mit ihrem Mann. Inzwischen ist bereits ein zweiter Roman von ihr bei Carlsen erschienen: "Reise mit Kaktus".

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