Mittwoch, 11. Januar 2017

Rezension: Montana Dreams - So ungezähmt wie das Land von Jennifer Ryan

Titel: Montana Dreams - So ungezähmt wie das Land
Autorin: Jennifer Ryan
Originaltitel: At Wolf Ranch
Seitenanzahl: 304 Seiten
Genre: Liebesroman
Reihe: Teil 1 von 3
Preis: 9,99 EUR
ISBN: 9783956499517
Verlag: mtb
Erschienen am 07.11.2016
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Klappentext:

Für Gabe Bowden läuft fast alles perfekt. Er ist auf dem Weg, sich den großen Traum von einer eigenen Ranch zu erfüllen. Aber er weiß, dass er sein ganzes Glück erst mit einer Frau finden kann, die sein Herz für immer erobert. Inmitten eines tosenden Schneesturms findet er die wunderschöne, halb erfrorene Ella und rettet sie aus dem Unwetter. Doch warum taucht sie ausgerechnet jetzt auf? Das Geheimnis, das Ella hütet, wird die beiden auf die größte Probe ihres Lebens stellt. 

Meine Meinung:

Seitdem ich die Cowboy Reihe in der Verlagsvorschau gesehen hatte, wollte ich das Buch lesen.

Der Anfang der Geschichte ist wirklich vielversprechend. Ehe man sich versieht, wird man mit der Protagonistin Ella Zeuge eines Mordes und muss fliehen. Die junge Frau möchte den Täter überführen und muss dazu nach Montana reisen. Auf den Spuren ihrer Vergangenheit lernt sie den Ranchbesitzer Gabe kennen und lieben.

Doch nach den ersten 100 Seiten wurde es leider ziemlich dröge. Ich würde wirklich gerne etwas anderes schreiben, denn ich finde die Grundidee des Buches genial. Die Umsetzung ist es leider nicht. Es war langatmig und ohne große Entwicklung.

Ella recherchiert eigentlich die ganze Zeit nur am Computer. Als Leser bleibt man außen vor. Was sie da genau macht, erfährt man erst ziemlich spät. Sie ist in ihrer Trauer gefangen, was man verstehen kann, wenn man bedenkt, was ihrer Familie zugestoßen ist. Es entwickelt sich nur leider nicht weiter. Die Geschichte tritt auf der Stelle. Es werden immer die gleichen Gedanken durchgekaut, ohne das es vorangeht . Das fand ich schade. Denn es wäre soviel Potenzial da gewesen, aber die Autorin hat es einfach nicht genutzt.

Bei Gabe ist es genauso. Er ist total smart, aber ein richtiger Softi, auch wenn er dem ein oder anderen Bösewicht mal auf die Nase haut. Er tut alles um Ella zu beschützen, sagt immer das Richtige und ist total verständnisvoll. Das war mir zuviel Selbstlosigkeit, um noch glaubwürdig oder prickelnd zu sein. Auch er ist in seinem Gedankenkarussell gefangen, denn er denkt, dass er wohl nie eine Frau finden wird, die mit ihm auf seiner Ranch leben will.
Bei der Liebesgeschichte fehlte mir einfach die Annährung und die süßen Momente. Die beiden treffen sich und es ist klar, dass sie zusammengehören. Doch für eine unbeschwerte Liebe gibt es aufgrund Ellas Trauer gar keinen richtigen Platz. Das ist einerseits glaubwürdig, aber anderseits lese ich nunmal Liebesgeschichten um genau dieses Kribbeln zu erleben. Ich möchte nicht die ganze Zeit mit der Protogonistin leiden.

Um es nicht zu einfach zu machen, wird ein Problem künstlich erzeugt und 200 Seiten hochgezüchtet, um am Ende in zwei Absätzen aufgelöst zu werden. Damit hätte ich leben können, wenn wenigstens zwischendurch die Seiten knistern würden, wenn es echte Liebesmomente geben würde. Aber stattdessen, hält Ella Gabe immer auf Abstand, weiht ihn in keinen ihrer Pläne ein und stellt ihn am Ende vor vollendete Tatsachen.

Ich hätte auch gut damit leben können, wenn der Fokus nicht auf der Liebesgeschichte, sondern auf dem Krimiplot gelegen hätte. Aber auch bezüglich des Mordes passiert in der Mitte des Buches fast gar nichts. So ist es irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes.

Erst am Ende kann Ella bei mir wieder punkten, als sie sich in eine coole Frau zurückverwandelt und die Sache in die Hand nimmt. Das war alles ziemlich clever gemacht, doch leider auch viel zu schnell und einfach. Hier hätte die ein oder andere Überraschung nicht geschadet. 
Ich habe mich gefühlt, als wäre ich 200 Seiten sinnlos hingehalten worden, um dann endlich die Auflösung präsentiert zu bekommen. Das war zermürbend.

Der Schreibstil ist sehr emotional und leicht schwülstig, was aber ziemlich gut gepasst hat. Abwechselnd wird im Erzählstil von Ella und Gabe berichtet, doch auch der Bösewicht bekommt ein paar Kapitel, damit man ungefähr weiß, was er plant.

Die Charaktere sind gut gelungen. Ella ist eine taffe Frau, die kurz davor steht, ihren Platz im Leben zu finden. Sie ist es gewohnt, dass alles nach ihren Vorstellungen läuft ohne arrogant zu sein.
Gabe ist auch ein toller Mann. Aber insgesamt war er mir doch zu glatt und wirkte etwas langweilig. Einen Cowboy habe ich mir irgendwie aufregender vorgestellt. 

Erfrischend ist auf jeden Fall die Harmonie zwischen Ella und Gabe. Es gibt kein blödes Gezicke und das ist zur Abwechslung mal ein Pluspunkt.

Insgesamt bin ich trotzdem etwas enttäuscht von der Geschichte, aber vielleicht hatte ich auch einfach zu hohe oder falsche Erwartungen an das Buch. Für mich fehlte unterm Strich das gewisse Etwas, dass die Reihe von anderen Büchern abhebt. So bleibt es leider nur gutes Mittelmaß.

Den zweiten Teil werde ich aber wohl trotzdem lesen, denn die Brüder von Gabe verdienen eine faire Chance.

Fazit:

Anfang und Ende der Geschichte konnten mich begeistern. Ich mag auch die Charaktere und die Grundidee des Buches. Leider ist der Mittelteil etwas zu belanglos und langatmig. Das ewige Gedankenkarussell der Protagonisten ist zermürbend und verdrängt jegliche Romantik. Es geht einfach nicht voran. Die Autorin hätte in meinen Augen soviel mehr daraus machen können. Sie hätte sich nur entscheiden müssen, ob sie eine Liebesgeschichte oder einen Krimi schreiben möchte. So ist es von allem ein bisschen, aber nichts richtig. Von mir gibt es drei mittelmäßige Sterne. Man hätte wirklich mehr daraus machen können.

Reihe:

 
  1. So ungezähmt wie das Land
  2. So wild wie das Leben (erscheint am 06.03.2017)
  3. So berauschend wie die Liebe (erscheint am 10.07.2017) 

Autorin:

21911333Jennifer Ryan lebt mit ihrer Familie in der San Francisco Bay Area. Wenn sie nicht gerade an einem ihrer Bücher schreibt, liest sie. Ihre Leidenschaft zu Büchern in jeglicher Form lässt sie manchmal alles um sie herum vergessen. Und wenn sie dann einmal ihre Fantasiewelten verlässt, findet man sie meist in ihrem Garten, während sie in Gedanken noch immer bei den Menschen ist, die nur in ihrem Kopf existieren, bevor sie sie für ihre Leser auf dem Papier zum Leben erweckt. (Quelle: Verlag)

Kommentare:

  1. Hallo Andrea,
    bei mir konnte das Buch auch nicht ganz Punkten. Mit den Charakteren ging es mir ähnlich. Gabe war mir auch zu glatt.
    Liebe Grüße
    Tanja

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    1. Hallo Tanja,
      ja oder? Gabe war einfach schon unglaubwürdig toll. Das war einfach zu viel des Guten.
      Vielleicht werden die anderen Bücher der Reihe ja besser.
      Viele Grüße Andrea

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