Montag, 9. Januar 2017

Rezension: Hummeldumm von Tommy Jaud

Titel: Hummeldumm
Autor: Tommy Jaud
Seitenanzahl: 320 Seiten
Genre: Humor
Reihe: Nein
Preis: ab 8,99 EUR
ISBN:  978-3-596-17476-8
Verlag: Fischer Verlag
Erschienen im Jahr 2010
www.fischerverlage.de 

Klappentext:

»Sitzreihe 12 war die letzte, die zwischen Tortellini und Hühnchen wählen durfte. Ich saß in Reihe 13. Schon auf dem Hinflug hätte mir klar sein können, dass der Jahresurlaub zum Albtraum wird.«

Wer an allem schuld ist, ist für Matze sowieso klar: seine Freundin Sina. Während er in endlosen Verhandlungen die neue Eigentumswohnung klargemacht hat, sollte sie einfach nur »irgendwas« buchen. Hat sie auch. Doch musste dieses »irgendwas« ausgerechnet eine zweiwöchige Gruppenreise durch Namibia sein, ein Land, in dem jede hüftkranke Schildkröte schneller ist als das Internet? Was hat er denn verbrochen, dass man ihn nun täglich in einen Kleinbus voller Bekloppter sperrt, um ihn dann zu österreichischen Schlagern über afrikanische Schotterpisten zu rütteln? Und warum stolpert er bei minus zwei Grad in einem albernen Wanderhut über die Dünen der Kalahari, statt auf Mallorca ein Bierchen zu schlürfen? Als Matze dann noch daran erinnert wird, dass die sicher geglaubte Wohnung an andere Käufer geht, wenn er nicht sofort die fünftausend Euro Reservierungsgebühr überweist, hat er gleich noch drei neue Probleme: Das nächste Internetcafé ist fünfhundert Kilometer entfernt, der Handyakku plattgedaddelt und das einzige Ladegerät fest in österreichischer Hand.


Meine Meinung:

Neues Jahr, neues Genre. Bis vor ein paar Jahren habe ich gerne mal humorvolle Romane gelesen, aber in letzter Zeit kam diese Sparte etwas zu kurz. Doch irgendwie hatte ich jetzt mal wieder Lust auf Tommy Jaud und Hummeldumm.

Ich denke man muss die Art von Humor des Autors haben, um seine Bücher zu mögen. Wenn dem nicht so ist, findet man die Geschichten bestimmt total albern und überzogen. Ist es ja auch, aber ich kann mich darauf einlassen.

Matze ist ein durchschnittlicher Mann, der einfach mit seiner Freundin in den Urlaub fahren wollte. Er hatte nicht damit gerechnet, dass Sina sie beide auf eine Gruppenreise nach Namibia schickt. In Afrika angekommen, beginnt für Matze eine Höllentour mit Problemen, die er sich natürlich selbst eingebrockt hat. Ein einfaches Gespräch mit Sina hätte alles klären können, aber als Leser muss man eben damit leben, dass Matze sich in dieses Versteckspiel verrennt, und Sina nicht sagen möchte, dass die reservierte Wohnung eben nicht reserviert wurde. Matze setzt alles daran von Namibia aus eine Überweisung in Gang zu bringen und sorgt damit für jede Menge Wirbel.

Die Reisegruppe besteht aus Klischeebehafteten Personen, aber wie gesagt, ich konnte über den Supersportler Kevin, die ungeschickte Trixi oder den reimenden Speckhut lachen.
Das afrikanische Setting wurde gut dargestellt und man fühlte sich jederzeit mit an Bord dieser Truppe.

Der Schreibstil ist einfach, kurz und prägnant. Dazu werden viele Dialekte benutzt. Der Plot ist zwar eine Aneinanderreihung von Missverständnissen, aber ich erwarte bei dieser Art von Buch auch keine tiefgründige Story. Es ist kurzweilige Unterhaltung.

Matze erzählt die Geschichte aus seiner Sicht und man möchte ihn ganz oft einfach nur packen und ohrfeigen. Es ist ein ständiges Fremdschämen, aber da ich ihn sympathisch fand, habe ich auch mitgelitten. Er muss schon einiges einstecken und lässt auf der Reise kein Fettnäpfchen aus, um  an seinen heißersehnten Adapter zu kommen, damit er endlich telefonieren kann.

Das Ende war dann sogar ein klein wenig unerwartet und hat gut gepasst. 

Fazit:

Wenn man die Art des Humors mag, ist Hummeldumm ein witziger, kurzweiliger Unterhaltungsroman. Matze ist ein Held zum Fremdschämen, aber die Reise durch Namibia macht echt Laune. Da stört es auch nicht, dass die Handlung nur auf einer Reihe von Missverständnissen basiert. Von mir gibt es vier Sterne. Kann man wirklich lesen.


Autor:

Tommy Jaud ist ein deutscher Schriftsteller und Drehbuchautor.
Bereits mit seinem ersten Roman ›Vollidiot‹ landete Jaud 2004 auf Platz 1 der Bestsellerlisten, genauso wie 2006 mit dem nächsten »Hammer von Gegenwartsroman« (DER SPIEGEL): ›Resturlaub. Das Zweitbuch‹. Die Kino-Adaptionen beider Bücher lockten fast zwei Millionen Zuschauer an. Jaud entwickelte zudem das Drehbuch für die TV-Komödie »Zwei Weihnachtsmänner«, 2009 ausgezeichnet mit dem Deutschen Comedy-Preis. Es folgten das Drittbuch ›Millionär‹ und der Jahresbestseller ›Hummeldumm. Das Roman‹. 2012 veröffentlichte Jaud mit ›Überman‹ den letzten Teil seiner Simon-Peters-Reihe.
Fasziniert von amerikanischen Bierfesten und Ratgeber-Büchern, aber auch schwer irritiert vom gesellschaftlichen Trend des maßlosen Müssens, entschloss sich Jaud 2014, eine Ratgeber-Parodie kalifornischer Prägung zu erfinden.
Wenn er nicht gerade fränkisches Bier in Paso Robles ausschenkt, lebt, feiert und arbeitet Tommy Jaud in Köln und Bamberg. (Quelle: Verlag

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