Freitag, 16. Dezember 2016

Rezension: Gläsernes Schwert von Victoria Aveyard

Titel: Gläsernes Schwert
Autorin: Victoria Aveyard
Originaltitel: Glass Sword
Seitenanzahl: 576 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 14/Fantasy
Reihe: Band 2 von ?
Preis: 21,99 EUR
ISBN: 978-3-551-58327-7
Verlag: Carlsen Verlag 
Erschienen am 01,07,2016
www.carlsen.de 

Klappentext:

In letzter Sekunde wurden Mare und Prinz Cal von der Scharlachroten Garde aus der Todesarena gerettet. Die Rebellen hoffen, mit Hilfe der beiden den Kampf gegen die Silber-Herrschaft zu gewinnen. Doch Mare hat eigene Pläne. Gemeinsam mit Cal will sie diejenigen aufspüren, die sind wie sie: Rote mit besonderen Silber-Fähigkeiten. Denn auch der neue König der Silbernen, ihr einstiger Verlobter, hat es auf diese Menschen abgesehen. Aber schnell wird klar, dass er eigentlich nur eins will – und zwar um jeden Preis: Mare.

Meine Meinung:

"Die rote Königin" hat mir total gut gefallen, daher wollte ich auch schnell den zweiten Teil lesen.
Gläsernes Schwert geht dort weiter, wo sein Vorgänger aufgehört hat.

Der Anfang war in Ordnung, aber dann fehlte es der Geschichte schlicht und einfach an Substanz.  
Mare und ihre Freunde suchen die anderen Neublüter. Daraus hätte man wirklich etwas geniales machen können, aber leider passiert gar nichts. Stattdessen müssen wir ewiges Selbstmitleid von Mare ertragen, mit immer den gleichen Sätzen (Ich bin die Blitzwerferin!) - ja wissen wir doch. Zeitgleich verändert sie sich zu einer arroganten Person, die andere Leute von oben herab behandelt und sich für was Besseres hält. Ihre Freunde und Familie stößt sie immer wieder vor den Kopf. Diese Entwicklung sollte vielleicht ein Geniestreich sein, aber ich fand es nervtötend. 
Die ganze Suche hat sich ewig in die Länge gezogen und mich hat es zwischendurch an "Die Flucht" von Ally Condie erinnert. (Und wer mich kennt, weiß wie ich die Reihe hasse).

Mare verhält sich wie eine unverstandene Märtyrerin und es wird dem Leser vorgegaukelt, dass sie die Einzige ist, die Maven aufhalten kann. Doch einen richtigen Plan hat sie nicht. So vergehen Seite um Seite und die vielen Neublüter mit ihren Fähigkeiten werden immer schneller abgehandelt, so dass alles in einer unbedeutenden Oberflächlichkeit verschwimmt. Wer ist wer? Keine Ahnung, habe den Überblick irgendwann verloren.

Eine echte Liebesgeschichte gibt es nicht. Stattdessen wird halbherzig eine Dreiecksgeschichte angedeutet, aber wer auf romantische Szenen und Augenblicke wie im ersten Teil wartet, wartet vergebens.

Um ein wenig Spannung reinzubringen, mussten einige Charaktere sterben, aber da hatte mich die Autorin schon verloren, so dass mich die Sache eher kalt lies.

Dann wurde es zum Ende noch einmal spannend, aber da war mir Mare schon so unsympathisch geworden, dass mir ziemlich egal war, was mit ihr passiert. Cliffhanger hin oder her.

Ich würde wirklich gerne etwas anderes schreiben, doch meine Enttäuschung ist einfach zu groß. Hatte ich vielleicht zu hohe Erwartungen und ist die Geschichte nicht wirklich schlecht? Oder hätte ich einfach nichts tolles erwarten dürfen? Ich weiß es wirklich nicht. Wenn ich an das Buch denke, bleibt einfach ein fader Beigeschmack und das habe ich wirklich selten.

Klar, der Schreibstil ist wieder sehr bildlich und angenehm. Die erschaffene Welt macht neugierig, doch insgesamt konnte mich davon nichts mehr wirklich umhauen. Unterm Strich bleibt die Handlung zäh wie Kleister und ich musste mich immer wieder motiveren weiterzulesen.

Der dritte Teil soll im nächsten Sommer in Deutschland erscheinen. So bleibt mir noch etwas Zeit um rauszufinden, ob ich wissen möchte, wie Mares Schicksal weitergeht. Gerade eben, lässt es mich kalt.

Fazit:

Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. Inhaltlich lässt sich die Story in zwei Sätzen zusammenfassen, was defintiv zu wenig ist. Mare verändert sich zu einer ätzenden Protagonistin und die Story ist langatmig und oberflächlich, ja fast lieblos erzählt. Ich bin wirklich sehr enttäuscht und kann das Buch daher nur hartgesottenen Fans empfehlen. Ansonsten besser: Finger weg! Wegen der drei spannenden Momente und des bildlichen Schreibstils kommt das Buch auf knappe zwei Sterne. Mehr aber nicht.

Reihe:

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  1. Die rote Königin
  2. Gläsernes Schwert
  3. Goldener Käfig (erscheint am 30.06.2017) 
 

Autorin:

23174274Victoria Aveyard studierte Drehbuchschreiben an der University of Southern California. Inzwischen arbeitet sie als freie Autorin und lebt abwechselnd in ihrem Heimatort in Massachusetts und in Los Angeles. Sie hat ein Faible für Geschichte, für Explosionen und für taffe Heldinnen – und schreibt am liebsten Bücher, in denen sie alles drei kombinieren kann. Außerdem liebt sie Roadtrips, Filmegucken in Endlosschleife und das große Rätselraten, wie es bei „A Game of Thrones – Das Lied von Eis und Feuer“ weitergeht. (Quelle: Verlag)

Kommentare:

  1. Hallo :-)
    eine super Rezension! "Die rote Königin" samt der Fortsetzung liegen bei mir noch geduldig auf dem Stapel. Ich wollte mit der Reihe warten bis es nicht mehr ganz so lange bis zum Reihenabschluss dauert. Aber nun bin ich gar nicht mehr so ungeduldig, es ist einfach so schade wenn eine Reihe so gut startet und dann enttäuscht. Ich werde die Bücher trotzdem lesen, aber vielleicht noch nicht allzu bald. :-D

    Liebe Grüße
    Elena

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    1. Hallo Elena,

      das kann ich gut verstehen. Ich lese Bücher auch gerne erst, wenn die Reihe schon komplett erschienen ist. Damit ich es zügig hintereinander lesen kann, wenn ich mag.
      Hier war ich einfach nur so vom zweiten Teil enttäuscht, weil der erste einfach super genial und überraschend war. Tja und Teil 2 fand ich eben langweilig. Aber trotzdem kann man die Reihe lesen. Es ist und bleibt ja auch Ansichtssache.
      Liebe Grüße
      Andrea

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