Samstag, 27. Februar 2016

Rezension: Dylan & Gray von Katie Kacvinsky

Titel: Dylan & Gray
Autorin: Katie Kacvinsky
Originaltitel: First Comes Love
Seitenanzahl: 240 Seiten
Genre: Jugendbuch/Liebesroman (ab 14)
Reihe: Teil 1 von 3
Preis: ab 6,49 EUR (E-Book)
Verlag: Boje
Erschienen am 21.09.2012
www.boje-verlag.de

Klappentext:

Gray ist ein cooler Typ. Er läuft nur mit seinem iPod auf den Ohren rum und interessiert sich nicht sonderlich für das, was um ihn herum passiert. Dylan ist das pure Gegenteil: Sie sprüht vor Energie, steckt voller Ideen und vor allem will sie aus jedem Tag etwas Besonderes machen. Die beiden könnten nicht unterschiedlicher sein - und doch bemerken sie einander, lernen sich kennen, freunden sich an und verlieben sich schließlich ineinander. In Dylans klapprigem Auto erkunden sie die Wüste in der Sommerhitze, sie schreiben eine Ode auf einen Kaktus und adoptieren einen zotteligen Hund. Doch irgendwann ist der Sommer zu Ende. Gray winkt ein Sportstipendium an einem weit entfernten College. Und auch Dylan hat Pläne: Sie will die Welt sehen und weiter jeden Tag wie ein Wunder erleben. Die beiden erleben, wie leicht es ist, sich zu verlieben - und wie viel schwerer es sein kann, sich zu verzeihen und wiederzufinden, wenn man sich einmal verloren hat.

Meine Meinung:

Die Autorin erklärt im Nachwort, dass die Idee des Romans aus einer Übung im Kreativem Schreiben entstanden ist. Die Herausforderung war, eine Liebesgeschichte aus männlicher Perspektive zu erzählen. Außerdem hat sie selbst einige Jahre in Phoenix gelebt und konnte daher den Schauplatz des Buches authentisch darstellen.

Gray und Dylan erzählen die Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive. Gray ist am Anfang sehr verschlossen. Man merkt das ihn irgendetwas bedrückt. Doch Dylan schafft es nach einiger Zeit ihn mit ihrer quirligen, aufgedrehten Art aus der Reserve zu locken.
Beide Charaktere sind auf den ersten Blick total verschieden und doch fangen sie an, ihre Nachmittage zusammen zu verbringen. Gray zeigt Dylan seinen Heimatort und Dylan ist von allem total begeistert und fasziniert.
Es ist wunderbar, was die beiden alles zusammen unternehmen und für witzige Sachen anstellen.
Dylan hat immer sonderbare Ideen, sei es, dass sie einen Nachmittag gar nicht spricht und die beiden sich nur schriftlich unterhalten, oder dass sie plötzlich bei über 40 Grad wandern gehen und dabei dichten.


Die ersten 100 Seiten (Kennlernphase) sind wirklich genial und herausragend und ich habe mich total in die Geschichte und ihre Charaktere verliebt. Allerdings gab es dann irgendwann einen negativen Break und ich kann nicht mal erklären, woran das lag. 
Die Geschichte ist in 26 Kapitel aufgegliedert und mir fehlte ab der Hälfte der fließende Übergang. Plötzlich ging alles so schnell. Ich fühlte mich als Leser zu oft vom Geschehen ausgeschlossen. Im nächsten Kapitel war plötzlich Entscheides passiert, an dem wir gar nicht teilhaben konnten, weil die Autorin es nur noch rückblickend erzählt hat. Als wäre kein Zeit mehr. Das fande ich schade.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Autorin ihren Fokus bei den Kapiteln auf die ersten Male setzt (Erstes Treffen, Erster Ausflug, Erster Streit etc.). Vielleicht passten da nach ihrer Meinung einige für mich wichtige Ereignisse nicht hinein.

Während man im Laufe des Buches sehr viel über Gray und seine Familie erfährt (was ihn sehr sympathisch und greifbar macht), erfährt man leider nichts weiter über Dylan. Man weiß, dass sie in Phoenix ihre Tante besucht, aber mehr leider nicht. Dadurch wurden ihre Entscheidungen für mich immer unglaubwürdiger. Es wäre schöner gewesen, wenn die Autorin uns einen Grund für ihre Ruhelosigkeit geliefert hätte. So wirkte sie am Ende leicht egoistisch und unreif auf mich. Natürlich kann es sein, dass in den Folgebänden weiter darauf eingegangen wird. Das kann ich nicht beurteilen. Es hat mir die Geschichte nur etwas verleidet.
Klar, das Buch möchte auf die Problematik hinweisen, dass es leicht ist sich zu verlieben, und viel schwerer, auch zusammen zu bleiben. Doch Dylans Gründe gegen die Beziehung waren für mich nicht hundertprozentig überzeugend. Sie hätte sich viel mehr Mühe geben können, dann hätte ich sie auch lieber gemocht.

Der Schreibstil ist etwas speziell und wird nicht jedem gefallen, denn es wird fast alles in der indirekten Rede erzählt. Ich fands klasse, denn es war erfrischend anders und passte zu dem ganzen Buch.
Dylans Passagen sind sehr poetisch und daher ein echtes Highlight (siehe folgende Zitate). Wie gesagt, es wäre nur schön gewesen, wenn man mehr Hintergrundinfos für ihre Ansichten bekommen hätte. Sozusagen ein auslösendes Ereignis, wie bei Gray.

Am Ende des Buches gibt es noch einige Playlists, denn Musik spielte in der Geschichte immer wieder eine Rolle.
Eine nette Ergänzung, die ebenso erwähnenswert ist, wie die tollen Landschaftsbeschreibungen bei den Wanderungen von Dylan & Gray.
 




Fazit:

Eine Liebesgeschichte, die ihren Fokus nicht auf das "Verlieben" legt, sondern auf das "Zusammenbleiben". Der Schreibstil ist speziell, konnte mich aber begeistern. Gray mochte ich sehr gerne, aber Dylan musste in der zweiten Hälfte Sympathiepunkte einbüßen. Trotzdem würde ich das Buch jedem weiterempfehlen, der ungewöhnliche Liebesgeschichten mag. Besonders toll waren die Landschaftsbeschreibungen von Phoenix und Umgebung. Von mir gibt es vier richtig tolle Sterne.

Reihe:

  1. First Comes Love
  2. Second Chance
  3. Finally Forever

Autorin:

Katie Kacvinsky arbeitete als Lehrerin, bevor sie sich entschied, ihre Zeit ganz dem Schreiben zu widmen. Sie lebt in Oregon/USA. »Die Rebellion der Maddie Freeman« ist ihr erster Roman. (Quelle: Amazon)

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