Donnerstag, 4. Mai 2017

Rezension: Der Himmel über Ceylon von Linda Cuir

Titel: Der Himmel über Ceylon
Autorin: Linda Cuir
Seitenanzahl: 365 Seiten
Genre: Roman/ Schicksal
Reihe: Nein
Preis: 5,99 EUR
ISBN: eBook 9783958246690
Verlag: dotbooks
Erschienen am 06.02.2017
www.dotbooks.de 

Klappentext:

Ceylon, 1960: Der jungen Teepflückerin Anjali ist ein hartes, entbehrungsreiches Leben vorherbestimmt. Doch sie will sich nicht in ihr Schicksal fügen und kämpft mutig gegen Ausbeutung und Unrecht an. Mit ihrem unbändigen Willen und ihrer exotischen Schönheit verzaubert sie den Engländer Tom: Er besorgt ihr eine Anstellung im Haus seiner adligen Eltern – und öffnet ihr damit die Tür in eine ganz neue Welt! Entschlossen ergreift Anjali diese Chance: Sie reist bis nach Paris und London, um ihren Traum von einer besseren Zukunft zu verwirklichen. Dennoch kann sie Ceylon nie vergessen, das Land, in dem sie ihr Herz verlor …

Meine Meinung:

Unter der Inhaltsbeschreibung hatte ich mir einen schönen, schicksalhaften Liebesroman vorgestellt. Doch diese Vorstellung wurde bei weitem übertroffen.

Der Himmel über Ceylon ist soviel mehr als eine seichte Romanze, wie man bei dem Cover vermuten würde. 
Es geht um die junge Teepflückerin Anjali, die aus ihrem armen, ausgebeuteten Leben ausbricht, um ihren Traum nach einem besseren Leben zu verfolgen.

Die Geschichte ist in den 60er und 70er Jahren angesiedelt und das hat es noch eine Spur interessanter gemacht. Die Autorin führt einen gekonnt an das Kastensystem und die verschiedenen Glaubensrichtungen in Sri Lanka heran. 

Anjali war mir von der ersten Seite an sympathisch. Sie kennt nur die Welt der Teeplantage und ist daher zu Beginn sehr naiv und unwissend. Außerdem ist sie eine Dalit - eine Unberührbare aus der untersten Kaste des hinduistischen Glaubens. Als Unberührbare hält sie nicht nur sich selbst für einen Menschen zweiter Klasse, sondern wird auch von den Mitmenschen so gesehen.
Obwohl ich ihr Handeln nicht immer verstehen konnte, fand ihren Charakter sehr faszinierend und lebendig.
 
Im Laufe der Geschichte stolpert sie von einem Schicksalsschlag zum nächsten. Dabei verliert sie nie den Mut. Immer wenn ihr ein Neuanfang glückt, atmet man auf, weiß aber unterbewusst, dass dieser Zustand nicht lange anhalten wird. Jeder Rückschlag lässt einen mitleiden und zerrt an den Lesenerven, sorgt aber auch dafür, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und bildlich. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. 
Die Geschichte ist unvorhersehbar. Zwar weiß man durch den Prolog wohin die Reise gehen wird, aber man möchte unbedingt wissen, wie Anjali zu dieser Person geworden ist. Zum Ende lernt sie dann für einen meinen Geschmack alles etwas zu schnell und zu leicht, aber darüber konnte ich gut hinwegsehen.

Inhaltlich wird mich das Buch noch eine Weile beschäftigen, denn besonders das Schicksal der Teepflückerinnen bzw. die Minderheit der Tamilen haben mich dazu gebracht, im Internet und in der Bücherei zu recherchieren. Und das finde ich klasse. Bücher sollten anregen. Selbst wenn diese Idee fiktiv ist, ist sie doch nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern könnte wirklich so passiert sein. Denn auch heute noch werden in den armen Ländern Menschen unterdrückt und als billige Arbeitskraft ausgenutzt, nur damit wir hier günstige Dinge kaufen können.

Man merkt, dass die Autorin sich sehr mit dem Thema auseinander gesetzt hat. Das hat mir gut gefallen und hat mich berührt. Eine tolle Grundidee für einen Roman. Mehr davon.
 

Fazit:

Mich hat das Buch wirklich positiv überrascht. Eine junge Frau bricht aus ihrem Kastenartigen Gefängnis als Teepflückerin aus, immer auf der Suche nach einem besseren Leben. Sie muss viele Rückschläge einstecken, was die Lesenerven strapaziert, aber auch fesselt. Wer Bücher von Lucinda Riley oder Sarah Lark mag, wird hier bestimmt sehr glücklich. Von mir gibt es alle fünf Sterne, weil hier alles passt. Grundidee, Charaktere und Lesesog. 

Ich danke dem dotbooks Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares. Dieses hat meine Meinung nicht beeinflusst. 
 

Autorin:

Linda Cuir wurde 1944 geboren. Im Jahr 2000 gab sie ihr medizinisches Labor auf, um mit ihrem Mann nach Andalusien zu ziehen. Nachdem sie bereits zahlreiche Kurzgeschichten erfolgreich veröffentlichte, überzeugt sie nun mit ihrem Romandebüt „Der Himmel über Ceylon“.

Die Autorin im Internet: http://www.lindacuir.de 
(Quelle: Verlag)

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