Mittwoch, 27. April 2016

Rezension: Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem von Nina LaCour

Titel: Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem
Autorin: Nina LaCour
Originaltitel: The Disenchantments
Seitenanzahl: 272 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 14/ Roadtrip
Reihe: Nein
Preis: 16,99 EUR
Verlag: Carlsen
Erschienen am 02.07.2015
www.carlsen.de 

Klappentext:

Auf nach Europa! Die Schule ist geschafft, jetzt werden Colby und Bev reisen, ein Jahr lang. Das bedeutet Abenteuer, Freiheit – und vielleicht Liebe? Darauf hofft zumindest Colby, der schon ewig in seine beste Freundin verknallt ist. Doch bevor die zwei losfliegen, geht es noch für eine Woche mit Bevs Girlband auf Tour durch Kalifornien, im alten VW-Bus von Colbys Onkel. Was als cooler Roadtrip beginnt, wird zum Desaster, als Bev die Bombe platzen lässt: Sie will nicht mit nach Paris, sondern stattdessen studieren. Colby ist fassungslos. Wann hat Bev ihre Pläne geändert? Warum wusste er nichts davon? Und was zum Teufel soll er jetzt bloß anfangen – ohne sie?

Meine Meinung:

Ich bin ein großer Fan von Roadtrips und daher musste ich dieses Buch unbedingt lesen, nachdem mir das schöne Cover in der Bücherei aufgefallen ist.

Der Originaltitel des Buches lautet "The Disenchantments". Das ist der Name der Band von Bev, Meg und Alexa. Zusammen gehen sie mit Colby, der die Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, auf Tour. Ich fande es interessant, mal eine Geschichte aus "Jungssicht" zu lesen, die von einer Frau geschrieben wurde.

Zuerst war ich skeptisch und habe mich gefragt, ob der Klappentext mal wieder zuviel verrät, denn so weiß man vorher, dass Colby von Bev bezüglich ihres Auslandsjahres belogen wird. Doch es wurde schnell klar, dass es um mehr geht. Eine Woche haben wir mit Colby zusammen Zeit hinter Bevs Motive zu kommen und aufzudecken, warum sie ihn angelogen hat.

Die Autorin hat einen interessanten Schreibstil. Er ist bildlich und prägnant. Sie macht teilweise nur vage Andeutungen und überlässt es dem Leser sich den Rest zu denken. Doch sie beschränkt sich auch auf das Wesentliche. Es gibt keine langen Szenen oder endlose Dialoge. Dafür Ausschnitte und viele Rückblicke. Zuerst versteht man viele Aussagen der Protagonisten nicht, weil man noch nicht auf der Höhe der Zeit ist. Doch nach und nach schließt sich der Kreis und das ganze Bild wird sichtbar. Echt genial.

Die Geschichte kommt ziemlich ruhig und unspektakulär daher. Ich könnte gut verstehen, wenn sich viele Leute beim Mittelteil langweilen würden. Es passiert einfach nicht viel. Doch mir hat das Buch gerade deshalb gut gefallen. Ich mochte die Stimmung und die sympathischen Charaktere. Alles war liebevoll gestaltet und etwas außergewöhnlich. Es gab einfach nicht diese typischen amerikanischen Klischees. Die Personen haben Schwächen und Probleme und wurden dadurch sehr facettenreich. Und weil so wenig passiert, bleibt es auch realistisch. Es geht eben um vier Freunde, die zusammen eine Reise machen und denen "normale" Dinge passieren.

In der einen Woche ziehen die vier in einem alten VW-Bus durch Kalifornien und geben mehrere Auftritte. Colby ist dabei der Aufpasser und Fahrer. Die drei unterschiedlichen Mädchen geben ihm Rätsel auf, doch er ist für alle ein guter Freund.
Er selbst ist total in Bev verknallt und sehr erschüttert, als er mitbekommt, dass sie ihn belogen hat, was ihre gemeinsame Zukunft angeht.
Ich war mir zwischenzeitlich nicht sicher, ob er ein totales Weichei oder ein echter bester Freund ist. Ich hätte ihm so gerne mal die Meinung gegeigt, wenn er Bevs egoistische Marotten mal wieder hingenommen hat. Ständig hat er sie in Schutz genommen, obwohl sie ihn so mies behandelt hat. 
Dadurch bekommt man mit Colby eher Mitleid und fängt an Bev nicht zu mögen. 
So richtig überzeugen konnten mich ihre Motive am Ende nicht. Auch wenn jemand gemeine Dinge nicht mit purer Absicht macht, so bleiben sie eben trotzdem verletzend. Eine Freundschaft kann nicht alles entschuldigen. Doch Colby versucht weiterhin einen Ausweg zu finden. So ist er eben ein besserer Mensch oder einfach dumm. Das kann jeder sehen wie er möchte.

Unterwegs treffen die Vier viele Menschen, die interessante Sachen zu berichten haben. Colby lässt sich durch alles und jeden inspirieren und findet mit ihrer Hilfe heraus, wie es mit seinem Leben weiter gehen soll.

Der ganze Roadtrip wird von Musik und Kunst begleitet. Da alle vier auf eine Kunstschule gehen, wird viel gezeichnet, gesprayt, geschnitzt, fotografiert oder tätowiert. Dazu gibt es coolen 70er Jahre Sound. Toll gemacht.

Das Ende hat mir gut gefallen. Denn Colby hat rausgefunden was für ihn im Leben zählt.



Fazit:

Eine Geschichte über einen Roadtrip, der eine Suche nach dem Ziel im Leben ist. Es geht um Freundschaft, Vertrauen und ganz viel Musik. Dazu gibt es sympathische Personen und schäbige Hotelzimmer. Die Autorin bringt einen dazu, die Dinge zu hinterfragen und zwischen den Zeilen zu lesen. Sicher hätte ein bißchen mehr Handlung und Spannung im Mittelteil nicht geschadet. So sollte man ruhige Geschichten mögen, wenn man sich hier nicht langweilen möchte. Mir hat es gut gefallen und daher gibt es vier gute Sterne. 






11699055Autorin:

Nina LaCour arbeitete als Buchhändlerin, bevor sie an einer Highschool Englisch zu unterrichten begann. Inzwischen konzentriert sie sich ganz aufs Schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie in Oakland, Kalifornien.
Mehr über Nina LaCour unter www.ninalacour.com. (Quelle: Amazon

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