Mittwoch, 23. Dezember 2015

Rezension: Die raunende Maske von Jonathan Stroud (Lockwood & Co. Teil 3)

Titel: Die Raunende Maske
Autor: Jonathan Stroud
Originaltitel: The Hollow Boy
Seitenanzahl: 464 Seiten
Genre: Fantasy
Reihe: Teil 3 von ?
Preis: 18,99 EUR
Verlag: cbj
Erschienen am 19.10.2015
www.cbj-verlag.de 
www.lockwood-und-co.de 

Klappentext:

Die Agenten von Lockwood & Co.: Anthony Lockwood, Lucy und George, führt ihr jüngster Fall mitten ins Zentrum der Geistererscheinungen, die London unerbittlich heimsuchen. Ein traditionsreiches Londoner Kaufh aus scheint Brutstätte des grausigen Phänomens zu sein. Wurde es doch auf den Überresten einer Pestopferruhestätte und über den Ruinen eines mittelalterlichen Kerkers errichtet. Gemeinsam mit Geisterjägern aus anderen Agenturen wagen sich Lockwood und seine Freunde bei Nacht in das Gebäude. Wer hier überleben will, braucht Mut und einen kühlen Kopf. Doch Lucy und ihre neue Kollegin Holly belauern sich eifersüchtig, Lockwood kommt von einem dunklen Geheimnis in seiner Vergangenheit nicht los und die düsteren Warnungen des wispernden Schädels verheißen Fürchterliches.

Meine Meinung:

Endlich geht es weiter mit den jugendlichen Geisterjägern der Agentur Lockwood & Co. Die Geschäfte laufen nach den letzten Erfolgen ziemlich gut für Lucy, George und Lockwood. Sie können sich vor Aufträgen kaum noch retten und arbeiten daher oft allein und nicht mehr im Team. 
Das macht besonders Lucy zu schaffen. Ihre Gabe als Hörende und Fühlende wird größer. Sie schafft es immer mehr mit Geistern zu kommunizieren. Leider finden das George und Lockwood nicht gerade toll und melden Bedenken an. Geister sind schließlich böse und müssen vernichtet werden. Wen interessieren schon ihre Beweggründe?
Als die Arbeit zu viel wird, stellt Lockwood eine weitere Mitarbeiterin ein. Holly ist das perfekte Mädchen für alles, doch damit treibt sie besonders Lucy in den Wahnsinn. Eifersüchtig kämpft Lucy um Lockwoods Aufmerksamkeit.
Als dann in Chelsea das Geisterproblem überhand nimmt, müssen Lockwood & Co. alles geben um das Böse zu bekämpfen.

Lucy erzählt die Geschichte wieder aus der Ich-Perspektive. Der Schreibstil lässt den englischen Humor erkennen. Die Unterhaltungen haben einfach eine eigene Komik und auch der sprechende Schädel ist immer für einen Lacher gut.
Diesmal gibt es mehrere kleinere Fälle, die auf den ersten Blick vielleicht nicht zusammen passen, aber später erkennen lassen, worauf der Autor hinaus wollte.
Die zwischenmenschliche Beziehung von Lucy und Lockwood tritt in den Vordergrund. Auch wenn mir Lucy mit ihrer zickigen, verborten Art manchmal auf den Wecker ging, war es doch glaubhaft. Schließlich sind alle Personen im Teenageralter und da geraten die Gefühle nunmal ins Chaos, ob man Geisterjäger ist oder nicht. Es dauert bis man sich selbst gefunden hat. 
Daher ist es schön, dass die Charakterentwicklung (besonders von Lucy) mehr Tiefe bekommt und ihre Persönlichkeit sich weiter entwickelt.
Auch alte Bekannte wie die Artefaktjägerin Flo oder der Konkurrent Quill Kipps mit Team sind erneut dabei.

Bei den Geisterjagden geht es wieder ordentlich zur Sache. Auch wenn der Autor das Rad nicht immer neu erfinden kann, war die Geschichte spannend und interessant. Mittlerweile weiß man, was man von einem Schemen oder Lauerer zu erwarten hat oder was eine Salzbombe bewirkt.
Manche Dinge in der Storyentwicklung gingen mir allerdings zu schnell von der Hand oder wurden nur kurz angerissen. Auch, dass einige Punkte nicht aufgeklärt werden bzw. die Täter nicht gefasst werden, hat mich etwas genervt. Cliffhanger schön und gut, ich würde aber auch so weiterlesen. So muss man wohl oder übel auf den nächsten Teil warten, denn wie es aussieht, sind die Geister nicht das einzige Problem, dass Londons Bürger haben.
Daher wäre es schön, wenn der Autor sich mehr oder schneller an die Hintergründe des Geisterproblems wagen würde. Woher kommt das Problem? Ist es irgendwann mal vorbei? Woran liegt es eigentlich? Wie hat es angefangen?

Doch was soll ich sagen? Die Reihe gehört mit zu meinen Favoriten, denn es ist mal etwas ganz anderes und dieser dritte Teil hat zwar ein paar Schwächen, bleibt aber ein würdiger Nachfolgeband.

Fazit:

"Die raunende Maske" ist ein würdiger Nachfolgeband der Reihe. Diesmal stehen die zwischenmenschlichen Beziehungen im Vordergrund. Lucys Gefühle erschweren ihr die Arbeit und bringen die Story auf ein neues Level. Leider werden viele Dinge in diesem Buch nur angerissen und man muss für die Auflösung weiter warten. Das finde ich etwas unglücklich, daher gibt es einen Stern Abzug. Trotz allem ist das Buch unbedingt weiter zu empfehlen. Was wäre schließlich London ohne die Geisterjäger von Lockwood & Co.?
 

Reihe:

  1. Die Seufzende Wendeltreppe 
  2. Der Wispernde Schädel
  3. Die raunende Maske 

Autor:

Als Kind war Jonathan Stroud (*1970) häufig krank und musste viel Zeit im Krankenhaus oder zu Hause im Bett verbringen. Um der Langeweile zu entfliehen, begann er, intensiv zu lesen: Bald war der Boden seines Zimmers mit Büchern komplett bedeckt. Außerdem zeichnete Jonathan Stroud und erfand selbst mit Begeisterung Geschichten. Nach dem Englischstudium arbeitete er einige Jahre als Lektor für Walker Books in London, wo er alles über Kinderbücher lernte. 1999 erschien sein erster Fantasyroman "Drachenglut". Damit war Jonathan Stroud klar, was er in seinem Leben tun wollte. 2001 hängte er seinen Job endgültig an den Nagel, um nur noch Schriftsteller zu sein. Im selben Jahr heiratete er und wurde Vater. (Quelle: Amazon) 

Kommentare:

  1. Hallöchen =)

    Ich bin sehr froh, dass wir uns hier wieder mal einig sind =).
    London ohne Lockwood geht genauso wenig wie mein Bücherregal ohne Lockwood =).

    LG
    Anja

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    1. Hallo Anja,

      da stimme ich Dir zu :-).
      Ich werde die Reihe auch als meine liebste Reihe 2015 nominieren. Es gab dieses Jahr einfach nichts besseres.
      Liebe Grüße
      Andrea

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Ich freue mich über Deine Meinung.

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