Freitag, 19. Januar 2018

Rezension: Royal - Ein Leben aus Glas von Valentina Fast

Titel: Royal - ein Leben aus Glas
Autorin: Valentina Fast
Seitenanzahl: 235 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 14 J.
Reihe: Teil 1 von 6
Preis: ab 3,99 EUR
ISBN: 978-3-646-60160-2
Verlag: Impress

Erschienen am 06.08.2015
www.carlsen.de 

Klappentext:

Viterra, das Königreich unter einer Glaskuppel, ist der einzige Ort auf Erden, an dem die Menschen die atomare Katastrophe überlebt haben. Um die Bevölkerung bei Laune zu halten, findet dort alle zwei Jahrzehnte die große Fernsehshow zur Königinnenwahl statt. Aber diesmal ist alles anders. Diesmal will der Prinz ein Mädchen finden, das ihn um seiner selbst liebt. Vor den Augen des gesamten Königreichs soll die siebzehnjährige Tatyana zusammen mit den schönsten Mädchen des Landes um die Gunst vier junger Männer buhlen, von denen keiner weiß, wer der echte Prinz ist. Sie würde alles darum geben, nicht teilnehmen zu müssen. Aber auch sie kann sich dem Glanz eines Königslebens nur schwer entziehen …

Meine Meinung:

Lange bin ich um diese Reihe herumgeschlichen, weil ich nicht wusste, ob sie etwas für mich sein könnte. Nach einem Probekapitel konnte ich das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen.

Die Geschichte hat mich von der ersten Seite in den Bann gezogen. Warum kann ich eigentlich nicht mal sagen. Die 16-jährige Tatyana lebt in Viterra. In diesem Land wohnen 13 Millionen Menschen unter einer Glaskuppel. Die restliche Erde wurde in einem dritten Weltkrieg vernichtet (Das Glas keine atomare Strahlung durchlässt ist mir zwar neu, aber ich lerne ja immer gerne dazu :-).
In Viterra gibt es eine Monarchie. Alle paar Jahre wird in einer Art Castingshow eine neue Gemahlin für den Prinzen gesucht. Diesmal ist alles anders, da keiner den Königsnachfolger kennt.
Tanya lebt bei ihrer Tante und führt dort fast ein Aschenputtelleben. Zwar wird sie von ihr unterrichtet, hat aber sonst noch gar nichts erlebt, geschweige denn Erfahrungen mit Jungs gesammelt.

Als die Königinnenwahl stattfindet, wird Tanya von ihrer Tante gezwungen daran teilzunehmen. Natürlich möchte sie gar keine Prinzessin werden und unterscheidet sich deshalb von den anderen 19 Kandidatinnen. Ich habe die Story  so hingenommen, hinterfragen würde ich sie nicht. 
Es gibt nämlich vier junge Männer, die als Prinz in Frage kämen. In der Castingshow sollen die Frauen sich in einen der Männer verlieben, nicht wissend, wer denn nun der echte Prinz ist. Wie gesagt, die Story ist sehr, sehr weit hergeholt und hat Logiklöcher.

Aus unerfindlichen Gründen stehen natürlich alle irgendwie auf Tanya, auch wenn sich das im Laufe des Buches relativiert. So richtig verstehen konnte ich es nicht, denn sobald ein männliches Wesen auftaucht, entwickelt sich Tanya von einer selbstbewussten jungen Frau in eine stotternde Heulsuse. Zwar ist es nachvollziehbar, dass sie unsicher wegen ihrer Unerfahrenheit ist, aber es ist nicht glaubhaft, warum die Männer sie vergöttern. Mein romantisches Herz hat es dann einfach so hingenommen und sich von der Geschichte treiben lassen.

Inhaltlich passiert wirklich nicht viel. Wir lernen die anderen Kandidatinnen kennen und erleben den Ablauf der ersten Woche der Show. Für mich war es eine Mischung aus Germanys Next Topmodel und Der Bachelor. Trotzdem war die Geschichte unheimlich fesselnd. Es ist wie eine Seifenoper. Man weiß, dass es keinen hohen Anspruch hat, aber es ist trotzdem toll zu zusehen und zu erleben wie die klischeebehaftete Hauptfigur durch die Geschichte stolpert. Es gibt künstliche Dramen und Missverständnisse, ständig werden Gespräche unterbrochen (was mich wahnsinnig macht) und dann die immer wiederkehrende Frage: Wer ist denn nun der Prinz?

Der leichte Schreibstil führt einen schnell durch die Kapitel und so kann man das Buch an einem Nachmittag weglesen. Die Charaktere sind nicht besonders tiefgründig.  
Tanya erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive. Sie ist sehr naiv und redet sich ständig ein, gar nicht bei der Show mitmachen zu wollen. Insgeheim weiß jeder, dass sie es toll findet und deshalb ist es manchmal anstrengend mit ihr. Man weiß nie so richtig, warum sie jetzt so oder so reagiert und deshalb konnte ich nur wenig mit ihr anfangen. Irgendwie wurde es dadurch aber auch interessant.

Die Prinz-Anwärter sind bisher auch nicht wirklich sympathisch. Sie wirken alle sehr in ihre Rolle gedrängt und haben dadurch null Charisma. Ich hoffe wirklich, dass sie sich in den weiteren Bänden noch entwickeln. Genau wie Tanya.

Die Geschichte endet offen und macht neugierig auf mehr. Potenzial ist vorhanden. Ich werde definitiv noch weiterlesen.

Fazit:

Das Buch ist eine Mischung aus verschiedenen Castingshows im Stil einer Seifenoper. Es hat keinen hohen Anspruch und trotzdem ist es unheimlich fesselnd und unterhaltsam. Für alle die sich von einer Geschichte berieseln lassen wollen, ohne nach einen tieferen Sinn zu suchen. Ich hatte Spaß beim lesen, habe es aber auch nicht zu Ernst genommen. Von mir gibt es vier Sterne mit Luft nach oben.

Reihe:

 

 

Autorin:

Valentina Fast wurde 1989 geboren und lebt heute im schönen Münsterland. Beruflich dreht sich bei ihr alles um Zahlen, weshalb sie sich in ihrer Freizeit zum Ausgleich dem Schreiben widmet. Ihre Leidenschaft dafür begann mit den Gruselgeschichten in einer Teenie-Zeitschrift und verrückten Ideen, die erst Ruhe gaben, wenn sie diese aufschrieb. Ihr Debüt, die »Royal«-Reihe, wurde innerhalb weniger Wochen zum E-Book-Bestseller. (Quelle: Verlag)

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