Freitag, 29. Dezember 2017

Rezension: Ein Weihnachtsmärchen in Kanada von Lara Hill

Titel: Ein Weihnachtsmärchen in Kanada
Autorin: Lara Hill
Seitenanzahl: 352 Seiten
Genre: Liebe/Winter

Reihe: Nein
Preis: 10,00 EUR
ISBN: 978-3-404-17597-0
Verlag: Bastei Lübbe
Erschienen am 29.09.2017
www.luebbe.de 

Klappentext:

Glitzernde Seen, schneebedeckte Berge und ein einladendes Blockhaus mit qualmendem Schornstein – Winter in Kanada! Das erwartet Julia, als sie sich zu einem Lehreraustausch von Hamburg nach Banff aufmacht. Eines hat sie dabei allerdings nicht eingeplant: den unverschämten, aber irgendwie doch auch charmanten Kanadier Josh, der ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Und das, obwohl Julia in Hamburg einen festen Freund hat, der ein besonders romantisches Weihnachtsfest plant …

Meine Meinung:

Das Buch ist mir im Laden sofort wegen des schönen Covers aufgefallen. Titel und Klappentext versprachen eine winterliche Geschichte.

Ich habe das Buch immer abends vor dem Einschlafen gelesen. Die perfekte Einstimmung auf eine ruhige Nacht. Und das meine ich positiv. Es war schön mit Julia durch den winterlichen Wald zu stapfen, um einen wilden Hund zu füttern, den sie ins Herz geschlossen hat. Danach wurde mit Nachbarin Emily ein Kakao mit Whisky getrunken oder mit Schwester Corinna in Deutschland telefoniert. 
Inhaltlich ist die Story eher dünn. Es geht um Julia, die in Hamburg Freund und Leben zurücklässt, um an einem Lehreraustausch in Kanada teilzunehmen. Gleich bei der Ankunft lernt sie den schroffen Kanadier Josh kennen, der ihr von der ersten Minute Rätsel aufgibt.

Julia ist eine bodenständige und sympathische Frau, die weiß was sie will. Sie lässt sich kaum durch Josh' widersprüchliches Verhalten aus dem Konzept bringen. Die Liebesgeschichte fing interessant und prickelnd an, wurde dann aber leider zu sehr von Missverständnissen geprägt. Ein klärendes Gespräch hätte alles bereinigen können, doch so wurde es krampfig und anstrengend. Außerdem ist Josh' Hintergrundstory für meinen Geschmack zu inszeniert und konnte mich nicht richtig überzeugen.

Die Geschichte wird im Erzählstil größtenteils aus der Sicht von Julia geschildert. Einige Passagen kommen von Josh. Diese wenigen Momente haben mir gut gefallen, denn so wurde der eigenwillige Mann etwas menschlicher. Leider bleiben alle Gefühle und Charaktere sehr oberflächlich. Man kann sich nicht richtig in sie hineinfühlen und ihre Entscheidungen daher oft nicht nachvollziehen.

Der Schreibstil ist leicht schmalzig und manchmal gestelzt, aber es passte alles gut zusammen. Das Buch kann hauptsächlich wegen der wunderschönen Landschaftsbeschreibungen punkten. Die Autorin konnte mich durch die bildhaften Erklärungen ins winterliche Kanada versetzen. Egal was Julia unternommen hat, ich konnte immer den Schnee spüren oder das warme Feuer im Kamin.

Fairerweise muss man sagen, dass inhaltlich wirklich kaum etwas passiert. Julia füttert jeden Tag den wilden Hund und freundet sich mit ihm an. Dann trifft sie sich mal mit ihren Kollegen oder denkt über ihren (Ex-)Freund nach, redet kurz mit Josh oder ihrer Nachbarin. So gehen die Seiten dahin. Es ist immer ruhig und heimelig. Lediglich die Ex-Beziehungen bringen etwas Schwung in die Geschichte.

Ich würde das Buch jedem empfehlen, der sich auf die winterliche Jahreszeit freut und eine Weile vom Alltag entfliehen möchte.
Auch wenn ich nicht alles gut fand, habe ich das Buch trotzdem gerne gelesen. Manchmal braucht eine Geschichte eben nicht viel, um schön zu sein.

Diese unverrückbaren Berge, deren Gipfel zu dieser Jahreszeit nur glühten, wenn sich mittags die Sonnenstrahlen auf die Erde stehlen konnten; diese endlosen stummen Wälder, die sich wie sichere Schutzzonen dunkel vom Schnee abhoben; das Nordlicht, das in allen Farben des Regenbogens über den Himmel flimmerte und der eisigen Jahreszeit Farbe und Leichtigkeit schenkte - ja, all das war Kanada. In diesem Land wurden alle Eitelkeiten, wegen derer sich die Menschen bekämpften und verletzten, zu Nichtigkeiten. (Auszug Seite 290)


Fazit:

Der Roman ist passend für die winterliche Jahreszeit. Inhaltlich passiert zwar wenig, aber ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen. Ja, es war nicht sehr tiefgründig und auch die Liebesgeschichte hatte ein paar Schwächen, aber es war die perfekte Lektüre um von Alltag zu entfliehen und ins winterliche Kanada zu entschwinden. Wer mal eine ruhige Geschichte sucht, sollte sich das Buch ansehen. Von mir gibt es knappe vier Sterne.

Autorin:

Lara Hill wurde in England geboren. Nach dem Studium arbeitete sie als Übersetzerin. Als sie mit ihrem Mann nach Deutschland übersiedelte, begann sie mit dem Schreiben. Die Liebesgeschichten in ihren romantischen Romanen siedelt sie gern in all den Ländern an, die sie schon bereist hat. Lara Hill lebt heute mit ihrer Familie und zwei Hunden in München. (Quelle: amazon)

Kommentare:

  1. Hallo Anruba,

    so richtig überzeugt hat dich das Buch ja nicht. Aus deiner Rezi entnehme ich wenig oder eher oberflächliche Gefühle. Schade, denn der Titel und das Cover hatten mich schon gelockt.
    Aber nun ist Weihnachten wieder vorbei und ich werde auch keine weihnachtliche Lektüre mehr lesen bis es wieder Advent ist.

    Liebe Grüße
    Barbara

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    1. Hallo Barbara,

      ich denke mir hat das Buch nur gefallen, weil ich Kanada so gerne mag und deshalb die Beschreibungen genossen habe. Als Liebesgeschichte fällt das Buch leider wirklich durch. Ich werde jetzt noch ein weiteres Winterbuch lesen, ich brauche dafür keine Adventszeit, aber ich kann gut verstehen, warum Du jetzt lieber etwas anderes liest.
      Liebe Grüße
      Andrea

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  2. Hallo Andrea,
    mit 4 Sternen warst du ja noch sehr großzügig in der Bewertung. Ich hätte, nach deiner Rezension, mit weniger Sternen gerechnet. Mir zeigt sie auf jeden Fall, dass ich das Buch nicht wirklich lesen muss. Danke dafür, dass du mich mit deiner Rezension vor einem möglichen Fehlkauf bewahrst. Gibt ja so viele wunderbare Bücher auf der Welt.
    LG
    Yvonne

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