Mittwoch, 16. November 2016

Rezension: Im Wald von Nele Neuhaus (Bodenstein & Kirchhoff #8)

Titel: Im Wald (Bodenstein & Kirchhoff #8)
Autorin: Nele Neuhaus
Seitenanzahl: 560 Seiten
Genre: Kriminalroman
Reihe: Band 8
Preis: 22,00 EUR
ISBN: 978-3550080555
Verlag: ullstein
Erschienen am 14.10.2016
www.ullstein-buchverlage.de 

Klappentext:

Mitten in der Nacht geht im Wald bei Ruppertshain ein Wohnwagen in Flammen auf. Aus den Trümmern wird eine Leiche geborgen. Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11 in Hofheim ermitteln zunächst wegen Brandstiftung, doch bald auch wegen Mordes. Kurz darauf wird eine todkranke alte Frau in einem Hospiz ermordet. Bodenstein ist erschüttert, er kannte die Frau seit seiner Kindheit. Die Ermittlungen führen Pia und ihn vierzig Jahre in die Vergangenheit, in den Sommer 1972, als Bodensteins bester Freund Artur spurlos verschwand. Ein Kindheitstrauma, das er nie überwand - und für viele Ruppertshainer eine alte Geschichte, an die man besser nicht rührt. Es bleibt nicht bei zwei Toten. Liegt ein Fluch über dem Dorf?

Meine Meinung:

Das ist mein sechstes Buch aus der Bodenstein & Kirchhoff Reihe. Die letzten beide Bände habe ich ausgesetzt, aber ich konnte ohne Probleme ins Geschehen einsteigen.

In dieser Geschichte geht es um einen ungeklärten Fall aus der Vergangenheit. Der damalige beste Freund von Bodenstein ist seit 1972 verschwunden. Es wird schnell klar, dass die gegenwärtigen Morde mit dem alten Fall in Zusammenhang stehen. Bodenstein gerät unerwartet in einen emotionalen Strudel. Wer von seinen alten Freunden steckt hinter der Sache? Der Fall eilt, denn der Mörder schlägt immer wieder zu.

Mir hat gut gefallen, dass man bis zum Ende nicht wirklich weiß, wer hinter den Taten steckt. Die Autorin schafft es gute "falsche" Fährten zu legen, so dass man an den Seiten klebt, um endlich an die Auflösung zu kommen. 
Leider sind für diese Irrungen und Wirrungen viele Personen nötig. Das wurde schnell unübersichtlich. Zwar gibt es am Anfang ein Personenregister (was wirklich hilfreich war), aber trotzdem bin ich öfter mit den vielen verschiedenen Leuten durcheinander gekommen. Der ist jetzt der Schwager von ihr und sie die Patentante von ihm usw. Da muss man wirklich höllisch aufpassen um nicht den Überblick zu verlieren.

Ansonsten zeigt die Geschichte schonungslos welche menschlichen Abgründe es doch gibt. Jeder im Dorf Ruppertshain weiß etwas, aber niemand spricht darüber. Alle haben Angst ausgestoßen zu werden bzw. stehen in irgendeiner Abhängigkeit zu einer anderen Person, die ihnen gefährlich werden kann. Das macht es den Ermittlern Pia und Oliver sehr schwer. Tragisch war auch die Rolle der Kinder. Teilweise erinnerte mich die Idee an den Film "Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast". Denn alle Mitwisser werden der Reihe nach ausgeschaltet.

Insgesamt ist die Story logisch und weitesgehend schlüssig. Die Gründe des Täters sind vielleicht etwa zu banal, um dafür so viele Menschen umzubringen, aber ich denke die Autorin wollte damit zeigen, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings eben doch einen Tornado auslösen kann.

Der Schreibstil ist einfach und gut zu lesen. Teilweise wirkt hier der Erzählstil etwas distanziert, denn so richtig verbunden fühlte ich mich mit den Ermittlern nicht. Das ist aber nicht negativ gemeint. Für einen Kriminalfall ist es genau richtig. Man erfährt genug von den Hauptpersonen, ohne ständig an ihren Gedanken teilhaben zu müssen. 
Größenteils wird aus der Sicht von Oliver von Bodenstein und Pia Sander erzählt. Teilweise lernen wir aber auch andere involvierte Personen kennen. Dabei weiß man nicht, ob es sich jetzt um Täter oder Opfer handelt.

In meinen Augen hätte die ein oder andere Raffinesse der Story nicht geschadet, aber andererseits hat es den Fall gerade deshalb umso glaubwürdiger gemacht.

Insgesamt muss sich der achte Teil nicht hinter den anderen Büchern der Reihe verstecken und gehört in meinen Augen mit zu den besten. Wer die Taunus Geschichten von Nele Neuhaus mag, sollte das Buch auf jeden Fall wieder lesen. Es lohnt sich.

Fazit:

In der Art von "Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast" schlägt ein Mörder im kleinen Ort Ruppertshain zu und bringt Mitwisser um. Ein kniffliger Fall für die Ermittler, denn die Einwohner schweigen und verstecken sich hinter falscher Loyalität und Angst. Die Geschichte ist kurzweilig und spannend bis zum Schluss. Wer die Taunuskrimis von Nele Neuhaus mag, sollte das Buch auf jeden Fall lesen. Es gehört in meinen Augen mit zu den besten der Reihe. Von mir gibt es alle fünf Sterne, denn ich hatte wirklich Spaß beim lesen. 

Ich danke Lovelybooks und dem Ullstein Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares! 


Reihe:



Autorin:

Nele Neuhaus, geboren 1967 in Münster / Westfalen, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus und schreibt bereits ebenso lange. Ihr 2010 erschienener Kriminalroman Schneewittchen muss sterben brachte ihr den großen Durchbruch, seitdem gehört sie zu den erfolgreichsten Krimiautorinnen Deutschlands. Außerdem schreibt die passionierte Reiterin Pferde-Jugendbücher und, unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg, Unterhaltungsliteratur. Ihre Bücher erscheinen in über 20 Ländern. (Quelle: Verlag)

www.neleneuhaus.de

Kommentare:

  1. Huhu,
    Tolle Rezi zu einem echt klasse und spannenden Krimi.
    Hab ihn auch gelesen und er ist echt mit Abstand ihr BESTER Krimi =)

    LG Sheena

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    1. Hallo Sheena,

      Tiefe Wunden hat mir auch noch super gefallen, aber ansonsten gebe ich dir Recht. Aus der Reihe ist "Im Wald" ganz weit vorne.
      Liebe Grüße
      Andrea

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Ich freue mich über Deine Meinung.

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