Dienstag, 28. November 2017

Rezension: Alles im Fluss von Anna Herzog

Titel: Alles im Fluss
Autorin: Anna Herzog
Seitenanzahl: 256 Seiten
Genre: Jugendbuch ab 12 Jahren
Reihe: Nein
Preis: 12,99 EUR
ISBN: 978-3-649-62350-2
Verlag: Coppenrath
Erschienen am 04.07.2017 
www.coppenrath.de 
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Klappentext:

Wie ist sie bloß in diese Situation geraten? Juli, dreizehnjährige zukünftig
e Filmemacherin mit Tierphobie, findet sich in einem uralten Faltboot auf dem Fluss wieder – mit Jonte, den sie kaum kennt, dessen kleinem Bruder Per und einem hässlichen Kater namens Puma. Was spielerisch mit Jontes Behauptung beginnt, er könne es locker bis zum Meer schaffen, wird zur Herausforderung: Nicht nur, weil sie plötzlich auf der Flucht sind, sondern auch, weil die beiden Älteren nun für den Jüngeren sorgen müssen. Als Jonte etwas zustößt, ist Juli plötzlich ganz auf sich gestellt ...

Meine Meinung:

Cover und Titel haben mich sofort an den alten Kinderfilm Flussfahrt mit Huhn erinnert. Auch im Buch wird öfter auf diesen Film Bezug genommen. Daher hatte ich große Lust die Geschichte zu lesen.

Meine Anfangseuphorie wurde leider schnell durch den Schreibstil gedämpft. Vielleicht ist diese Art zu schreiben irgendwie brillant, aber wenn dem so ist, dann weiß ich die Genialität nicht zu schätzen. Auf mich wirkte es ungelenk, abgehackt und war sehr anstrengend zu lesen. Die Figuren blieben unnahbar und unecht, von ihren unlogischen Handlungen mal abgesehen. Dabei verarbeitet das Buch durchaus kindgerechte Themen (Verlust eines Elternteils, Schuldgefühle, Suche nach einem Platz im Leben etc.).

Hauptprotagonistin Juli wird für die Sommerferien zu einer fremden Tante abgeschoben. Das Mädchen ist sauer auf ihre Mutter und die Welt. Trotzdem hilft sie auf dem Hof mit, auch wenn Juli Angst vor allen möglichen Tieren hat. Schnell lernt sie Jonte und seinen kleinen Bruder Per kennen, und bevor Juli sich versieht, sitzt sie mit den beiden Jungs in einem Faltboot und schippert über den Fluss. 

Danach passiert eigentlich kaum etwas. Die Handlung bleibt dünn und größtenteils oberflächlich. Durch die fehlenden Gefühle und Emotionen konnte mich das Buch nicht erreichen und packen. 
Der Schreibstil killt jede Atmosphäre und hat mir die eigentlich ziemlich gute Story verleidet. 
Juli, Jonte und Per erleben ein Abenteuer und müssen dabei mit alltäglichen Problemen kämpfen, wie Hunger oder die Sorge um einem Schlafplatz. Dabei wird schnell klar, dass die Kinder eigentlich größere Päckchen zu tragen haben, wie den Verlust eines Elternteils oder die Schuldgefühle gegenüber Geschwistern. 
Die Geschichte vermittelt viele tolle Botschaften. Es geht um Freundschaft und Zusammenhalt, Abenteuer und Mut. Aber ich bin einfach in keinen Lesefluss geraten und mein Frust wurde mit jeder Seite größer. Wochenlang musste ich mich zum weiterlesen überreden und so sollte es eigentlich nicht sein.
"Puma" sagt Per. 
"Hä? Das ist ein Kater." 
"Ja, aber ich nenne den Puma, weil: Der sieht aus wie ein Puma deswegen!" sagt Per. 
"Nee, wie ein Panther doch." sagt Juli. 
"Puma." sagt Jonte und zieht die Augenbrauen hoch. 
"Panther!" Juli sieht Jonte starr in die Augen. (Zitat Seite 96)


Die Geschichte wechselt sich durch einen allwissenden Erzähler und so genannten Transkripten in Drehbuchform ab. Leider wirkt das ganze Buch dadurch sehr distanziert. Man fühlt keine Verbundenheit zu den Protagonisten und entwickelt eine Art Gleichgültigkeit.
Das kann auch die unterschwellige Ironie nicht retten.
Als Essen und Geld knapp werden, werden die Kinder auf ihrer Flucht immer mehr zu einem Team. Tante Marthe versucht Juli, Jonte und Per aufzuhalten, so dass dadurch ein paar Spannungsmomente aufkommen. Auch zum Ende spitzt sich nochmal alles zu und Juli muss über sich hinauswachsen, um Jonte zu helfen. So weit, so gut. Inhaltlich habe ich kaum etwas auszusetzen. Auch optisch ist das Buch mit der Umlegeklappe ein echtes Schmuckstück.

Das Buch ist für junge Mädchen ab 12 Jahren geeignet. Immer wenn mir ein Buch nicht zusagt, frage ich mich, ob es daran liegt, dass ich nicht zur Zielgruppe gehöre, aber hier würde ich das eindeutig verneinen. Mir gefallen heute noch alle Bücher, die ich mit 12 Jahren mochte, und so weiß ich 100%, dass ich diese Geschichte in dem Alter als ebenso anstrengend empfunden hätte.

Mir tut es irgendwie leid, weil ich das Buch wirklich gerne gemocht hätte, aber dem ist leider nicht so. Ich würde es nicht weiterempfehlen.

Fazit:

Das Buch ist Geschmackssache. Wer sich mit dem Schreibstil anfreunden kann, der kann auf eine unterhaltsame Geschichte mit tollen Botschaften und kindgerechten Themen hoffen. Es geht um Freundschaft, Mut, Vertrauen und Zusammenhalt. Mein Fall war der Schreibstil leider nicht. Versucht es bei Interesse mit einer Leseprobe, dann sollte man schnell merken, ob die Art einem gefällt oder nicht. Von mit gibt es 2,5 Sterne.
 

Autorin:

Anna Herzog ist Schulärztin, hat aber auch schon als freie Journalistin und Übersetzerin gearbeitet. Früher war sie häufig und gerne für kürzere und längere Zeit im Ausland. Heute lebt sie mit ihrem Mann, ihren vier Kindern und einer wechselnden Tierschar im Ruhrgebiet. (Quelle: Verlag)

Kommentare:

  1. Hi,
    mir ist es hier wie dir gegangen. Das Buch hat auch nur 3 Punkte bekommen.
    LG Marina
    http://marinasbuecherwelt.blogspot.co.at/2017/09/anna-herzog-alles-im-fluss-oder-diese.html

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    1. Hallo,

      danke für den Link, schaue ich gerne vorbei.

      Schade für das Buch. Ich hätte es echt gerne gemocht, aber manchmal passt es eben nicht.
      Liebe Grüße
      Andrea

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