Mittwoch, 30. Dezember 2015

Rezension: Herz verloren von Simone Elkeles

Titel: Herz verloren
Autorin: Simone Elkeles
Originaltitel: Wild Crush
Seitenanzahl: 320 Seiten
Genre: Liebesroman (ab 13 J.)
Reihe: Teil 2 von ? (einzeln lesbar)
Preis: 12,99 EUR
Verlag: cbt
Erschienen am 26.10.2015
www.cbt-buecher.de 

Klappentext:

Vic Salazar ist verrückt nach Monica, der Freundin seines besten Freundes Trey, mit dem er in einem Footballteam spielt. Doch Vic würde seinen Kumpel nie hintergehen. Monica ist eigentlich glücklich mit Trey. Als Trey sich jedoch plötzlich von ihr zurückzieht, findet sich Monica immer öfter in Gesellschaft von Vic wieder. Der verständnisvolle, geheimnisvolle, schweigsame Vic, der stets da ist, wenn Monica ihn braucht. Und plötzlich merkt Monica, dass in seiner Gegenwart die Luft zu kribbeln scheint...

Meine Meinung:

Als Simone Elkeles Fan der ersten Stunde musste ich natürlich auch ihr neustes Werk sofort lesen. Doch so ganz konnte sie mich diesmal nicht von der Story überzeugen. Vielleicht gefällt es Lesern besser, die noch gar nichts von ihr kennen, aber verglichen mit ihren anderen Büchern, bleibt sie weit hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Vic und Monica sind grundsätzlich sympathische Charaktere. Bei Vic merkt man gleich, dass er natürlich nicht so "böse" ist, wie es nach außen scheint. Er hat sein Herz am rechten Fleck und steht seinem besten Freund Trey loyal zur Seite.
Monica ist eher eine Mitläuferin. Sie hat oft keine eigene Meinung und richtet sich immer nach den anderen. Erst langsam taucht sie aus ihrem Schneckenhaus auf.

Die Grundsteine für eine gute Story sind gelegt, aber an der Umsetzung hapert es doch gewaltig. Die erste Hälfte des Buches wirkt einfach nur lieblos hingeklatscht. Sorry, aber so ist es. Die Autorin wiederholt immer wieder die gleichen belanglosen Sätze (Vic ist ja so böse und sein Leben ist eh verpfuscht; Monica ist ja so hilflos und kränklich, will es aber gar nicht sein...). Es fehlt einfach ein Ziel oder ein höherer Sinn. So kann man als Leser nicht unbedingt nachvollziehen, warum die beiden sich jetzt zueinander hingezogen fühlen.
Die Charaktere entwickeln sich nicht aus der Geschichte heraus, sondern nur weil die Autorin es ihnen so unbeholfen aufdrückt, dass es fast weh tut.
Erst am Ende bekommt die ganze Sache dann doch noch eine gute Richtung. Dafür musste aber erst moralisch alles ins richtige Licht gerückt werden. Trey wurde als Bösewicht dargestellt, so dass Vic und Monica nichts mehr im Wege steht. Es wäre wahrscheinlich verwerflich gewesen, wenn die beiden sich hinter seinem Rücken verbündet hätten.

Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Vic und Monica in der Ich-Perspektive geschrieben, so dass man bei beiden Personen gut im Bilde ist. 
Der Schreibstil ist zu Beginn sehr fahrig und schnell, erst zum Ende wird es besser (oder ich hatte mich daran gewöhnt).
Schön ist das Wiedersehen mit alten Bekannten (wie Alex Fuentes oder Derek und Ashtyn).
Leider fehlt der ganzen Geschichte ein richtiges Highlight oder etwas was das Buch zu etwas Besonderem macht. Es werden zwar wichtige Themen wie Drogenmissbrauch angesprochen, aber alles bleibt doch sehr flach und klischeehaft. Es gibt einfach gar nichts Neues, was es nicht schon in den anderen Büchern gegeben hätte.

Durch frühere Geschichten der Autorin weiß man ja wie es am Ende ausgeht und man möchte es ja auch so haben. Und natürlich kann man das Rad nicht immer wieder neu erfinden, aber so wird das Buch einfach auch in der Masse untergehen, da man sich ohne großes Highlight nicht lange daran erinnern wird.

Ich habe das Buch trotz allem gerne und schnell gelesen und werde auch wieder zu einem Buch von der Autorin greifen. Man sollte nur einfach nicht zu viel erwarten. Für einen gemütlichen Abend auf der Couch ist es ausreichend.

Fazit:

Eine nette Geschichte im alten Stil der Autorin, allerdings wirkt es ziemlich lieb- und planlos umgesetzt. Vieles kommt einfach nur inszeniert und übertrieben herüber. Trotz allem habe ich die Geschichte gerne gelesen. Man sollte nur nicht zu viel erwarten. Es ist sicher nicht das beste Buch von Simone Elkeles. Doch für einen gemütlichen Abend auf der Couch ausreichend. Von mir gibt es vier Sterne, Tendenz nach unten.
 

Reihe:

  1. Herz verspielt
  2. Herz verloren

Weitere Bücher:

Autorin:

Simone Elkeles wuchs in der Gegend von Chicago auf, hat dort Psychologie studiert und lebt dort auch heute mit ihrer Familie und ihren zwei Hunden. Ihre "Du oder das ganze Leben"-Trilogie, für die sie zum "Illinois Author of the Year" gewählt wurde, wurde zum weltweiten Bestseller. (Quelle: Verlag)

Dienstag, 29. Dezember 2015

Rezension: Gespensterzeit von Pam Conrad

Titel: Gespensterzeit
Autorin: Pam Conrad
Originaltitel: Stonewords
Seitenanzahl: 144 Seiten
Genre: Jugendbuch
Reihe: Nein
Preis: % (nur noch gebraucht erhältlich)
Verlag: Ueberreuter 
Ausgabe von 1991

Klappentext:

Zoes Freundin braucht Hilfe. Und nur Zoe kann ihr helfen, denn sonst kann niemand Zoes Freundin sehen. Die lebt im selben Haus, in dem auch Zoe wohnt, aber in einer anderen Zeit. Und nur Zoe ist es möglich, die Zeitgrenze zu durchschreiten, obwohl ihr das gefährlich werden kann. Doch sie muss ihre Freundin, die vor langer Zeit bei einem Unfall ums Leben gekommen ist, vor diesem Ende retten.

Meine Meinung:

Ich habe das Buch als Kind gelesen und es als sehr spannend in Erinnerung. Nun ist es mir auf dem Flohmarkt wieder in die Hände gefallen und ich habe es spontan mitgenommen.

Das kleine Mädchen Zoe wird als vierjährige von ihrer Mutter bei ihren Großeltern zurückgelassen. Aus der Ich-Perspektive schildert sie, wie sie sich in ihrem neuen Zuhause einlebt. Die Großeltern wohnen auf einer kleinen Insel in einem alten Haus.
Irgendwann taucht ein Mädchen auf und Zoe braucht einige Zeit bis ihr klar wird, dass nur sie Zoe Louise sehen kann. Sie findet einen Weg mit dem Geistermädchen zu spielen, ohne das ihre Großeltern sie für verrückt halten.
Je älter sie wird, desto mehr merkt Zoe, worum es geht und das ihre Geisterfreundin Hilfe braucht. Immer weiter wird sie in den Strudel der Vergangenheit und Zoe Louises Geschichte hineingezogen.
Die Zeit zwischen den Welten verschwimmt und mal ist Zoe das unsichtbare Mädchen, wenn sie in die Vergangenheit reist und mal Zoe Louise, wenn sie Zoe in der Gegenwart trifft.

Der Schreibstil ist sehr angenehm und spannend. Es geht in einem flotten Tempo voran und man weiß nie was als nächstes passiert.

Die Geschichte ist angeblich für Mädchen ab 10 Jahren geeignet, aber ich muss sagen, dass ich es auch heute noch als sehr gruselig und teilweise eklig empfunden habe. Die 144 Seiten vergehen wie im Flug.

Fazit:

Eine spannende und gruselige Geschichte mit einer sympathischen jungen Heldin. Für alle die Geistergeschichten lieben und sich gerne in die Vergangenheit entführen lassen. Die Geschichte ist auch für "ältere" Leute lesenswert und zeitlos. Dafür gibt es von mir alle fünf Sterne. Denn so hat es doch alles was ein gutes Buch ausmacht.

Montag, 28. Dezember 2015

Auslosung Adventsgewinnspiel Nr. 4

Weihnachten ist nun wieder vorbei und es wird Zeit für die Auslosung des vierten Adventsgewinnspiels. 
Ich denke, dass es in einigen Wochen zu meinem Bloggeburtstag bestimmt wieder ein Gewinnspiel geben wird. Daher nicht traurig sein für alle die heute nicht gewinnen.


 
Als Sieger hat Random.org erwählt:
 (Da so viele Leute mitgemacht haben, habe ich zwei Gewinner ermittelt. Es war ja schließlich Weihnachten :-)

Über ihre Wunschbücher dürfen sich freuen:
Carina.T
und
Aleshanee
 
Herzlichen Glückwunsch. Bitte schreibt mir doch Eure Adresse an:
anruba-buecher(at)web.de

Samstag, 26. Dezember 2015

Rezension: Weihnachtschaos inklusive von Nicolette Verstege

Titel: Weihnachtschaos inklusive
Autorin: Nicolette Verstege
Seitenanzahl: 82 Seiten
Genre: Weihnachten
Reihe: Nein
Preis: 0,99 EUR
Verlag: Veröffentlichung über Amazon
Kaufen? 

Klappentext:

Kaley und Dean sind seit ihrer Kindheit befreundet und es könnte alles so schön sein,
wenn da die gar nicht freundschaftlichen Gefühle für Dean wären, die Kaley seit längerem das Leben schwer machen.
Sie hat sich schon oft vorgenommen, ihm ihre Liebe zu gestehen und dann doch einen Rückzieher gemacht.
Nach einem Autounfall von Dean hat dessen Onkel John, die beiden über Weihnachten zu sich eingeladen, damit Dean sich richtig auskurieren kann.
Bis zum Heiligen Abend will Kaley Dean offenbaren, dass sie für ihn mehr empfindet als Freundschaft.
Wird sie es schaffen, über ihren Schatten zu springen? 


Meine Meinung:

Um in Weihnachtsstimmung zu kommen, habe ich mir ein paar winterliche Kurzgeschichten auf den Kindle geladen. Die Inhaltsangabe und das schöne Cover haben mich auf das Buch aufmerksam gemacht. Auch die guten Rezensionen sprachen für "Weihnachtschaos inklusive". 
Mittlerweile frage ich mich jedoch, ob diese guten Bewertungen gekauft sind oder ob ich viel zu kritisch bin?

Außer das Kaley und Dean einen Weihnachtsbaum aufstellen und Geschenke kaufen, hat dieses Buch so viel mit Weihnachten zu tun wie faules Obst.
Über den einfach Sprachtstil kann ich noch gut hinwegsehen, aber die platten Dialoge sind einfach viel zu vorhersehbar und langweilig. Auch die wahrscheinlich witzig gemeinten Unterhaltungen zwischen Dean und seinem Onkel John finde ich eher respektlos, als lustig.
Bei einem Weihnachtsbuch sollte es doch sinnlich und friedlich zu gehen oder? :-)

Klar es ist eine Kurzgeschichte, aber die Charaktere machen keine Entwicklung durch. Es wird nicht näher erläutert, warum Kaley sich überhaupt zu Dean hingezogen fühlt und da man diese Entscheidungen nicht mitbekommt, kann man auch keine Beziehung zu den Personen aufbauen, was bedeutet, dass es einen ziemlich kalt lässt und daher langweilt.
Außerdem geht es über die Hälfte des Buches um eine Verletzung in Deans Intimbereich, was vielleicht in einem anderen Zusammenhang interessanter und lustiger gewesen wäre, für mich aber auch total am Thema "Weihnachtschaos inklusive" vorbeigeht. Denn ein Weihnachtschaos gibt es nicht. Dafür werden mal nachts die Bettlaken wegen gewisser Flecken gewechselt. Keine Ahnung was das in dieser Geschichte zu suchen hat. Es ist einfach nur unlogisch und platt.

Fazit:

Das Weihnachtschaos sucht man in dieser Geschichte vergebens. Statt sinnlicher Feiertagsstimmung gibt es einfältige Kommentare und respektlose Sprüche. Für mich geht die Story total am Thema vorbei und führt den Leser hinters Licht. Unter einem anderen Aufhänger hätte die Geschichte sicher mehr her gemacht, aber ich kann sie nicht weiterempfehlen. Es gibt einen Gnadenstern

Autorin:

Biografie 
Humorvoll mit einem Schuss Romantik und einem garantierten Happy End. Das sind meine Bücher.
Ich liebe es, die Leute mit meinen Romanen zum Lachen und Seufzen zu bringen.
Ich schreibe mit Leidenschaft und Freude, dabei trinke ich zu viel Kaffee, dafür schlafe ich aber zu wenig. Gleicht sich wieder aus. ;-)
Ich wünsche mir, dass euch meine Romane gefallen und wenn ihr mehr über mich wissen wollt, besucht mich doch bei Facebook.
https://www.facebook.com/pages/NicoletteVerstege/468054023350825
(Quelle: Amazon)

Freitag, 25. Dezember 2015

Kurz-Rezension: Plätzchen unter dem Mistelzweig von Abby Clements

Titel: Plätzchen unter dem Mistelzweig
Autorin: Abby Clements
Originaltitel: The Christmas Bake-Off
Seitenanzahl: 41 Seiten
Genre: Weihnachten
Reihe: Kurzgeschichte zu "Ein Kuss unter dem Mistelzweig"
Preis: Gratis
Verlag: Goldmann
Zum Verlag! 
 

Klappentext:

Weihnachten steht vor der Tür, und die Bewohner des kleinen Dorfes Skipley bereiten sich fieberhaft auf den alljährlichen Backwettbewerb vor. Da kochen die Emotionen schon mal hoch, denn nicht nur einer will gewinnen. Die hochtalentierte Konditorin Katie träumt vom großen Back-Ruhm, Rachel möchte allen beweisen, dass sie nicht nur Hausfrau und Mutter ist, und John hofft, dass seine Backkünste die Frau beeindrucken, die er heimlich liebt. Doch als der Preisrichter sich ans Probieren macht, wird schnell klar, dass jemand den Wettbewerb sabotiert hat: Denn die süßen Kunstwerke schmecken nach Salz. Wer würde so etwas tun und das kurz vor Weihnachten?

Eine exklusive Kurzgeschichte mit köstlichen Plätzchen-Rezepten und einem Probekapitel zu "Der Kuss unter dem Mistelzweig".


Meine Meinung:

Da diese Kurzgeschichte zeitlich ein Jahr vor "Ein Kuss unter dem Mistelzweig" spielt, wollte ich sie gerne vor dem Buch lesen.
Doch wie es bei Kurzgeschichten üblich ist, findet natürlich keine große Ausarbeitung der Charaktere statt. So konnte ich mit den Personen nicht wirklich etwas anfangen, da nichts näher erläutert wurde. Es geht ausschließlich um den in Skipley veranstalteten Backwettbewerb. 
Alle Hauptcharaktere werden kurz mit ihren "Problemchen" beim Backen oder "Nicht-Backen" vorgestellt. 
Die Geschichte ist weder wirklich weihnachtlich noch anspruchsvoll. In meinen Augen hätte man mehr aus dem manipulierten Wettbewerb machen können. Die Auflösung war so lahm und platt, dass es fast weh tat. Genauso wie die konstruierte Liebesgeschichte. Es fehlte einfach total die Romantik und der Zusammenhang.
Das geht trotz Kurzgeschichte einfach besser.
 

Fazit:

Eine anspruchslose Kurzgeschichte, die weder groß Weihnachtstimmung noch andere Gefühle vermittelt. Vielleicht wäre es besser, sie nach dem Hauptbuch zu lesen um noch einmal auf evtl. liebgewonnene Charaktere zu stoßen. Ansonsten kann man sich die Zeit sparen.
Einziger Bonus sind die zwei netten Plätzchenrezepte am Ende.
 

Weitere Infos:

18809012 Laurie und Rachel kennen sich seit Kindertagen. Mittlerweile lebt Laurie jedoch in London, wo sie in der Modebranche Karriere macht, und Rachel hat mit Mann und Kindern das Glück auf dem Land gefunden. Als Rachels Schwiegermutter kurz vor Weihnachten ins Krankenhaus nach London muss, beschließen die beiden Freundinnen kurzerhand, Wohnungen zu tauschen – mit turbulenten Folgen. Laurie versucht, sich in das Dorfleben einzufinden und den Mann zu vergessen, der ihr das Herz gebrochen hat. Rachel wiederum fühlt sich in London bald wie zu Hause. Und vielleicht gibt es ja an Weihnachten für alle ein Happy End ...

Autorin:

Abby Clements arbeitete in einem Verlag, bevor sie sich selbst dem Schreiben widmete. Sie lebt mit ihrem Verlobten im Norden von London und liebt gemütliche Sonntage, Achtzigerjahre-Filme und Dackel. (Quelle: Verlag)

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Weihnachtsgrüße

Ich wünsche Euch allen und Euren Liebsten ganz schöne Weihnachtstage. Erholt Euch gut und habt Spaß!

 

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Rezension: Die raunende Maske von Jonathan Stroud (Lockwood & Co. Teil 3)

Titel: Die Raunende Maske
Autor: Jonathan Stroud
Originaltitel: The Hollow Boy
Seitenanzahl: 464 Seiten
Genre: Fantasy
Reihe: Teil 3 von ?
Preis: 18,99 EUR
Verlag: cbj
Erschienen am 19.10.2015
www.cbj-verlag.de 
www.lockwood-und-co.de 

Klappentext:

Die Agenten von Lockwood & Co.: Anthony Lockwood, Lucy und George, führt ihr jüngster Fall mitten ins Zentrum der Geistererscheinungen, die London unerbittlich heimsuchen. Ein traditionsreiches Londoner Kaufh aus scheint Brutstätte des grausigen Phänomens zu sein. Wurde es doch auf den Überresten einer Pestopferruhestätte und über den Ruinen eines mittelalterlichen Kerkers errichtet. Gemeinsam mit Geisterjägern aus anderen Agenturen wagen sich Lockwood und seine Freunde bei Nacht in das Gebäude. Wer hier überleben will, braucht Mut und einen kühlen Kopf. Doch Lucy und ihre neue Kollegin Holly belauern sich eifersüchtig, Lockwood kommt von einem dunklen Geheimnis in seiner Vergangenheit nicht los und die düsteren Warnungen des wispernden Schädels verheißen Fürchterliches.

Meine Meinung:

Endlich geht es weiter mit den jugendlichen Geisterjägern der Agentur Lockwood & Co. Die Geschäfte laufen nach den letzten Erfolgen ziemlich gut für Lucy, George und Lockwood. Sie können sich vor Aufträgen kaum noch retten und arbeiten daher oft allein und nicht mehr im Team. 
Das macht besonders Lucy zu schaffen. Ihre Gabe als Hörende und Fühlende wird größer. Sie schafft es immer mehr mit Geistern zu kommunizieren. Leider finden das George und Lockwood nicht gerade toll und melden Bedenken an. Geister sind schließlich böse und müssen vernichtet werden. Wen interessieren schon ihre Beweggründe?
Als die Arbeit zu viel wird, stellt Lockwood eine weitere Mitarbeiterin ein. Holly ist das perfekte Mädchen für alles, doch damit treibt sie besonders Lucy in den Wahnsinn. Eifersüchtig kämpft Lucy um Lockwoods Aufmerksamkeit.
Als dann in Chelsea das Geisterproblem überhand nimmt, müssen Lockwood & Co. alles geben um das Böse zu bekämpfen.

Lucy erzählt die Geschichte wieder aus der Ich-Perspektive. Der Schreibstil lässt den englischen Humor erkennen. Die Unterhaltungen haben einfach eine eigene Komik und auch der sprechende Schädel ist immer für einen Lacher gut.
Diesmal gibt es mehrere kleinere Fälle, die auf den ersten Blick vielleicht nicht zusammen passen, aber später erkennen lassen, worauf der Autor hinaus wollte.
Die zwischenmenschliche Beziehung von Lucy und Lockwood tritt in den Vordergrund. Auch wenn mir Lucy mit ihrer zickigen, verborten Art manchmal auf den Wecker ging, war es doch glaubhaft. Schließlich sind alle Personen im Teenageralter und da geraten die Gefühle nunmal ins Chaos, ob man Geisterjäger ist oder nicht. Es dauert bis man sich selbst gefunden hat. 
Daher ist es schön, dass die Charakterentwicklung (besonders von Lucy) mehr Tiefe bekommt und ihre Persönlichkeit sich weiter entwickelt.
Auch alte Bekannte wie die Artefaktjägerin Flo oder der Konkurrent Quill Kipps mit Team sind erneut dabei.

Bei den Geisterjagden geht es wieder ordentlich zur Sache. Auch wenn der Autor das Rad nicht immer neu erfinden kann, war die Geschichte spannend und interessant. Mittlerweile weiß man, was man von einem Schemen oder Lauerer zu erwarten hat oder was eine Salzbombe bewirkt.
Manche Dinge in der Storyentwicklung gingen mir allerdings zu schnell von der Hand oder wurden nur kurz angerissen. Auch, dass einige Punkte nicht aufgeklärt werden bzw. die Täter nicht gefasst werden, hat mich etwas genervt. Cliffhanger schön und gut, ich würde aber auch so weiterlesen. So muss man wohl oder übel auf den nächsten Teil warten, denn wie es aussieht, sind die Geister nicht das einzige Problem, dass Londons Bürger haben.
Daher wäre es schön, wenn der Autor sich mehr oder schneller an die Hintergründe des Geisterproblems wagen würde. Woher kommt das Problem? Ist es irgendwann mal vorbei? Woran liegt es eigentlich? Wie hat es angefangen?

Doch was soll ich sagen? Die Reihe gehört mit zu meinen Favoriten, denn es ist mal etwas ganz anderes und dieser dritte Teil hat zwar ein paar Schwächen, bleibt aber ein würdiger Nachfolgeband.

Fazit:

"Die raunende Maske" ist ein würdiger Nachfolgeband der Reihe. Diesmal stehen die zwischenmenschlichen Beziehungen im Vordergrund. Lucys Gefühle erschweren ihr die Arbeit und bringen die Story auf ein neues Level. Leider werden viele Dinge in diesem Buch nur angerissen und man muss für die Auflösung weiter warten. Das finde ich etwas unglücklich, daher gibt es einen Stern Abzug. Trotz allem ist das Buch unbedingt weiter zu empfehlen. Was wäre schließlich London ohne die Geisterjäger von Lockwood & Co.?
 

Reihe:

  1. Die Seufzende Wendeltreppe 
  2. Der Wispernde Schädel
  3. Die raunende Maske 

Autor:

Als Kind war Jonathan Stroud (*1970) häufig krank und musste viel Zeit im Krankenhaus oder zu Hause im Bett verbringen. Um der Langeweile zu entfliehen, begann er, intensiv zu lesen: Bald war der Boden seines Zimmers mit Büchern komplett bedeckt. Außerdem zeichnete Jonathan Stroud und erfand selbst mit Begeisterung Geschichten. Nach dem Englischstudium arbeitete er einige Jahre als Lektor für Walker Books in London, wo er alles über Kinderbücher lernte. 1999 erschien sein erster Fantasyroman "Drachenglut". Damit war Jonathan Stroud klar, was er in seinem Leben tun wollte. 2001 hängte er seinen Job endgültig an den Nagel, um nur noch Schriftsteller zu sein. Im selben Jahr heiratete er und wurde Vater. (Quelle: Amazon) 
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